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Danzig

Navas schießt schwache Spanier zum Gruppensieg

dpa

Spaniens Kurzpass-Künstler haben mit einem Kraftakt den Vorrundensieg bei der Fußball-Europameisterschaft perfekt gemacht. Durch einen Treffer von Joker Jesus Navas in der 88. Minute gewann der Titelverteidiger in Danzig trotz enttäuschender Leistung noch mit 1:0 (0:0) gegen Kroatien.

Torjubel
Die Spanier bejubeln das Tor von Jesus Navas zum 1:0 für Spanien.
Foto: Andreas Gebert – DPA

Die Spanier zogen damit als Gewinner der Gruppe C vor Italien ins Viertelfinale ein. «Wir können sehr zufrieden sein. Es war schwer für uns, ins Spiel zu kommen, aber am Ende war der Sieg verdient», zog Matchwinner Navas Bilanz.

Entscheidung
Jesus Navas netzt zum 1:0 ein.
Foto: Jens Wolf – DPA

Den Kroaten nutzte der engagierte Auftritt vor 39 076 Zuschauern nichts mehr. Sie verpassten ihre dritte Teilnahme an einem EM-Viertelfinale und müssen als Gruppen-Dritter die Koffer packen. «Das war überflüssig. Ich denke, dass wir ein gutes Spiel abgeliefert haben. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren», konstatierte der frühere Schalker Ivan Rakitic, der in der 59. Minute bei der besten kroatischen Chance an Keeper Iker Casillas gescheitert war.

Zweikampf
Kroatiens Luca Modric (r) und der Spanier Sergio Ramos versuchen an den Ball zu kommen.
Foto: Oliver Weiken – DPA

Bundesliga-Schiedsrichter Wolfgang Stark unterlief bei seinem zweiten Turnier-Einsatz nur ein Fehler, als er ein Foul von Sergio Ramos am Wolfsburger Mario Mandzukic nicht mit Strafstoß ahndete. Trotz aller Appelle benahmen sich einige kroatische Fans auch im dritten Gruppenspiel daneben. Wegen Abbrennens von Pyrotechnik dürfte dem Verband erneut eine empfindliche Strafe durch die UEFA drohen.

Regungslos
Scheinbar ungerührt verfolgt Spaniens Trainer Vicente Del Bosque das Spiel
Foto: Andreas Gebert – DPA

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw traten die Spanier vier Tage nach dem Torfestival gegen Irland vor 39 076 Zuschauern nicht wie ein Titelaspirant auf und standen sogar am Rande des K.o. Der Welt- und Europameister spielte lange Zeit ohne Tempo und leistete sich im Aufbau viele Ballverluste. Außerdem kamen die Iberer gegen eine defensiv gut organisierte kroatische Mannschaft nur selten dazu, ihr gefürchtetes Kombinationsspiel aufzuziehen. Das Team von Slaven Bilic störte den Gegner früh und schaffte es, die spanische Angriffsmaschine die meiste Zeit vom eigenen Tor fernzuhalten. Im Spiel nach vorne blieb die Balkan-Elf lange Zeit vieles schuldig.

Attacke
Kroatiens Ivan Strinic (r) versucht dem Spanier David Silva den Ball abzunehmen.
Foto: Jens Wolf – DPA

Dem Gerede um eine mögliche Ergebnisabsprache zum Nachteil des Gruppenrivalen Italien traten beide Teams auf dem Rasen mit Einsatzfreude und Leidenschaft entgegen. Dennoch dauerte es bis zur 23. Minute, ehe sich Vicente Del Bosques Elf die erste Chance herausspielen konnte. Fernando Torres, der sich mit seinem Doppelpack gegen die Iren einen Stammplatz im Team gesichert hatte, setzte sich auf der linken Seite durch und prüfte Stipe Pletikosa aus spitzem Winkel – Kroatiens Keeper klärte per Fußabwehr. Auf der anderen Seite zog sich Referee Stark den Unmut der Kroaten zu, als er nach einem harten Einsteigen von Ramos am dreifachen Turnier-Torschützen Mandzukic nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte (27.).

Rückhalt
Iker Casillas hat einige Torschüsse der Kroaten halten können.
Foto: Marcus Brandt – DPA

Auch im zweiten Durchgang vermochten die Ballkünstler Andres Iniesta und Xavi dem Spiel ihrer Mannschaft nicht die erhofften Impulse zu geben. Die Kroaten machten oft mit fünf, sechs Mann die Räume so eng, dass selbst die sonst so passsicheren Spanier kaum Lücken fanden. Immer nervöser lief Bilic am Spielfeldrand auf und ab.

Am Ball
Der Spanier Andreas Iniesta hat sich in den Ballbesitz gebracht.
Foto: Marcus Brandt – DPA

Sein Gegenüber Del Bosque reagierte auf das zunehmend kopflose Spiel und ersetzte Torres nach einer Stunde durch Navas, doch die Kroaten blieben das gefährlichere Team. Elf Minuten vor dem Ende hielt Casillas mit seiner Parade gegen den Dortmunder Ivan Perisic das zu Null fest. Dann sorgte Navas doch noch für die Erlösung.

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