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    Paris

    Keine EM-Spiele 2016 in Straßburg: «Kein Geld»

    Straßburg wird keine Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich ausrichten. Die Hauptstadt der Region Elsass und des Departements Bas-Rhin zog ihre Kandidatur als einer der neun Austragungsorte zurück.

    Die Gründe seien finanzieller Art, so dass die Entscheidung «mit Bedauern, aber auch mit Verantwortung» getroffen werde, teilten Oberbürgermeister Roland Ries und der Präsident der Stadtgemeinschaft, Jacques Bigot, in einem gemeinsamen Kommuniqué mit, das auf der Homepage der Stadt veröffentlicht wurde.

    Die 130 Millionen Euro zum Umbau des Meinau-Stadions könnten die Steuerzahler von Straßburg allein nicht tragen, hieß es in der Begründung. Die französische Zentralregierung in Paris habe auf einen Vorschlag der Stadt, 10 bis 35 Prozent der Kosten zu übernehmen, nicht reagiert. Ein harter Schlag für den Sitz des Europaparlaments, der mit 270 000 Einwohnern in der Reihe der größten Städte Frankreichs auf Platz sieben rangiert. Vor Straßburg hatten bereits Nantes und Rennes ihre EM-Bewerbungen zurückgezogen.

    Eine Rolle beim Verzicht der Elsässer spielte auch die äußerst schlechte Situation des heimischen Fußball-Clubs Racing Club de Strasbourg. Der Verein, wie die französische Nationalelf «Les Bleus» genannt, stieg in der abgelaufenen Saison als Tabellen-19. der zweiten Liga in die National ab und wird erstmals in der Geschichte drittklassig spielen. Außerdem macht der Club schlimme finanzielle Probleme durch, sogar der Konkurs drohte zwischenzeitlich.

    Nach dem «Aus» für Straßburg sind noch elf Städte im Rennen. Die meisten für das Turnier vorgesehenen Arenen stehen schon bereit. Neue Stadien sollen nur in Bordeaux, Lyon, Lille und Nizza gebaut werden. Das Endspiel soll im modernen Stade de France (76 474 Zuschauer) über die Bühne gehen. Insgesamt sind Investitionen von 1,7 Milliarden Euro vorgesehen.

    Von der EM unter dem Motto «Fußball, wie wir ihn lieben» erhofft sich Frankreich Impulse für den heimischen Fußball. «Unsere Stadien sind ja total veraltet, wir werden endlich einen modernen Fußball sehen, der ganzen Familien mit Kindern den Besuch von Spielen gestatten wird», sagte der bekannte TV-Journalist Thierry Roland.

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