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De Rossi – Vom WM-Rambo zu Italiens Allrounder

dpa

Geläutert und gereift hat sich Daniele De Rossi bei der EM zum Führungsspieler und großen Allrounder der Italiener gemausert. Nicht mehr nur im Mittelfeld, auch als Abwehrchef einer Dreierkette überzeugte der Fußball-Star des AS Rom in Polen und der Ukraine.

Geläutert
Daniele De Rossi hat eine enorme Wandlung vollzogen.
Foto: Adam Ciereszko – DPA

Selbst Franz Beckenbauer lobte De Rossi als Abwehrchef: «Er hat mir dort sehr gefallen. Er ist definitiv eine Bereicherung für Italien.» Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer war vom neuen De Rossi begeistert: «Das war eine schöne Überraschung», sagte Sammer, der wie Beckenbauer einst vom Mittelfeld in die Defensive wechselte.

De Rossis Einsatz in der Abwehr soll in der Squadra Azzurra zunächst aber nur eine Option, nicht der Standard sein. Nationalcoach Cesare Prandelli sieht in dem 28-Jährigen weiterhin einen Mittelfeldspieler und einen idealen Partner für das Juventus-Duo bestehend aus Regisseur Andrea Pirlo und Claudio Marchisio. Dass sich der Römer gegen Spanien und Kroatien aber mit größter Selbstverständlichkeit der Herausforderung in der ungewohnten Position gestellt hat, imponierte Prandelli.

«Wir sind hier bei einer EM und da geht es nicht darum, wo einer spielen will, sondern wo er gebraucht wird», erklärte der zweikampfstarke Blondschopf im Casa Azzurri. De Rossi stellt sich ganz in den Dienst der Mannschaft. Vorbei die Zeiten, in denen er mit Ausrastern wie bei der WM 2006 in Deutschland die gesamte Squadra Azzurra gefährdete. «Dieser Ellbogencheck im Spiel gegen die USA und die fünf Spiele Sperre waren mir eine Lektion fürs Leben», sagte De Rossi einmal. In Krakau fügte er hinzu: «In der Nationalelf habe ich nur einmal Mist gebaut. Und das war 2006.»

Wegen seines kampfbetonten Spiels läuft er zwar immer noch manchmal Gefahr eine Karte zu kassieren, seine Nerven aber hat der Weltmeister von 2006 mittlerweile im Griff. Neben Kapitän und Torwart Gianluigi Buffon und seinem besten Freund bei der Nationalelf, Pirlo, ist er der Kopf der Squadra Azzurra.

Wenn Prandelli ihn als «großartigen Spieler» lobt, meint er nicht nur De Rossis Autorität auf dem Platz. «Daniele ist einfach grandissimo», sagte auch sein Mittelfeldkollege Marchisio. Italiens früherer Abwehrchef Fabio Cannavaro hält De Rossi gar für den «besten Mittelfeldspieler der Welt».

In seinem Heimatclub AS Rom schickt sich der gerade vor den Spielen sehr grimmig dreinblickende Kicker an, in die Fußstapfen von Roma-Legende Francesco Totti zu treten. Seit 12 Jahren spielt De Rossi für den AS, mit dem er 2007 und 2008 Pokalsieger wurde. Am Meistertitel schrammte er aber viermal als Zweiter knapp vorbei.

Angebote von Top-Clubs lehnte der Römer immer ab. Nach der EM werden neue eintrudeln. Ein Mittelfeldspieler, der gegen Welt- und Europameister Spanien als Abwehrchef brilliert, ist reichen Clubs aus Spanien und England viel Geld wert.

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