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Bremen

05-Stürmer Szalai zeigt Hammer mit dem lädierten linken Huf

Im Übungsbetrieb am vergangenen Dienstag hatte Adam Szalai einen üblen Schlag auf den linken Fuß bekommen. "Seitdem habe ich Probleme, ich konnte nur noch mit einem Tape am Fuß trainieren", erzählte der Mittelstürmer des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 nach dem 3:0-Sieg beim SV Werder Bremen.

Entschlossen und willensstark setzte sich Maxim Choupo-Moting bei seinem Tor zum 2:0 durch gegen den jungen Bremer Linksverteidiger Florian Hartherz (sitzt mit offenem Mund entsetzt staunend am Boden). Schiedsrichter Knut Kircher sah kein Foul in dieser Szene, der 05-Stürmer drosch die Kugel ins lange Eck.
Entschlossen und willensstark setzte sich Maxim Choupo-Moting bei seinem Tor zum 2:0 durch gegen den jungen Bremer Linksverteidiger Florian Hartherz (sitzt mit offenem Mund entsetzt staunend am Boden). Schiedsrichter Knut Kircher sah kein Foul in dieser Szene, der 05-Stürmer drosch die Kugel ins lange Eck.
Foto: Eva Willwacher

Bremen – Im Übungsbetrieb am vergangenen Dienstag hatte Adam Szalai einen üblen Schlag auf den linken Fuß bekommen. "Seitdem habe ich Probleme, ich konnte nur noch mit einem Tape am Fuß trainieren", erzählte der Mittelstürmer des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 nach dem 3:0-Sieg beim SV Werder Bremen.

Was wollte 05-Mittelstürmer Adam Szalai mit dieser Geste nach seinem Tor zum 1:0 ausdrücken? Braucht die Konkurrenz im Abstiegskampf nun ein Fernglas, wenn sie die Mainzer in der Tabelle sehen will?
Was wollte 05-Mittelstürmer Adam Szalai mit dieser Geste nach seinem Tor zum 1:0 ausdrücken? Braucht die Konkurrenz im Abstiegskampf nun ein Fernglas, wenn sie die Mainzer in der Tabelle sehen will?
Foto: dpa

Und dann ballerte der lange Ungar die Kugel exakt mit diesem lädierten linken Huf zur 1:0-Führung unter die Latte."Ich wollte nach dem Superpass von Andy Ivanschitz zuerst mit rechts schießen", schilderte Szalai diese Situation aus der 19. Minute. Dann habe er bemerkt, dass der Verteidiger gut mitgelaufen sei. "Dann habe ich mich dazu entschieden aufzuziehen." Jetzt war auf der Innenbahn die Schussbahn frei. "Den Ball habe ich dann optimal erwischt." Die Kugel schlug derart wuchtig ein, dass der aggressive und ausgesprochen furchtlose Werder-Torhüter Tim Wiese sogar ein wenig den Kopf einzog bei seinem chancenlosen Rettungsversuch.

Zehn Minuten später rammte der Bremer Innenverteidiger Sokratis dem Mainzer Stürmerhünen im Luftduell den Ellenbogen an die Schläfe. Szalai fiel um wie von einer Abrissbirne getroffen und blieb regungslos liegen. "Ich war kurz weg", erklärte der 24-Jährige, der sich danach noch eine Viertelstunde auf dem Feld hielt. Mit leichten Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen. "Eine leichte Gehirnerschütterung", konstatierte 05-Klubarzt Klaus Gerlach später. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit musste Szalai dann gegen Maxim Choupo-Moting ausgewechselt werden. Entsprechend der Geschichte mit dem linken Fuß wäre dem ungarischen Nationalspieler ansonsten mit dem Brummschädel noch ein Kopfballtor zuzutrauen gewesen.

Egal, mit diesem 1:0 hatte Szalai seiner Mannschaft den Weg gewiesen. Wer aus einer Blockstellung heraus tief und massiert verteidigt, der gewinnt an Überzeugung durch eine Führung.

Adam Szalai wirkte emotional befreit nach diesem Signaltor in Bremen. Erst Gelb-Rot nach seiner unnötigen Schwalbe beim Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg, danach die Sperre für die (verlorene) Augsburg-Partie, dem folgte die schwache Leistung des Mittelstürmers beim 1:3 in der Coface-Arena gegen Hertha BSC. "Das war nicht gut, was ich da in der Elfmeterszene versucht habe, und gegen die Hertha, das war sicher nicht das Spiel meines Lebens", bestätigte Szalai. "Deshalb bin ich froh, dass ich heute wieder meine Chance bekommen habe und dass wir auch noch mit einem Tor von mir gewonnen haben."

Aufgabe gleich, auch ohne Zidan

Der bisherige Sturmpartner Mohamed Zidan saß 90 Minuten auf der Bank. "Mit oder ohne Mo, meine Aufgabe bleibt ja immer die gleiche", sagte Szalai. "Ich muss vorne die langen Bälle halten, ich muss versuchen, auf den Zehner oder auf die Außen zu verteilen, im Strafraum gefährlich zu sein und Tore zu machen." Das hat funktioniert bis zur Auswechslung, obwohl die 05er in der offensiven Umschaltbewegung nur phasenweise gute Aktionen hatten. Immer dann, wenn sich Andreas Ivanschitz geschickt befreite in den Halbräumen oder wenn Nicolai Müller couragiert zu Tempodribblings ansetzte.

"Wir haben uns das Spiel heute so gedacht, und so ist es gelaufen", resümierte Szalai. "Mit dieser Mentalität müssen wir weitermachen, auch in Stuttgart. Nur dann können wir vielleicht den Klassenerhalt früher sichern."

Szalai also raus nach 45 Minuten. Jetzt schlug die Dreiviertelstunde von Maxim Choupo-Moting. Als linker Halbstürmer im Tannenbaumsystem hinter dem nun als Stoßstürmer eingesetzten Nicolai Müller erzielte der Einwechselspieler direkt nach der Pause das 2:0. Nach einem Foulspiel am zu Boden gesunkenen Verteidiger Florian Hartherz? "Nein, das war kein Foul, niemals", wehrte sich Choupo-Moting gegen diese Interpretation einiger Bremer Journalisten. "Er kommt von hinten, der Kontakt ist da, er fällt um, ich stehe alleine vor dem Tor." Schiri-Beobachter Lutz Wagner (Hofheim) hatte schon auf der Pressetribüne beschwichtigend abgewunken: "Alles in Ordnung. Leichter Kontakt, aber kein Foul!"

Als Müller nach "zwei Schlägen aufs linke Knie" (Gerlach) verletzt raus musste (59.), da wechselte Choupo-Moting in die Sturmmitte vor Ivanschitz und dem eingewechselten Marco Caligiuri. Nach einer gechippten Vorlage von Julian Baumgartlinger schoss Choupo-Moting aus dieser Position das 3:0. Keeper Tim Wiese und Mittelfeldantreiber Clemens Fritz behinderten sich. "Ich habe versucht, hinzukommen", erzählte der 05-Stürmer. "Und wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Choupo." Der nicht ausschließen will, dass sein Team unter Druck leichter ans Limit kommt. "Eventuell ist das tief in einem drin, heute jedenfalls waren wir in einer Drucksituation präsenter als zuletzt mit weniger Druck. Das müssen wir ändern. Bremen war ein Anfang."

Nun schon zehn Saisontore

Zehn Saisontore hat der Sommerzugang nun schon stehen. "Vorgenommen hatte ich mir in dieser Hinsicht gar nichts", so Choupo-Moting. "Ich wollte durchziehen, einen Platz in der Mannschaft finden und ein paar Tore machen. Ich merke, dass es gut geht mit dieser Mannschaft, es liegt an mir, die Dinger reinzumachen." Der Trainer hatte zuletzt mit dem Sturmtalent das Thema Effizienz besprochen. "Choupo kommt Schritt für Schritt da hin, ich bin froh, dass er das mit dieser Bereitschaft annimmt", lobte Thomas Tuchel. 55 Sekunden nach Wiederanpfiff war Choupo-Moting schon mal alleine weg, da dribbelte sich der Techniker bis zur Grundlinie durch, doch Auge in Auge mit Torwächter Wiese misslang ihm der Rückpass auf den in den Strafraum nachgerückten Passgeber Elkin Soto um Zentimeter. Da mangelte es noch an der wünschenswerten Effizienz.

"In unserer Lage war dieser Sieg extrem wichtig, gerade auch, wenn man die anderen Ergebnisse sieht", resümierte Choupo-Moting. "Wir wollten defensiv diszipliniert und gut stehen, das ist uns gelungen. Die Null steht, wir hatten auch ein bisschen Glück, aber das haben wir uns heute erarbeitet. Eine taktisch sehr gute Leistung."

Reinhard Rehberg

Mainz 05
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