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Donezk

Frankreich fürchtet keine Katastrophe von Kiew

dpa

Scheitern verboten! Trotz eines wütenden Zlatan Ibrahimovic als Gegner verschwendet Frankreich keinen Gedanken an eine mögliche EM-Katastrophe von Kiew.

Feurig
Franck Ribéry denkt nicht ans Ausscheiden.
Foto: Robert Ghement – DPA

Vor dem Abflug zum Showdown mit Schweden vergnügten sich Franck Ribéry und Co. nach einem Wochenend-Barbecue unter freiem Himmel auch noch beim Bowling und Pool-Billard im Donezker Vier-Sterne-Hotel Victoria.

Die lockere Einstimmung auf die Partie am Dienstag scheint angemessen. Schon eine knappe Niederlage würde der seit 23 Partien ungeschlagenen Équipe Tricolore für den ersten Sprung in ein Viertelfinale seit der WM 2006 genügen.

Nicht nur Ribéry will zu Beginn der K.o.-Runde dem schwersten Kontrahenten aus dem Weg gehen. «Wir müssen uns konzentriert vorbereiten, um zu gewinnen. Wir wollen die Gruppe als Erster beenden», betonte der Bayern-Star in einem TV-Interview mit TF1.

Die Schweden haben ihrerseits die frühe Heimreise vom Turnier aus Polen und der Ukraine bereits fix gebucht. Doch zumindest Ibrahimovic gibt für den Abschied noch ein Ziel aus. «Es geht um die Ehre. Ich möchte nicht punktlos nach Stockholm zurückkehren», kündigte der Superstar an, «ich bin wütend über das Ausscheiden und motivierter denn je.»

Auch wenn Ibrahimovic bislang mit einem Treffer zum Auftakt und einem mittelmäßigen zweiten Auftritt eher enttäuschte, nötigt der hünenhafte Kapitän immer noch Respekt ab. «Sie haben da einen großartigen Spieler, er heißt Ibra», scherzte Laurent Blanc auf die Frage nach dem wichtigsten schwedischen Akteur, «wir müssen ihn genau im Auge behalten, weil er jederzeit zum Solo ansetzen kann.» Auch Mittelfeldspieler Yann M'Vila sprach voller Ehrfurcht über den 30 Jahre alten Fußball-Beau vom AC Mailand: «Er ist einer der besten Spieler der Welt.»

Zu den stärksten Mannschaften Europas zählte Frankreich seit längerem nicht mehr. Damit die Wiederherstellung der guten Reputation nach dem schmachvollen WM-Aus von 2010 mit einem Trainingsboykott nicht auf halbem Wege scheitert, darf unter keinen Umständen ein erneutes skandinavisches Fiasko wie 1992 in Schweden passieren.

Dem Team des Trainers Michel Platini – mit Blanc in der Abwehr – hätte schon ein Unentschieden gegen Dänemark für das Überstehen der Gruppenphase gereicht. Der spätere Europameister schockte Frankreich jedoch mit einem 2:1. «Kein Gas, keine Ideen», erinnerte das Fachblatt «France Football» die heutige Generation bereits mahnend an das damalige Aus.

Den nötigen Schwung haben die französischen Offensivwirbler um Ribéry in der Ukraine unter Beweis gestellt – einzig Stürmer Karim Benzema grämte sich bislang angesichts seiner Torlosigkeit. «Er spielt auch für die Mannschaft, er verteidigt, er attackiert, er bewegt sich viel», meinte Ribéry schützend und erläuterte den Plan für das Spiel gegen Schweden, «wir versuchen ihn einzubeziehen, zu ihm zu passen, damit er ein Tor schießen kann.»

Sollte nun auch der Angreifer von Real Madrid in die erhoffte Topform kommen, würde Frankreich endgültig in den Kreis der Titelaspiranten aufsteigen. Vom dritten EM-Triumph ist vor dem Gruppenfinale öffentlich nicht die Rede – für die Sporttageszeitung «L'Équipe» ist aber zumindest der weitere Turnierverlauf einfache Mathematik: «Die aktuelle Serie auf 26 Spiele ohne Niederlage auszubauen – das ist der beste Weg ins Finale.»

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