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    Endspiele, so weit die Füße tragen

     Abstiegskampf - War's das schon für den 1. FC Kaiserslautern in seinem Kampf um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga?

    Foto: mrz

    Müssen die Pfälzer nach der Niederlage in Freiburg für die kommende Saison Auswärtsfahrten nach Dortmund, Gelsenkirchen oder Mönchengladbach aus ihren Kalendern streichen (München bliebe ihnen immerhin erhalten)?

    Keine Frage: Dass man sich als Fußballklub auch aus scheinbar aussichtslosen Situationen noch retten und einem vermeintlich sicheren Abstieg entgehen kann, weiß man an kaum einem anderen Liga-Standort besser als in Mainz. Lazarus-ähnliche Comebacks zählten schließlich in den vergangenen 20 Jahren zu einer Spezialität der 05er.

    Dass der FCK jedoch diesem Beispiel nachfolgt, ist kaum zu erwarten. Mit einem Trainer, der in dieser Rolle bislang vor allem auf wenig erfolgreiche Stationen zurückblickt, jetzt aber als Retter geholt wurde, gleich zum Auftakt die traurige Niederlagenserie fortzusetzen, ist nicht gerade verheißungsvoll. Wenn man dann auch noch eine Partie des 27. Spieltages zum "Endspiel" stilisiert, ist das nur semi-schlau. Dieses Endspiel dann aber auch noch zu verlieren, ist dumm.

    Eine Erfahrung, die sie womöglich in den kommenden Wochen auch beim Hamburger SV machen werden. Der ist ja, wie Trainer Torsten Finke noch nach dem vorvergangenen Spieltag versicherte, kein Abstiegskandidat - das Wissen darum dürfte die Tatsache, auf den Relegationsplatz abgerutscht zu sein, einigermaßen erträglich machen. Irritierend ist allenfalls, dass der Vorstandsvorsitzende des Vereins nur eine Woche später verkündet: "Wir wissen, dass wir sieben Endspiele vor uns haben..." Wäre ja, folgt man Fink, nun wirklich nicht nötig gewesen.

    Dass der HSV der Bundesliga als letztes Gründungsmitglied ununterbrochen erhalten bleiben wird, daran glauben auch die lebenden Legenden Uwe Seeler und Willi Schulz. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Nein! Sondern weil, wie "Worldcup-Willi" sagt, Spieler und Verein erkannt hätten, "dass es zwölf Uhr geschlagen hat". Vielleicht hätte er besser schon mal fünf Minuten früher Bescheid gesagt.

    Was den Hanseaten wenigstens ein bisschen Mut machen dürfte, ist, dass es wohl mindestens einen Konkurrenten gibt, der sie nicht mehr überflügeln wird. Nein, nicht Otto Rehhagels Berliner Hertha, sondern, so krass das für den ein oder anderen auch sein mag, Balakows FCK. Und bevor jetzt wieder irgendjemand Häme wittert: Aus Mainzer Sicht muss einem Lautern in der Liga lieber sein als, sagen wir mal, der VfL Wolfsburg oder die TSG Hoffenheim. Aus mindestens drei Gründen:

    1. Weil es für die Fans ein nahes Auswärtsspiel ist. Der Betzenberg liegt rund 300 Kilometer näher als die VW-Arena.

    2. Weil kein Mensch Retortenklubs wie Felix Magaths Konzernanhängsel und Dietmar Hopps Spielzeug braucht.

    3. Weil Ministerpräsident Kurt Beck sonst beim Anblick der Coface Arena (nur gucken, nicht reingehen!) nicht nur beleidigt, sondern auch noch chronisch schlecht gelaunt wäre.

    Allerdings lassen sich einige gewichtige Einwände gegen diese Argumente nicht von der Hand weisen:

    1. Das Interesse der Mainzer Fans an Besuchen im Fritz-Walter-Stadion ist in den vergangenen Spielzeiten auf ein recht überschaubares Maß gesunken.

    2. Zumindest der VfL Wolfsburg befindet sich inzwischen auf einer ziemlich sicheren Seite und wird den Mannschaften vom 1.FC Nürnberg an schlechter platzierten Kontrahenten kaum noch den Gefallen tun, sich in den Abstiegskampf einzumischen.

    3. Fußballspezifische Rücksichtnahme auf Kurt Becks Befindlichkeit erübrigt sich, seit bekannt ist, dass der sein Amt ohnehin im Laufe dieses Jahres niederlegen will.

    Doch noch ist auch in der Pfalz nicht aller Tage Abend. Bevor die Roten zu Toten Teufeln mutieren, bietet sich ihnen am Wochenende die Chance, durch einen Heimsieg noch mal Hoffnung zu schöpfen. Zu Gast auf dem Betzenberg wird der HSV sein. Was für ein Endspiel!

    Peter H. Eisenhuth

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