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Mainz

Der Fünftligist wird nicht überhöht

Der Gegner mag heißen wie er will, der Pflichtspielstart sorgt immer für eine besondere Spannung. Der Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 tritt am Sonntag (16 Uhr, Poststadion) in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Oberligisten Berliner AK 07 an.

Der Fünftligist wird nicht überhöht
Sami Allagui hat möglicherweise sehr gute Chancen, beim DFB-Pokalspiel des FSV Mainz 05 am Sonntag in Berlin in der Startaufstellung zu stehen. Der Neuzugang könnte Aristide Bancé als zentrale Spitze vertreten.
Foto: Bernd Eßling

Mainz – Der Gegner mag heißen wie er will, der Pflichtspielstart sorgt immer für eine besondere Spannung. Der Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 tritt am Sonntag (16 Uhr, Poststadion) in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Oberligisten Berliner AK 07 an. „Wir sind der klare Favorit“, sagt 05-Cheftrainer Thomas Tuchel. „Das Spiel wollen wir klar für uns entscheiden.“

Drumherumreden wolle er erst gar nicht bei dieser eindeutigen Konstellation, erklärte Thomas Tuchel am Freitag. Der DFB-Pokal mag in seiner langen Geschichte viele kuriose, seltsame bis hin zu sensationellen Geschichten geliefert haben. Dass ein Bundesligist bei einem Fünftligisten scheitert, das darf nicht sein und kann prinzipiell auch nicht sein. Und das sieht der Trainer des FSV Mainz 05 vor dem Auftritt beim in der Oberliga angesiedelten Berliner Athletenklub 07 nicht anders.

Der 36-Jährige vermied alle der gängigen Floskeln. Tuchel operierte auch nicht mit kunstvoll aufgepeppten Warnungen vor einem wahrscheinlich hoch motivierten und deshalb möglicherweise kreuzgefährlichen Außenseiter. „Wir haben ein klares Ziel, wir wollen in die nächste Runde, und dann schauen wir uns die nächste Auslosung an“, sagt der 05-Coach. Und damit sei alles gesagt.

Nach der längsten Saisonvorbereitung in der Mainzer Profigeschichte sei die Mannschaft da, wo sie zu diesem Zeitpunkt sein könne. Am Spielsonntag komme dann noch Adrenalin dazu. Der Gegner? Dem Zufall überlassen haben die 05er nichts. Kotrainer Arno Michaels hat den Berliner AK bei dessen Oberligastart – ein 1:0-Auswärtssieg bei Optik Rathenow – beobachtet. Und Videospezialist Benny Weber hat diese 90 Minuten gefilmt. Den Gegner ernstzunehmen und zu beobachten, das gehöre zum normalen Selbstverständnis dieser Trainercrew, erklärt Thomas Tuchel. „Aber wir werden den Gegner nicht größer machen als er ist.“

Die Erkenntnisse halten sich in Grenzen. Natürlich wird BAK-Trainer Bahman Foroutan seine Mannschaft gegen einen bis an die Zähne bewaffneten Bundesligisten wesentlich defensiver ausrichten als am vergangenen Sonntag in Rathenow. Tuchel wird seiner Mannschaft am Sonntagvormittag die individuellen Stärken und Schwächen des Oberligisten darstellen, dazu die Standardgewohnheiten am Ball und gegen den Ball. Danach wird der 05-Coach Leistungskriterien formulieren. „Und daran werden wir uns messen lassen.“ Tuchel schwebt vor, einen klaren Sieg einzufahren.

Die 05er, die sicher sehr viel Ballbesitz haben werden im Poststadion, werden im gewohnten 4-2-3-1-System antreten. Das ergebe mehrere Linien im Aufbau- und Offensivspiel. Diese Staffelung soll gewährleisten, dass die Mannschaft genügend Tiefe findet in den Anspielen sowie Pass- und Laufwege in den Halbräumen. „Wir wollen dominant sein und daraus unsere Tore erzielen.“

Über die Aufstellung will der 05-Trainer erst nach den Eindrücken vom samstäglichen Abschlusstraining entscheiden. Eines steht fest: Stammspieler André Schürrle wird erst gar nicht mit nach Berlin fliegen. Eine Reizung am Schambein hatte den jungen Offensivspieler schon daran gehindert, am vergangenen Mittwoch in Island für die deutsche U21-Nationalmannschaft aufzulaufen. Bis zum Bundesligastart gegen den VfB Stuttgart soll der 19-Jährige die Verletzung auskuriert haben.

Aristide Bancé hat für Burkina Faso unter Woche eine Halbzeit gespielt beim 3:0-Sieg in Paris gegen den Kongo. In welcher Intensität der Torjäger mit seiner Nationalmannschaft davor trainiert hat, das wusste Tuchel am Freitag noch nicht. Tatsache sei, dass der Hüne eine Vorgeschichte habe. Wegen anhaltender Kniereizungen hatte Bancé in der Vorbereitung immer mal wieder pausieren müssen. Im letzten Testspiel gegen den FC Malaga reichte es dann für einen 45-Minuten-Einsatz.

„Aristide hat einen deutlichen Wettkampf- und Trainingsrückstand, er absolviert immer noch auch ein individuelles Programm“, resümierte Tuchel. „Am Sonntag haben wir ein Pflichtspiel. Ausprobieren können wir da nichts.“ Das klang danach, als könnte der Mittelstürmer eventuell auch mal nur auf der Bank sitzen. Der Trainer will den Burkiner im Abschlusstraining genau beobachten.

Sollte Bancé von der Bank kommen, dann dürfte Neuzugang Sami Allagui in der Startelf stehen als zentrale Spitze. Dahinter darf man von rechts nach links mit Lewis Holtby, Jan Simak und Andreas Ivanschitz rechnen. Auf der Sechserposition hat Miroslav Karhan seinen Platz sicher, als Partner des Slowaken bewerben sich Elkin Soto und Eugen Polanski – nur einer kann spielen. Und in der Abwehrreihe dürften Radoslav Zabavnik, Bo Svensson, Nikolce Noveski und Christian Fuchs zum Einsatz kommen – wobei Niko Bungert mit seiner Qualität im Deckungszentrum immer nah dran ist.

Dass Christian Wetklo zwischen den Pfosten steht und der 38 Jahre alte Neuzugang Martin Pieckenhagen auf der Bank sitzt, das ist bekannt. Pieckenhagen ist ein gebürtiger Berliner, der Routinier freut sich auf die unerwartete Rückkehr in die Heimat.

„Wir werden auf jeden Fall eine gute Mannschaft auf dem Platz haben“, sagt Thomas Tuchel, „eine, die dieses Spiel klar gewinnen wird.“

Reinhard Rehberg

Mainz 05
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