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Was kommt nach dem Hasenhüttl-Aus bei RB?

Das Erbe von Fan-Liebling Ralph Hasenhüttl wiegt schwer. Zieht Rangnick, wie vor drei Jahren, selbst noch einmal den Trainingsanzug an? Oder gelingt ihm ein erneuter Trainer-Coup? Auch die Zukunft einiger Spieler ist nach der Trennung von Hasenhüttl offen.

Ralf Rangnick und Ralph Hasenhüttl
Leipzigs Sportdirektor Rangnick (l) und Ex-Trainer Hasenhüttl: «Ralf & Ralph» gehen getrennte Wege.
Foto: Jan Woitas – dpa

Leipzig (dpa). Diesmal könnte Ralf Rangnick nur verlieren. Der RB-Sportdirektor hat nach der Trennung von Trainer Ralph Hasenhüttl eine schwierige Nachfolgersuche vor sich.

Diese ist brisanter als die Trainersuche vor drei Jahren, die Rangnick löste, indem er sich im Mai 2015 selbst wieder den Trainingsanzug anzog. Damals übernahm er von Interimstrainer Achim Beierlorzer, der drei Monate zuvor Aufstiegscoach Alexander Zorniger in der 2. Bundesliga ersetzt hatte. Rangnicks Mission in Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor mündete im Erstliga-Aufstieg. Der 59 Jahre alte Schwabe wurde in Leipzig gefeiert, gilt als Architekt des RB-Aufstiegs.

Nach dem Scheitern der harmonisch gestarteten Beziehung vor zwei Jahren von „Ralf & Ralph“ ist Rangnick nun aber in der Zwickmühle. Auch wenn beide Parteien sich einvernehmlich getrennt haben sollen: Hinter den Kulissen bröckelte die Beziehung des Erfolgsduos. Und es ist eher Rangnick, auf den nach der Trennung Kritik einprasselt.

Der 50 Jahre alte Hasenhüttl bat den Club am Mittwoch nach zwei Jahren um die Auflösung des Vertrages, nachdem der Verein ihm eine vorzeitige Verlängerung verweigert hatte. Er soll laut Informationen der „Bild“-Zeitung 600.000 Euro Abfindung kassieren. Zuletzt hatte Rangnick seine Aussagen vom Winter revidiert und bot dem Coach zunächst nur eine Zusammenarbeit für die kommende Saison an. Das war dem Österreicher, der mit RB in seinen ersten beiden Spielzeiten in der Bundesliga 120 Zähler holte und damit – auf die Drei-Punkte-Regel umgerechnet – einen alten Rekord des FC Bayern einstellte, zu wenig.

Mit der Trennung blieb Hasenhüttl seinen Prinzipien treu. „Nach gemeinsamen Erfolgen sollte man deshalb ehrliche Worte an den Tag legen können und auch ein klares Nein statt ein beschwichtigendes Ja wählen dürfen“, erklärte der Coach.

Hasenhüttl genoss bei Fans und Team höchstes Ansehen. Er hatte im ersten Jahr mit Vize-Meisterschaft und Champions-League-Qualifikation bahnbrechenden Erfolg und sicherte im zweiten Bundesliga-Jahr trotz Doppelbelastung und Verletzungen von Leistungsträgern mit Rang sechs erneut das internationale Geschäft. Das muss Rangnick oder der neue Cheftrainer erstmal schaffen. Zumal der Weggang von Naby Keita zum FC Liverpool ein großes Loch reißt. Die angekündigten sechs bis sieben Neuzugänge müssen erstmal gefunden werden und dann auch einschlagen.

Offen ist auch, ob Rangnick erneut so ein Trainer-Coup wie vor zwei Jahren mit Hasenhüttl gelingt. Leipzig zahlte eine Millionen-Ablöse an den FC Ingolstadt für den Österreicher. Der galt als akribischer Arbeiter, als unterhaltsamer Entertainer in der Öffentlichkeit und als absoluter Teamplayer im Trainer-Gespann.

Vielleicht holt Rangnick sich nun einen noch bundesliga-unerfahrenen Coach aus der eigenen Kaderschmiede wie U19-Trainer Robert Klauß, der so etwas wie sein Ziehsohn sein soll. Der bisherige Assistent von Hasenhüttl, Zsolt Löw, gilt fachlich als unantastbar, wird aber als Co-Trainer von Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain gehandelt. Dass der immer wieder genannte Marco Rose – in Leipzig geboren und erfolgreicher Trainer bei RB Salzburg – die Nachfolge übernimmt, ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur derzeit eher unwahrscheinlich. Roger Schmidt vom chinesischen Erstligisten Beijing Guoan – einst in Salzburg mit dem RB-Gen infiziert – könnte ebenfalls ins Beuteschema passen.

Im Netz gab es von Fans schon Minuten nach der Trennung von Hasenhüttl viel Kritik an Rangnick. „Der Sonnenkönig duldet halt niemanden neben sich, der populärer ist beim gemeinen Fußballvolk“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer kritisierte: „Egal was für Aufstiege oder Qualifikationen für den internationalen Wettbewerb du schaffst, läuft es ein halbes Jahr nicht perfekt, bist du raus.“

Fraglich ist, wie einige Spieler die Trainerfrage verarbeiten. Nationalstürmer Timo Werner hat noch einen Vertrag bis 2020 und sein Bleiben für die kommende Saison zugesichert. Ob er – wie von Rangnick gewünscht – vorzeitig verlängert, hängt sicher auch vom neuen Trainer ab. Rangnick wollte vor einigen Wochen schnellstens mit ihm noch vor der Weltmeisterschaft vorzeitig verlängern, doch plötzlich spielt er auf Zeit. „Da haben wir keine Eile“, sagte der Sportdirektor.

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