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Bundesliga-Abpfiff: Stuttgart 21? Mainz 21!

Zwei Themen bewegten die hiesige Medienlandschaft rund ums vergangene Wochenende in besonderem Maße: Am Samstag lautete das Topthema, ganz klar, „Stuttgart 21"

Zwei Themen bewegten die hiesige Medienlandschaft rund ums vergangene Wochenende in besonderem Maße: Am Samstag lautete das Topthema, ganz klar, „Stuttgart 21".

Von Peter H. Eisenhuth

Am Montag war es der FSV Mainz 05. Sieben Spiele, sieben Siege – quasi „Mainz 21". Welches dieser beiden bundesweit für Schlagzeilen (im Fall von Stuttgart 21 auch für Schlagstöcke) sorgende Projekte sich größerer Beliebtheit erfreut, versteht sich von selbst.

Um das herauszufinden genügte es, am Samstagnachmittag im Bruchwegstadion die Reaktionen zu erleben, als Stadionsprecher Klaus Hafner vor der Partie gegen die TSG Hoffenheim sagte: „Mer habbe's uns verdient." Da jubelten nicht nur die 05-Fans, nein, da applaudierten auch viele Anhänger des selbsternannten Traditionsvereins („1899"!) aus dem Kraichgau. Und ein beachtlicher Teil der Zuschauer im Gästeblock blieb auch nach Spielschluss noch im Stadion, um dem feiernden Tabellenführer zu huldigen.

Aber, wen wundert's? Ganz gleich, unter welchem Aspekt man die beiden Projekte vergleicht: Mainz 21 schneidet immer besser ab als Stuttgart 21.

So müssen für Stuttgart 21 mehrere Hundert Bäume gefällt werden. Eine Dimension, die selbst das Kettensägenmassaker auf der Mainzer Ludwigsstraße aus dem Jahr 1998 in den Schatten stellt. Ganz anders bei Mainz 21: Hier steht selbst eine slowakisch-dänisch-mazedonisch-österreichische Hintermannschaft so fest wie eine deutsche Eiche.

Befürworter des schwäbischen Bahnhofsprojektes sehen sich hochtrabend als entscheidendes Bindeglied der weltweit bedeutsamen Schienennetz-Achse Bratislava-Paris. Tatsächlich werden sie am Ende aller Mühsal rund 20 Minuten schneller in Ulm sein, was nebenbei die Frage aufwirft, wer überhaupt nach Ulm will (kleiner Scherz für Literaturfreunde: nicht mal der Kollege Schneider). Ganz anders in Rheinhessen: Die Anhänger des Projekts Mainz 21 reden inzwischen hier und da auch mal vom „Europapokal, Europapokal, Europapokal...", sind letztlich allerdings auch im Erfolg bescheiden geblieben. „Nie mehr Zweite Liga" – das zeugt von einer gewissen Demut.

In Mainz sind für das neue Stadion etliche Kubikmeter Erdreich ausgehoben worden, um die Frischluftzufuhr für die Innenstadt nicht zu gefährden. Für Stuttgart 21 soll ein gesamter Bahnhof mit allem, was dazugehört, verbuddelt werden. Das passt zwar recht gut zum unterirdischen Fußball, den der ortsansässige Verein für Bewegungsspiele derzeit spielt, könnte aber zu irreparablen Umweltschäden führen.

Und erst die Kosten: Bei Stuttgart 21 ist der Etat längst explodiert; am Ende werden alle beteiligten Steuerzahler froh sein, wenn die 5-Milliarden-Marke nicht um mehr als zwei, drei weitere Milliarden überschritten wird. Das Mainzer Projekt dagegen kommt bislang mit einem verhältnismäßig bescheidenen Etat aus. Explodieren wird der allenfalls, wenn's so weitergeht, wie's angefangen hat – dann nämlich kommen nächstes Jahr einige Millionen aus Uefa-Beständen hinzu...

Zu vermuten steht, dass Mainz 21 schneller der Vergangenheit angehören wird als Stuttgart 21. Die Bahnhofsgeschichte wird noch mindestens bis zur baden-württembergischen Landtagswahl im kommenden Jahr ein Thema sein, das

rheinhessische Vorzeigeprojekt wird womöglich schon in zwei Wochen beendet sein. Beziehungsweise weiterentwickelt. In Mainz 24.

Mainz 05
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