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    London

    Zweiter Frühling: Ex-Auswahlspieler Huth blüht auf

    Bei Bundestrainer Joachim Löw außen vor, in der englischen Premier League obenauf: Trotz seiner bislang besten Saison bei Stoke City kann der frühere Fußball-Nationalspieler Robert Huth von einer Nominierung für die DFB-Elf derzeit nur träumen.

    Vergangenheit
    Robert Huth stand 2006 im WM-Kader, eine erneute Nominierung erscheint aber trotz guter Leistung in England außer Reichweite.
    Foto: DPA

    Bereits acht Treffer erzielte der gebürtige Berliner in dieser Saison - das sind mehr als in seinen vorangegangenen acht Spielzeiten zusammen. Auf sein 20. Länderspiel wird der robuste Verteidiger aber wohl noch eine ganze Weile warten müssen.

    Huth hat seine Profikarriere als 17-Jähriger beim FC Chelsea begonnen, seine Ausbildung bis 2001 durchlief der Hüne beim 1. FC Union Berlin. Seine kompromisslose Spielweise brachte ihm den Spitznamen «Berliner Mauer» ein. Jürgen Klinsmann wurde früh auf ihn aufmerksam. Der damalige Nationaltrainer nominierte den Abwehrspieler überraschend bei seinem ersten Länderspiel im August 2004 in Österreich (3:0). Huth stand auch 2006 im Kader des WM-Dritten. Unter Klinsmanns damaligem Assistenten und Nachfolger Löw spielt er aber bis heute keine große Rolle.

    Dabei glänzt der 26-Jährige in dieser Saison durch Zuverlässigkeit und Treffsicherheit. Zwei seiner wuchtigen Kopfballtore hat er im Pokal erzielt. Dadurch half Huth mit, dass Stoke City zum vierten Mal nach 1899, 1971 und 1972 im Halbfinale des traditionsreichens FA-Cups steht. Gegner sind dort die Bolton Wanderers. «Er ist ein tapferer Kerl, ein Krieger», lobte ihn Trainer Tony Pulis unlängst. «Er bringt sich in die Positionen, von denen aus man treffen kann.»

    Mit nur zwei Toren mehr wäre Huth der treffsicherste Verteidiger in der Geschichte des 1863 gegründeten Clubs. Er könnte diese Saison sogar als bester Torschütze der «Potters» abschließen, denn Stürmer Kenwyne Jones traf bislang erst siebenmal.

    Huth, der in den vergangenen Jahren von Verletzungen geplagt wurde, hat sich in der Premier League wieder nach oben gekämpft. Nach den vielversprechenden Anfängen bei Chelsea unter Claudio Ranieri gab ihm Nachfolger José Mourinho nur noch wenige Einsatzchancen. Deshalb wechselte Huth 2005 zum FC Middlesbrough. Nach dem Abstieg mit «Boro» 2009 zog es ihn zu Stoke, das 2008 zum ersten Mal seit 23 Jahren wieder erstklassig geworden war. Mit fünf Millionen Pfund - nach aktuellem Kurs umgerechnet rund 5,7 Millionen Euro - war der Deutsche damals der teuerste Transfer des Vereins.

    Stoke hat sich als Zehnter im Tabellenmittelfeld der Premier League etabliert. Huth & Co. schlugen im vergangenen Oktober sogar den kriselnden Rekordmeister FC Liverpool, im November trotzte der Verein dem Millionenensemble von Manchester City ein Remis ab. Huth spielte natürlich - der deutsche Nationalverteidiger Jerome Boateng saß bei Manchester auf der Bank. Vor wenigen Wochen kamen Gerüchte auf, wonach Liverpool Interesse an einer Verpflichtung habe. Doch Huth winkte resolut ab. «Ich bin sehr zufrieden hier», sagte er.

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