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    Lille

    Brady schießt Irland gegen Italien ins Achtelfinale

    Robbie Brady hat Irland erstmals in die K.o.-Runde einer Fußball-EM geschossen und Italien vor dem Achtelfinal-Klassiker gegen Spanien die Laune verdorben. Die Boys in Green siegten vor 44 268 Zuschauern in Lille dank einer mutigen Leistung 1:0 (0:0) gegen Italiens B-Elf.

    Sieg
    Irland steht nach dem 1:0-Sieg im Achtelfinale.
    Foto: Laurent Dubrule - dpa

    Brady traf in der 85. Minute zum zweiten irischen Pflichtspielsieg gegen die Azzurri nach 22 Jahren. Erstmals überstanden die Iren eine EM-Vorrunde und folgten den anderen drei britischen Teams England, Wales und Nordirland ins Achtelfinale. «Was für ein Tag. Wir haben Geschichte geschrieben und Millionen glücklich gemacht. Jeder einzelne hat seinen Beitrag geleistet», sagte Brady.

    Siegtor
    Robbie Brady köpft Irland zum Sieg über Italien.
    Foto: Andy Rain - dpa

    Irland trifft am Sonntag (15.00 Uhr) in Lyon auf Gastgeber Frankreich. Italien hingegen geht mit einem Negativ-Erlebnis in die Neuauflage des Finals von 2012 am Montag (18.00 Uhr) gegen Spanien und muss sich gegen den Titelverteidiger deutlich steigern. «Wir hätten mehr tun müssen, aber Glückwunsch an Irland, sie haben mit Herz gespielt», sagte Abwehrspieler Leonardo Bonucci und Italiens Trainer Antonio Conte meinte: «Ich kann meinen Jungs wenig vorwerfen. Es war eine sehr körperliche und sehr harte Partie auf einem Rasen der am Rande des Zumutbaren war.»

    Jubel
    Robbie Brady kann es kaum fassen.
    Foto: Marius Becker - dpa

    Bei geschlossenem Stadiondach und schwülen Bedingungen im Stade Pierre Mauroy von Lille war Italiens Fußballern die fehlende sportliche Brisanz anzumerken: Der EM-Finalist von 2012 stand nach Siegen gegen Belgien und Schweden schon vor der Partie sicher als Gruppenerster fest. Der eingewechselte Lorenzo Insigne vergab in der 77. Minute mit seinem Pfostentreffer die beste italienische Chance des Spiels, wenig später traf der 24-jährige Brady von Norwich City und versetzte die etwa 25 000 irischen Fans in Ekstase.

    Stolz
    Irlands Trainer Martin O'Neill jubelt nach dem Schlusspfiff.
    Foto: Rolex Dela Pena - dpa

    Gleich auf acht Positionen veränderte Trainer Antonio Conte sein Team. Lediglich Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Alessandro Florenzi standen erneut in der Startelf. Irlands Coach Martin O'Neill verändert sein Team im Vergleich zum 0:3 gegen Belgien auf vier Positionen.

    Irland bemühte sich von Beginn an, Jeff Hendricks Schuss aus gut 20 Metern ging knapp am linken Pfosten vorbei (9.). Dem Team von der Insel fehlte oft der letzte Pass. Nach einer Ecke lenkte Italiens Schlussmann Salvatore Sirigu Murphys Kopfball über die Latte (21.).

    Von Italien kam in der Offensive gewohnt wenig, das nicht eingespielte Team verlegte sich auf die Defensive. Irland hatte zwar mehr Ballbesitz, fand aber kein passendes Mittel um Torgefahr zu entwickeln. Sirigu, der Gianluigi Buffon im Tor vertrat, unterlief nach einer guten halben Stunde eine Flanke und sah weniger später nach einer kleinen Auseinandersetzung Gelb.

    Erst kurz vor dem Pfiff wurde die Partie interessanter: Nach 43 Minuten hatte Italien seine erste Torchance: Der ehemalige Dortmunder Ciro Immobile setzte seinen Schuss nach irischem Querschläger links neben das Tor. Auf der Gegenseite versagte Schiedsrichter Ovidiu Haţegan (Rumänien) Irland einen möglichen Strafstoß, als Federico Bernardeschi McLean zu Fall brachte.

    Zu Beginn der zweiten Hälfte nahm das Spiel dann Fahrt auf: Simone Zazas Volleyschuss ging knapp über die Latte. Auf der Gegenseite hätte Seamus Coleman beinahe den Aussetzer von Thiago Motta zur irischen Führung genutzt, doch Angelo Ogbonna ging gerade noch rechtzeitig dazwischen. Danach verflachet die Partie wieder. Sirigu zeigte weitere Unsicherheiten bei irischen Hereingaben, das blieb aber folgenlos. Immobile musste für Insigne weichen, der Angreifer vom SCC Neapel führte sich mit seinem Pfostenschuss gleich gut ein.
    Dann aber traf Brady per Kopf. Der Rest des Spiels war nur noch irischer Jubel.

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