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Krakau

Tschechiens Jiracek und Pilar ohne Angst vor Portugal

dpa

Felix Magath kann die Fußball-EM richtig genießen. Was der Trainer des VfL Wolfsburg von seinen Spielern zu sehen bekommt, macht Lust auf die nächste Bundesliga-Saison. Vor allem die Tschechen Petr Jiracek und Vaclav Pilar sorgen mit ihrem Team für Furore.

Furchtlos
Petr Jiracek (r) und Vaclav Pilar wollen auch gegen Portugal wieder jubeln.
Foto: Gerry Penny – DPA

Die Wolfsburger-Flügelzange will nach Gastgeber Polen nun im Viertelfinale auch die Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo in die Mangel nehmen. Angst vor der Fußball-Diva von Real Madrid haben die Tschechen nicht. «Messi ist besser», sagte Pilar vor dem Duell in Warschau keck. «Hut ab vor Ronaldo, der langfristig auf diesem Niveau wahnsinnig gut spielt, aber Messi gefällt mir noch mehr», sagte der 23-Jährige, der vom tschechischen Spitzenclub Viktoria Pilsen zu den «Wölfen» wechselt.

In der Heimat wird er bereits mit dem argentinischen Wunderknaben verglichen. Als der «tschechische Messi» in der Champions League mit Pilsen auf das Original vom FC Barcelona traf, zeigte sich danach auch Barcelonas Trainer Pep Guardiola angetan von der Explosivität und Torgefährlichkeit Pilars.

Durch seine beiden Treffer in der EM-Vorrunde ist der Marktwert des nur 1,70 Meter großen Fußball-Zwerges deutlich gestiegen. Einige Experten fragten Pilar daher bereits, ob er sich nicht zu früh für Wolfsburg entschieden habe. Schließlich könnte er nach den Auftritten in Polen sicher auch zu einem internationalem Spitzenclub wechseln. Doch der Turbodribbler wiegelte ab. «Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Der VfL ist eine Supermannschaft für mich», meinte Pilar. «Es ist am wichtigsten, dass sie mich wollen, deswegen habe ich mich für die Wölfe entschieden.»

In der Tat hat Magath bereits seit langem ein Auge auf Pilar geworfen. Schon im Winter hätte der Wolfsburger Macher den Mittelfeldspieler gerne nach Niedersachsen geholt. Doch die komplizierte Situation um Pilars Vertragsrechte verhinderte einen vorzeitigen Wechsel. Jetzt kommt Pilar im Sommer und trifft in Jiracek einen alten Bekannten aus dem Nationalteam. «Das wird mir helfen», sagte Pilar.

Jiracek kam im Winter ebenfalls aus Pilsen in die VW-Stadt und bestritt in der Rückrunde 13 Partien für die Grün-Weißen. Magath setzte den 26-Jährigen meist im defensiven Mittelfeld ein, wo der Lockenkopf auch im ersten EM-Spiel gegen Russland begann. Doch nach dem ernüchternden 1:4 der Tschechen stellte Nationalcoach Michal Bilek um und versetzte Jiracek auf den rechten Flügel. Die Wolfsburger Flügelzange war geboren und führte die Tschechen mit ihren Treffern gegen Griechenland und Polen ins Viertelfinale.

Nach der Partie gegen Polen wurde Jiracek zum Spieler des Spiels gekürt. «Er war das Herz seines Teams. Er gab seinem Team die Energie», lobte der ehemalige französische Weltmeister Patrick Vieira. Jiracek nahm die Ehrung schüchtern entgegen, wie er in der Öffentlichkeit sowieso wenig spricht.

Seine Landsleute verglichen ihn nach seinen starken EM-Leistungen bereits mit dem tschechischen Fußball-Idol Pavel Nedved. «Das ist natürlich eine Ehre, aber ich denke, dass Pavel Nedved viel besser war, als ich», sagte Jiracek bescheiden. Aus Wolfsburg gab es ebenfalls viel Lob. «Natürlich bereiten mir ihre Auftritt große Freude», sagte Magath der «Wolfsburger Allgemeine Zeitung».

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