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    Paris

    Comeback als Bittgang: WM-Sünder Ribéry gefordert

    Franck Ribéry tritt den Gang nach Canossa an. Wenn der Bayern-Star neun Monate nach dem WM-Fiasko sein umstrittenes Comeback in Frankreichs Nationalteam feiert, kommt es für ihn in Luxemburg nicht nur zu einem einfachen EM-Qualifikationsspiel, sondern zu einem fußballerischen Bittgang.

    Comeback
    Franck Ribéry (l) und Patrice Evra stehen für das EM-Qualifikationsspiel gegen Luxemburg wieder im Frankreich-Kader.
    Foto: DPA

    Neben Ribéry will sich auch Weltmeisterschafts-Kapitän Patrice Evra (Manchester United) von den Sünden von Südafrika reinwaschen und die vorwiegend skeptischen französischen Fans wieder auf seine Seite bringen. Nationaltrainer Laurent Blanc hat die beiden Superstars vorab gewarnt. «Die beiden haben keinen Status, den müssen sie sich wieder verdienen», erklärte der Coach.

    Leicht wird es für Evra und Ribéry, die als Hauptanführer des Trainingsboykotts der «Équipe tricolore» im südafrikanischen Knysna gelten, auf keinen Fall. Die Leser mehrerer französischer Zeitungen sprachen sich in Umfragen klar gegen ihren Einsatz von Anfang an in Luxemburg aus. Mehr als 70 Prozent antworteten mit «Ja» auf die Frage der Zeitung «Le Parisien», ob sie «schockiert» sein würden, wenn Ribéry und ManU-Profi Evra von Anfang an auflaufen sollten. «Die beiden genießen überhaupt keinen Kredit, tragen eine schwere Last», sagte der früher Nationalspieler und heutige Radiokommentator Jean-Michel Larque.

    Nicht nur für Ribéry und Evra, auch für Blanc steht einiges auf dem Spiel: Sportministerin Chantal Jouanno hatte eine Nominierung des Duos als inakzeptabel zurückgewiesen. Und auch das französische Idol Michel Platini hatte eine lebenslange Sperre für die, so der UEFA-Präsident, «Nieten» der WM befürwortet. Nun muss Blanc der Politik, den Fans und nicht zuletzt auch der ohne Ribéry mit fünf Siegen in Serie sehr erfolgreichen Mannschaft zeigen, dass er mit der Berufung richtig liegt. «Blanc hatte ein echte Gruppe gefunden und hat da jetzt sicher ein Problem», meinte der frühere Nationalspieler und heutige Trainer Luis Fernandez im Radiosender «RMC».

    Ribéry hat in den ersten Trainingseinheiten in Clairefontaine bei Paris überzeugt und auch schüchternen Beifall von den wenigen Fans geerntet. Doch mit seinem Entschuldigungsversuch, dem ersten seit dem WM-Fiasko, kam der 27 Jahre alte Flügelflitzer weniger gut an, weil er die Medien und auch Teamkollege Yoann Gourcuff kritisierte. «Das war ein großer Fehler», meinte unter anderem der frühere Nationalspieler Eric Di Meco. Seiner Ansicht nach wird vor allem das Testspiel gegen Kroatien im Stade de France vier Tage nach dem Luxemburg-Duell die wirkliche Bewährungsprobe für Ribéry sein.

    Ribéry will «alles vergessen machen», wie er ankündigte. Er habe «einen schlechten Weg eingeschlagen», habe «Menschen verletzt, Menschen, die mir sehr am Herzen liegen. Andere habe ich enttäuscht, ja sogar schockiert», räumte er ein. Auch Evra will «kein Problem, sondern eine Lösung sein». Beide werden wohl im Stamm dabei sein.

    Laut Medien will Blanc seine Schützlinge gegen den Außenseiter Luxemburg offensiv einstellen und hinter der Sturmspitze Karim Benzema von Real Madrid ein «magisches Viereck» mit Ribéry, Gourcuff, Samir Nasri und Florent Malouda aufbieten.

    Blanc hat den Weltmeister von 1998 sportlich wieder auf Vordermann gebracht, unter anderem mit Prestigeerfolgen gegen England und Rekordweltmeister Brasilien. Nun sollen auch noch die WM-Verlierer wieder integriert und die verärgerten Fans überzeugt werden. In Online-Foren äußern sich einige Fans ablehnend: «Wenn sie (Ribéry und Evra) Stammspieler sind, werden wir (die Mannschaft) boykottieren.»

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