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Berlin

Schieber-Tore zu wenig: Werder verdirbt Herthas Neustart

Gleich zweimal getroffen für seinen neuen Verein, doch die große Party fiel aus. Seine erste Bundesliga-Partie in der Startelf seit fast einem halben Jahr beschäftigte Julian Schieber noch lange nach dem Abpfiff.

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Herthas neuer Stürmer Julian Schieber (r) erzielte zwei Tore, verlor aber einen Zweikampf mit Werders Assani Lukimya.
Foto: Hannibal – DPA

«Für uns fühlt es sich wie verloren an», erklärte Berlins Doppeltorschütze nach dem aufregenden 2:2 (1:0) zum Bundesligastart gegen Werder Bremen. «Wir sind ein bisschen unglücklich darüber. Ich selbst bin mit meinem Spiel auch nicht ganz zufrieden», sagte der im Sommer für 2,5 Millionen Euro von Borussia Dortmund zu Hertha gekommene Fußball-Profi. «Ich hätte das dritte und vierte Tor machen können», ärgerte sich Schieber.

Eigentlich schien der Stürmer auf dem besten Weg zu seiner ersten Heldentat für seinen neuen Club. 1:0 Schieber, 16. Minute, 2:0 Schieber, 47. Minute: «Besser kann es eigentlich nicht laufen», erzählte der in Backnang geborene Stürmer. «Schieber, Schieber», schallte es sogar von einem Teil der 59 672 Fans im Olympiastadion. Doch die Gäste aus Bremen verdarben der Hertha und ihrem Mittelstürmer mit zwei Treffern innerhalb von drei Minuten den besonderen Moment. «Wir kriegen viel zu schnell das 2:2 und helfen noch mit», ärgerte sich Coach Jos Luhukay und kritisierte deutlich seinen Torwart Thomas Kraft.

«Er muss konsequenter sein, er ist zu zögerlich», beschrieb Luhukay aus seiner Sicht den 1:2-Anschlusstreffer durch Assani Lukimya (52.) und Krafts Schuld daran. Doch auch Schieber sah sich mit beteiligt am Anschlusstor der Bremer. «Ich war gegen Lukimya eingeteilt, es war ein harter Zweikampf, wir gehen beide rein, ich sehe gar nicht den Ball, dann jubeln die Bremer», berichtete der Angreifer. Schiebers Aufgabe in Berlin ist nicht einfach: Er soll die Lücke der beiden verkauften Torjäger Adrian Ramos (nach Dortmund) und Pierre-Michel Lasogga (endgültig zum HSV) schließen.

Da Hertha kurz danach auch die fünfte und sechste Riesenchance zu einem weiteren Tor verpasste, um sich mit einem Dreier zu belohnen, nutzte der Argentinier Franco di Santo (55.) Bremens Möglichkeit zum Ausgleich eiskalt. «Ich bin froh, dass wir die Tugend aus der vergangenen Saison mitgenommen haben. Wir geben nie auf», erklärte Werder-Trainer Robin Dutt.

«Zwei Fehler in drei Minuten. Und dass wir nicht ein Tor nachgelegt haben – das müssen wir uns vorwerfen», sagte Hertha-Manager Michael Preetz. Schieber hatte noch vor der Pause die größte Chance. «Wenn noch mehr Rhythmus reinkommt, noch mehr Konstanz, dann wird man mehr Tore schießen», meinte der Doppeltorschütze. «Man darf nicht vergessen, Julian hat in den letzten zwei Jahren fünfmal von Beginn an gespielt. Er hat lange Zeit nur zugeschaut», bemerkte Luhukay.

Am 9. März dieses Jahres stand Schieber, der über die Stationen VfB Stuttgart und 1. FC Nürnberg zum BVB kam, beim 1:0 des Vizemeisters gegen Freiburg letztmals in der Startelf. In der Liga durfte der 25-jährige Stürmer in der Vorsaison überhaupt nur 145 Minuten ran – Tore null. Dazu kamen noch je vier Kurzeinsätze in der Champions League und im DFB-Pokal. «Julian ist froh über die Möglichkeit, von Anfang an zu spielen, das hat er auch ausgestrahlt», sagte Luhukay.

Da auch die anderen Neuen Roy Beerens (für 1,5 Millionen Euro vom AZ Alkmaar) und Genki Haraguchi (500 000 Euro von Urawa Red Diamonds) gleich als Torevorbereiter überzeugten, ist für Schieber die erste Siegfeier nur aufgeschoben. «Es waren Ansätze, die wir trainiert haben. Die Spieler passen. Es muss sich noch besser finden», sagte der Ex-Dortmunder. Allerdings muss Hertha einige Wochen auf Haraguchi verzichten, der sich eine Schultereckgelenk-Verletzung zuzog.

«Das ist bitter. Er hat gegen Bremen Qualität gezeigt», erklärte Luhukay. Auch Ronny fehlte beim Auslaufen. Der Brasilianer leidet an einer Fuß-Blessur, soll aber bis zum nächsten Ligaspiel am Samstag in Leverkusen wieder fit sein. Schieber würde seine zwei ersten Hertha-Tore gern eintauschen: «Mir wären die drei Punkte lieber gewesen.»

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