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    05-Innenverteidiger Niko Bungert: "Nach der Reha bin ich platt"

    Schön ist das nicht, wenn die Kollegen sich in diversen Trainingseinheiten und Testspielen auf die Rückrunde vorbereiten, während man selbst unter Anleitung des Reha-Trainers oder der Physiotherapeuten arbeiten muss. Doch Niko Bungert hat sich mit dieser Situation arrangiert.

    Stabilitätsübungen gehörten auch in Marbella zum Programm, das Niko Bungert abseits der Mannschaft absolvierte. Läuft alles nach Plan, könnte der Innenverteidiger Anfang April auf den Rasen zurückkehren.
    Stabilitätsübungen gehörten auch in Marbella zum Programm, das Niko Bungert abseits der Mannschaft absolvierte. Läuft alles nach Plan, könnte der Innenverteidiger Anfang April auf den Rasen zurückkehren.
    Foto: Rene Schulz

    Marbella - Schön ist das nicht, wenn die Kollegen sich in diversen Trainingseinheiten und Testspielen auf die Rückrunde vorbereiten, während man selbst unter Anleitung des Reha-Trainers oder der Physiotherapeuten arbeiten muss. Doch Niko Bungert hat sich mit dieser Situation arrangiert. Ziemlich genau drei Monate, nachdem der Innenverteidiger des FSV Mainz 05 sich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, war er in den vergangenen Tagen schon glücklich, dass er überhaupt mit ins Trainingslager an die Costa del Sol fliegen konnte.

    "Die Aufbauarbeit ist im Grunde recht eintönig", sagte er. "Da ist das hier in Marbella mal eine schöne Abwechslung. Allein schon die Tatsache, dass man auch draußen etwas machen kann und die Sonne scheint."

    Nach der Diagnose fassungslos

    Sofern keine Komplikationen eintreten, hat der 26-Jährige die Hälfte der Zeit zwischen Verletzung und möglicher Rückkehr auf den Platz hinter sich. Bislang, das sagt auch Cheftrainer Thomas Tuchel, laufe alles nach Plan. Gleichwohl strebt Bungert es nicht zwingend an, vor der erwarteten Zeit wieder in der Bundesliga gegen den Ball zu treten. "Es steht absolut im Vordergrund, dass das Knie wieder so wird, wie es war. Ob ich zwei Wochen früher oder später einsatzfähig bin, ist sekundär."

    Das Unglück hatte sich am 6. Oktober vorigen Jahres im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf ereignet. Knapp 40 Minuten waren gespielt, als Bungert nach einem Flugkopfball im gegnerischen Strafraum auf dem Rasen liegenblieb. "Als es passierte, hatte ich ein ungutes Gefühl", erzählt er, "aber einen Kreuzbandriss habe ich mir eigentlich spektakulärer vorgestellt." Zumal er hinterher ja auch noch in der Lage gewesen sei, schmerzfrei zu gehen. Umso härter traf ihn die Diagnose. "Das kam völlig überraschend, das war schockierend. Ich war ein bisschen fassungslos."

    Für Bungert war dies eine ganz neue Erfahrung. In seiner bisherigen Karriere, bei Schalke 04, Kickers Offenbach und in den ersten vier Jahren am Bruchweg war der Abwehrspieler von Verletzungen verschont geblieben. "Irgendwie hatte ich gedacht, das ginge auch so weiter. Die Vorstellung, ein halbes Jahr lang nicht Fußball spielen zu können, hat mich sehr mitgenommen. Das war schlimm, ein halbes Jahr war so unglaublich weit weg."

    Als hätte das mentale Tief nicht gereicht, kamen auch noch die körperlichen Leiden hinzu. Nach der Operation bei Dr. Heinz-Jürgen Eichhorn in Straubing ("Da wird das Knie komplett auf links gedreht") klagte Bungert über starke Schmerzen; erst als die abgeklungen waren, ging es aufwärts. Und das zunächst sogar in großen Schritten. "Ich konnte dann relativ schnell wieder ohne Krücken gehen", erzählt er. Die Oberschenkelmuskulatur, die während der Phase, in der Bungert zur Untätigkeit verdammt war, arg gelitten hatte, baute sich wieder auf. "Dass die Fortschritte irgendwann geringer werden, ist normal. Man muss halt viel Geduld mitbringen und kontinuierlich dafür arbeiten."

    Täglich bis zu acht Stunden Reha

    Was Bungert ebenfalls half, war die Anteilnahme der Kollegen. "Es ist typisch für unsere Mannschaft, dass sich nach ein, zwei Tagen fast alle gemeldet und mir Glück gewünscht hatten", sagt er. "Diejenigen, die so etwas selbst schon erlebt hatten, waren am mitfühlendsten, die wussten ja, was ich durchmache und was auf mich zukommt."

    Inzwischen ist Bungerts Arbeitstag härter als der seiner im normalen Trainingsbetrieb steckenden Mannschaftskameraden. Anfangs war nur Physiotherapie angesagt, nach einem Monat begann das Aufbautraining. "Ich mache täglich sieben bis acht Stunden Reha", erzählt der Profi, "da bin ich abends platt."

    Selbstverständlich, räumt Bungert ein, ziehe es ihn mit jeder Faser seines Körpers zurück auf den Platz. Erst recht bei solchen Bedingungen, wie sie der 05-Kader an der andalusischen Küste hatte. Doch Reha-Trainer Axel Busenkell verfüge über genügend Erfahrung, um die Einheiten richtig zu dosieren. "Er kann objektiv einschätzen, wie weit ich bin, wie lange ich noch brauche, und er hält mich davon ab, es mit dem Training zu übertreiben."

    Als vor einigen Tagen die erste Laufeinheit anstand, habe sich das operierte Knie hinterher etwas gemeldet. "Auf so etwas müssen wir dann auch reagieren", sagt Niko Bungert. "Deshalb ist es wichtig, Leute zu haben, die wissen, wovon sie reden."

    Peter H. Eisenhuth

    Mainz 05
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