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    Wolfsburg zu clever: Hertha tappt in die Diego-Falle

    Die Hertha war in Wolfsburg lange Zeit gleichwertig. Den spielentscheidenden Unterschied beim 2:0-Erfolg der Wolfsburger machten die zwei erfahrenen VfL-Spieler Diego und Olic aus. Dem Brasilianer kam vor allem seine Cleverness und die Unerfahrenheit von Herthas Brooks zugute.

    Diego
    Wolfsburgs Spielmacher (l) erzielte gegen Berlin seinen 55. Ligatreffer.
    Foto: Julian Stratenschulte - DPA

    John Anthony Brooks wusste, dass er in die Falle getappt war - in die Diego-Falle. Der Innenverteidiger von Hertha BSC hatte in der 45. Minute den Ball zu weit vom Fuß springen lassen und sich anschließend auf einen Körperkontakt im Strafraum gegen den Wolfsburger eingelassen. Der ließ sich nicht lange bitten und ging theatralisch zu Boden. «Natürlich war das nicht ungeschickt», lobte sich der VfL-Spielmacher selbst. Zumal das Schlitzohr den Elfmeter in seinem 150. Bundesligaspiel zum vorentscheidenden 2:0 für Wolfsburg verwandelte.

    In dem 20-jährigen Brooks, der in der VW-Arena erst sein viertes Bundesligaspiel absolvierte, hatte Diego ein dankbares Opfer gefunden. «Das war Unerfahrenheit gegen Erfahrung», sagte Herthas Trainer Jos Luhukay und ergänzte: «Brooks steht zu weit von Diego weg und ist dann hektisch geworden, weil er nur den Ball sieht.» Der frühere FIFA-Schiedsrichter Markus Merk hätte nach der Prüfung der TV-Bilder auf «Sky» den Strafstoß allerdings nicht verhängt. Somit wäre der brasilianische Supertechniker auch nicht zu seinem 55. Ligatreffer gekommen.

    Die Abgezocktheit und Erfahrung, die auf VfL-Seite auch Ivica Olic repräsentierte, fehlte dem Aufsteiger aus Berlin an diesem Nachmittag. Dieses Ungleichgewicht führte zur Entscheidung kurz vor der Pause. So wie Diego in der Strafstoßsituation schaltete auch Olic gedankenschnell, als er einen verunglückten Schuss von Naldo aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung ins Tor grätschte (42.). Für einen kurzen Moment hatte ihn die Berliner Abwehr aus den Augen verloren.

    «Es kam der richtige Moment, und ich war zur Stelle», beschrieb der zuvor kritisierte Kroate sein erstes Saisontor. Und Herthas Trainer Luhukay beschrieb treffend: «Er hat das Gefühl für die Situation.» Dieses entwickelte der 33-Jährige in 171 Bundesliga- und 86 Länderspielen.

    Weit schlüssigere Torsituationen ließen auf der Gegenseite die Berliner Stürmer Sami Allagui und Adrian Ramos aus. Sie hätten die Hertha in Führung bringen können. «Uns fehlt ein bisschen die Cleverness», meinte Kapitän Fabian Lustenberger: «Der VfL gewinnt mit Spielern von internationalem Format.»

    Noch stehen die Berliner nach ihrem vorausgegangenen Rekordstart mit zwei Siegen und einem Remis einen Punkt vor den Wolfsburgern, die nach ihren beiden Heimsiegen endlich auch mal auswärts punkten wollen. «Sechs Punkte und 6:0-Tore: Das ließt sich gut», meinte Trainer Dieter Hecking, erinnerte aber auch an die kommenden Auswärtsaufgaben in Leverkusen und München: «Hoffentlich gibt das keinen Ping-Pong-Effekt, wir wollen unsere Auswärtsmisere brechen.»

    Die Berliner ziehen trotz der Niederlage in Wolfsburg laut Lustenberger die Erkenntnis, in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein. Und Luhukay forderte aufgrund der Art und Weise der Gegentreffer: «Daraus müssen wir lernen.» Denn allzu oft sollten seine Spieler nicht mehr in die Falle tappen.

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