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Barcelona

Messi, Xavi, Puyol: Barça bildet Stars selbst aus

dpa

Sollte jemals ein Verein die Spieler Messi, Xavi und Iniesta kaufen wollen, müsste er für sie weit mehr als 200 Millionen Euro bieten. Der FC Barcelona dagegen hat für sie keinen Cent Ablöse gezahlt.

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Die Barca-Spieler Carles Puyol (r), Xavi (m) und Lionel Messi werden 2008 mit dem FIFPro Award geehrt.

Der Champions-League-Gegner des VfB Stuttgart bildet seine Stars meist selbst aus, und das in großer Kontinuität und mit noch mehr Erfolg. In Barças erster Elf gegen den VfB werden im Achtelfinal-Rückspiel acht Spieler erwartet, die aus der eigenen Nachwuchs-Akademie «La Masia» stammen. Mit Messi, Xavi und Iniesta landeten drei von ihnen bei der Wahl zum «Weltfußballer des Jahres 2009» unter den ersten Fünf.

Die Jugendarbeit ist «unser Faustpfand», sagt Barcelonas Kapitän Carles Puyol. Auch er ist in «La Masia» groß geworden. Weltfußballer Lionel Messi kam mit 13 Jahren dorthin, er hatte eine Wachstums-Störung damals, und das einzige, was Barça am Anfang für ihn zahlte, waren die monatlichen Kosten für eine Hormontherapie und ein Gehalt von rund 600 Euro. Eine gute Investition: Nach seinen drei Toren gegen Valencia nannte Präsident Joan Laporta den kleinen Argentinier «ein Genie». Trainer Josep Guardiola fördert die eigenen Talente noch mehr als seine Vorgänger, weil er früher selbst alle Jugendteams des Clubs durchlief. Damit folgen die Katalanen einer völlig anderen Philosophie als kaufwütige Vereine wie Chelsea oder Inter Mailand.

Auch Real Madrid hat eine exzellente Nachwuchs-Abteilung. Bis auf Ausnahmen wie Raul gibt Barças Erzrivale seine Talente aber lieber an Clubs aus der unteren Tabellenhälfte ab und geht dann in anderen Ländern auf teure Einkaufstour. «Ronaldo und Kaka sind zwar tolle Spieler», sagt Puyol über Reals 160-Millionen-Euro-Transfers. «Aber wir haben unsere Ausbildungsstätte. So haben wir 2009 das Triple aus Champions League, spanischer Meisterschaft und Club-WM geholt.»

Barcelonas Jugendarbeit hat deshalb so viel Erfolg, weil sie einer Leitidee folgt. In «La Masia» lernt jedes Kind, genauso offensiv zu spielen und zu denken wie die Profis. «Bis sie 16 sind, gehen sie bei uns kein einziges Mal in den Kraftraum. Sie machen keinen Dauerlauf und kein Zirkeltraining», erklärt Jugendkoordinator Albert Benaiges. Beim FC Barcelona dreht sich alles um den Ball. Für Xavi sind die eigenen Talente «unersetzlich, denn sie lernen von klein auf, wie wichtig Ballbesitz und Kurzpassspiel sind». Ein gutes Beispiel dafür ist Gerard Piqué. Er ging mit 17 zu Manchester United, kam 2008 zu Barça zurück und galt nur als Ergänzungsspieler, von dem niemand viel erwartete. Der Verteidiger fügte sich aber so schnell ins Team ein, als wäre er nie weggewesen. Er hat Barças Spiel einfach im Blut.

Wer «La Masia» durchlaufen hat, ist in der Regel für alles gewappnet im Fußball. Bei Cesc Fabregas passte der Club zwar ausnahmsweise nicht auf, aber er wurde auch beim FC Arsenal zum Star. Bei Sergio Busquets dauerte es nur ein halbes Jahr, bis er nach seinem ersten Profieinsatz auch im Nationalteam debütierte. Der FC Barcelona schult nicht nur das Passspiel und die Technik, sondern auch Tugenden wie Demut und Respekt. Nach dem Champions-League-Sieg 2009 bekam jeder Spieler ein Auto des Clubsponsors. Xavi wirkte auf seine Kollegen ein, sich ein kleineres Modell zu bestellen und keine Nobelkarosse. Diese Bescheidenheit hat er in «La Masia» gelernt.

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