Champions League

Traumfinale: Wolfsburgerinnen wollen diesmal den „Pott“

Wenn es in den zurückliegenden Jahren zum Gipfeltreffen zwischen Wolfsburg und Lyon kam, hatten immer die Französinnen das bessere Ende. Im Champions-League-Finale am Sonntag sieht sich der VfL diesmal aber nicht chancenlos.

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VfL Wolfsburg
Pia-Sophie Wolter und die Wolfsburgerinnen sind heiß auf den Champions-League-Titel.
Foto: Gabriel Bouys/Pool AFP/AP/dpa

San Sebastian (dpa) – Eine Hand haben sie am „Pott“. Genau wie 2016 und 2018, als die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg gegen das Team von Olympique Lyon im Finale der Champions League standen. Und verloren. Und wie 2013. Da gewann man gegen die Französinnen. So soll es am Sonntag wieder sein.

Im erhofften und auch erwarteten Traumfinale zwischen dem VfL und Lyon in San Sebastian (20.00 Uhr/Sport 1) treffen wieder einmal die beiden besten Teams Europas aufeinander. Und die Chancen, dass diesmal der deutsche Meister feiern kann, sind besser als bei den zurückliegenden Finals.

„Wir glauben daran, dass Lyon zu schlagen ist“, sagt VfL-Trainer Stephan Lerch. Und macht es an verschiedenen Dingen fest. Da wäre die Konstanz, mit der sein Team die abgelaufene Saison gespielt hat. Ungeschlagen blieben die Wölfinnen. „Das ist etwas fürs Selbstbewusstsein“, sagt Lerch. Die letzte Pflichtspielniederlage ereilte den VfL beim 2:4 gegen Lyon im Champions-League-Viertelfinale der vergangenen Saison.

Auch mental sei sein Team gereift. „Wir hatten das Glück oder auch das Pech, zuletzt öfter gegen sie gespielt und sie beobachtet zu haben. Da konnten meine Spielerinnen viel lernen und sich abschauen. Wie viel das ist, werden wir am Sonntag sehen“, bemerkt der Trainer.

Und dann wäre noch das so glücklich und knapp gewonnene Halbfinale gegen den FC Barcelona (1:0). „Wir haben das sehr intensiv aufgearbeitet. Die Spielerinnen waren sehr selbstkritisch. Jede weiß, dass sie sich steigern muss, die Sinne sind jetzt wieder geschärft“, sagt Lerch. Die Routine, gegen solch schwere Gegner zu spielen, hatte seinem Team gefehlt. „Wir haben solche Spiele in der Saison sehr selten, man kann das auch im Training nicht simulieren. Wir werden in der Bundesliga selten gestresst, spielen da meist gegen destruktiv ausgerichtete Mannschaften“, begründet Lerch den fast ängstlichen Auftritt gegen Barcelona, das mittlerweile zu den Top-4-Teams in Europa gehört. Das man aber trotzdem bezwungen hat.

Und schließlich könnte die Außenseiterrolle einiges bewegen. „Vom Kopf her kann es schon eine Rolle spielen, Herausforderer zu sein“, sagt Lerch, betont aber gleichzeitig, dass es Lyon um die deutsche Nationalspielerin Dzsenifer Maroszan völlig egal sein dürfte, ob es die Favoritenbürde trägt. Der zuletzt viermal in Serie erfolgreiche Champion könne damit umgehen, kennt es aus den Finals der zurückliegenden Jahre in Frankreich und Europa.

Schlagbar ist Lyon in diesem Jahr allemal. Das verletzungsbedingte Fehlen der besten Angreiferin Ada Hegerberg hat den Spielstil von Olympique verändert. Meint jedenfalls Nationalmannschaftskapitänin Alexandra Popp. „Das Spiel ist auf sie ausgerichtet. Man merkt, dass sie fehlt“, sagt Popp. Lerch will davon aber nicht viel wissen: „Lyon ist auf jeder Position doppelt bis dreifach gleichstark besetzt. Das Fehlen von Hegerberg und auch der gesperrten Nikita Parris sollte kein großer Vorteil für uns sein.“

Und dennoch: „Mein Gefühl sagt mir, dass wir uns auf Sonntag freuen können. Wenn wir unser Spiel durchbringen, ist einiges möglich“, sagt der zum Ende der kommenden Saison als VfL-Trainer scheidende Lerch optimistisch. Der Champions-League-Titel fehlt eben noch in seiner beeindruckenden VfL-Vita.

© dpa-infocom, dpa:200828-99-344399/2

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