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Neapel

Etappensieg für Moggi im Manipulations-Prozess

dpa

Juventus Turins Ex-Manager Luciano Moggi hat im Prozess um Manipulationen in der italienischen Fußball-Liga einen Etappensieg errungen. Richterin Teresa Casoria lies die von Moggis Anwälten in Neapel geforderte Aufnahme von 75 weiteren Telefonmitschnitten in den Prozess zu.

Prozess
Luciano Moggi verfolgt in Neapel im Gerichtssaal die Verhandlung.

Damit wird auch der italienische Meister und Champions League-Halbfinalist Inter Mailand in den Prozess hineingezogen. Die Vorsitzende forderte die Verteidiger des wegen Sportbetrugs und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagten Moggi auf, das Material bis zur nächsten Sitzung vorzubereiten. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung der Abhörprotokolle als Beweismittel vertagte die Richterin.

Prozessbeobachter gehen jedoch davon aus, dass Moggis Anwälte mit ihrer Strategie Erfolg haben werden, zumal Staatsanwalt Giuseppe Narducci keine Einwände äußerte: «Die Mitschnitte können protokolliert werden, dann prüfen wir sie», sagte Narducci.

Die Richterin hatte zuvor selbst auf ihre Aussage von vor einem Jahr verwiesen, wonach sie es der Verteidigung freistelle, weitere Telefonmitschnitte in den Prozess einzubringen. Insgesamt waren zwischen November 2004 und Mai 2005 171 000 Telefongespräche in der Fußball-Szene abgehört worden.

Die von Moggis Verteidiger vorgelegten Gespräche von Inter-Besitzer Massimo Moratti und des damaligen Inter-Präsidenten Giacinto Facchetti mit Schiedsrichter-Chef Paolo Bergamo waren bislang nicht berücksichtigt worden.

Die Anwälte wollen damit beweisen, dass nicht nur Moggi und die übrigen Angeklagten Vereinsfunktionäre mit den Schiedsrichter-Koordinatoren regelmäßig telefoniert haben. Wie die italienische Sportzeitung «Tuttosport» berichtete, sollen elf Clubs betroffen sein: Darunter neben Inter und dem AC Mailand auch Serie A-Tabellenführer AS Rom, der FC Bologna, Cagliari Calcio, US Palermo, Udinese Calcio und der jetzige Zweitligist Reggina Calcio.

Moggi bestreitet, die Liga durch seinen Einfluss auf die Referees manipuliert zu haben. «Heute aber sprechen nur meine Anwälte», sagte Moggi beim Betreten des Gerichtes, vor dem einige Juve-Fans protestierten. 2006 war Moggi vom Sportgericht des italienischen Fußballverbands dennoch zu einem fünfjährigen Berufsverbot und Juve zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt worden. Den Turinern war der Meistertitel 2006 aberkannt und Inter zugesprochen worden.

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