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Kiew

Ibrahimovic bestraft Franzosen – 2:0 für Schweden

dpa

Ein Traumtor von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic hat die Franzosen bei der Fußball-EM den Gruppensieg gekostet und Franck Ribéry und Co. ein Viertelfinale gegen Titelverteidiger Spanien eingebrockt.

Matchwinner
Zlatan Ibrahimovic (M) sorgte dafür, dass Schweden doch noch mit einem Sieg nach Hause fährt.
Foto: Srdjan Suki – DPA

Abschluss
Aus der Luft erzielte der Schweden-Star das Führungstor.
Foto: Georgi Licovski – DPA

Der maßlos enttäuschende Geheimfavorit verlor nach dem Seitfallzieher von Ibrahimovic in der 54. Minute und dem Abstauber von Sebastian Larsson in der Nachspielzeit 0:2 (0:0) gegen die bereits vorzeitig gescheiterten Schweden. Die Skandinavier belohnten sich in Kiew damit für ihren tollen Einsatz.

Getroffen
Ganz locker jubelt Ibrahimovic (l) im Anschluss über sein Kunststück.
Foto: Thomas Eisenhuth – DPA

«Ein großer Spieler hat den Unterschied gemacht. Heute hat eine durchschnittliche Leistung genügt, um Frankreich zu schlagen», sagte der enttäuschte Trainer Laurent Blanc. Ibrahimovic meinte angesichts der schwedischen Leistung: «Es tut sehr weh, jetzt nach Hause fahren zu müssen. Wir wissen jetzt aber, dass wir gegen die besten Mannschaften der Welt gewinnen können, wenn wir so spielen wie heute.» Trainer Erik Hamrén unterstrich: «Wir waren voll motiviert und wollten mit allem Einsatz spielen – auch mit Respekt vor den anderen Mannschaften in der Gruppe.»

Luftsprung
Sebastian Larsson machte in der Nachspielzeit mit dem 2:0 den Sieg perfekt.
Foto: Sergey Dolzhenko – DPA

Ribéry meinte zerknirscht: «Wir sind traurig, wir haben gedacht, es wird heute einfach. Wir hätten mehr Motivation gebraucht.» Mit Blick auf das Viertelfinale sagte er: «Spanien wird sehr schwer. Wir müssen vergessen, was heute passiert ist und darüber innerhalb der Mannschaft sprechen.»

Verloren
Franck Ribéry ist die Enttäuschung über die Niederlage deutlich anzusehen.
Foto: Georgi Licovski – DPA

Frankreich war vier Tage vor dem K.o.-Spiel gegen Spanien in Donezk weit davon entfernt, wie ein Titelkandidat aufzutrumpfen und unterlag erstmals nach 23 Länderspielen ohne Niederlage. Zuletzt hatte es am 3. September 2010 gegen Weißrussland mit 0:1 eine Pleite für den Europameister von 1984 und 2000 gegeben. Dennoch überstand Frankreich erstmals seit der WM 2006 wieder die Vorrunde bei einem großen Turnier.

Gruppenzweiter
Frankreichs Trainer Laurent Blanc muss seine Männer nun auf ein Viertelfinale gegen Spanien vorbereiten.
Foto: Sergey Dolzhenko – DPA

«Wir wollten gewinnen, haben aber kein Mittel gefunden. Wir hatten Mühe, physisch mit den Schweden mitzuhalten», sagte Torwart Hugo Lloris und räumte mit Blick auf das Viertelfinale ein: «Die Spanier treten als Favoriten an.» Fehlen wird dann der gesperrte Innenverteidiger Philippe Mexès.

Umkurvt
Der Schwede Ola Toivonen umkurvt Frankreichs Torwart Hugo Lloris.
Foto: Georgi Licovski – DPA

Den Franzosen war anzumerken, dass sie nicht unbedingt gewinnen mussten – entsprechend niedrig waren lange Zeit das Tempo und die Konzentration auch in der Defensive. Ola Toivonen hatte früh die Führung für die Schweden vor Augen. Der Stürmer war schon an Torwart Lloris vorbei, schob den Ball aus spitzem Winkel aber nur an den Außenpfosten (10.).

Verfehlt
Aber Toivonen rutscht ab und verfehlt das Tor knapp.
Foto: Fehim Demir – DPA

Zwei Minuten zuvor vergab der engagierte Ribéry die beste Chance der Franzosen in der ersten Hälfte. Der Bayern-Profi scheiterte nach Fehler von Andreas Granqvist an Torhüter Andreas Isaksson. Coach Blanc schonte entgegen seiner Ankündigung in Yohan Cabaye und Jérémy Menez ausgerechnet die beiden Torschützen vom 2:0 gegen die Ukraine. Menez war bereits mit einer Gelben Karte vorbelastet und sollte wohl keine Sperre riskieren. Er kam dann aber noch in der zweiten Hälfte.

Torschuss
Der Franzose Karim Benzema zieht einfach mal ab – aber ohne Erfolg.
Foto: Thomas Eisenhuth – DPA

Auch nach zwei Niederlagen unterstützen rund 10 000 schwedische Fans unter den 63 010 Zuschauern ihre engagierte Mannschaft. Nur Ibrahimovic trat in der ersten Hälfte kaum in Erscheinung. Doch nach Chancen für Karim Benzema (51.) und Larsson (53.) kam sein großer Moment: Eine Larsson-Flanke von der rechten Seite nahm Ibrahimovic aus 14 Metern direkt mit rechts und traf in der Luft liegend ins untere Eck.

Laufstark
Samir Nasri (l) ist zu schnell für Anders Svensson.
Foto: Thomas Eisenhuth – DPA

Danach gab es weitere Chancen: Der zur Pause eingewechselte Christian Wilhelmsson scheiterte nach Zuspiel von Ibrahimovic ebenso an Schlussmann Lloris (57.) wie Olof Mellberg (58.) nach dem anschließenden Eckball. Erst jetzt wachten die Franzosen auf: Samir Nasri schoss knapp vorbei (64.), Yann M'Vila (71.) und Menez (82.) konnten Isaksson nicht überwinden. Der eingewechselte Olivier Giroud köpfte über die Latte (83.) – Larsson traf dagegen ins Netz.

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