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Berlin

Rehhagel: Herthas Situation sehr bedrohlich

dpa

Die Spieler flüchteten wortlos in die Kabine, und auch «König Otto» war die Lust auf große Reden vergangen. «Manchmal ist es auch besser, wenn man nichts sagt», kommentierte Berlins Coach nach dem peinlichen 1:4 gegen den VfL Wolfsburg den selbst verordneten Maulkorb seiner Profis.

Verloren
Auch mit Otto Rehhagel (M) als Trainer geht die Hertha-Talfahrt weiter.
Foto: Soeren Stache – DPA

«Es ist wichtig, dass es jetzt keine Schuldzuweisungen gibt. Wir sind alle aufeinander angewiesen», betonte Rehhagel angesichts der «sehr bedrohlichen Situation». Nach dem positiven Signal durch den 3:1-Sieg vor einer Woche in Mainz liegt Hertha erstmal ernüchtert und sämtlicher Illusionen beraubt am Boden. Der Rückstand des Vorletzten der Fußball-Bundesliga auf den rettenden 15. Platz wuchs auf vier Punkte an.

Einen Tag nach der vermeidbaren achten Heimniederlage in der laufenden Saison meldete sich dann auch Manager Michael Preetz zu Wort. In einem Interview auf der Vereinshomepage gab sich der Ex-Torjäger betont kämpferisch: «Hertha BSC, unser Verein, ist noch lange nicht abgestiegen!» Man kämpfe auf Augenhöhe. Trainer Rehhagel und sein Team hätten «die mentale und kämpferische Trendwende geschafft», meinte Preetz.

Zumindest was den Spielverlauf gegen die Wolfsburger betrifft, hatte er mit seiner Feststellung durchaus recht. Nur: «Wer keine Tore schießt und solche Chancen auslässt, kann kein Fußballspiel gewinnen», betonte Rehhagel. Nicht einmal die Führung durch Lewan Kobiaschwili in der 13. Minute verlieh den Hausherren die nötige Sicherheit vor dem Kasten des überragenden VfL-Keepers Diego Benaglio.

«Wer keine Tore schießt und solche Chancen auslässt, kann kein Fußballspiel gewinnen», betonte Rehhagel. Nicht mal die Führung durch Lewan Kobiaschwili in der 13. Minute verlieh den Hausherren die nötige Sicherheit vor dem Kasten des überragenden VfL-Keepers Diego Benaglio.

Ob der in Mainz noch wegen seines Doppelpacks gefeierte Ramos oder der beim 3:2-Hinspielsieg erfolgreiche Pierre-Michel Lasogga – die Berliner Abteilung Attacke vergab ihre Chancen schlichtweg kläglich. «Wenn man das Ergebnis sieht, täuscht es natürlich», räumte Wolfsburgs Coach Felix Magath ein. Der vierte Sieg nacheinander sei «glücklich zustande gekommen».

Zumal erst ein Eigentor von Christoph Janker (29.) seine Mannschaft wieder ins Spiel zurückbrachte. Danach empfahl sich der einst von Magath degradierte Patrick Helmes (34./81.) mit seinen Saisontreffern sieben und acht für ein Last-Minute-EM-Ticket. Auch Mario Mandzukic (77.) traf zur Feier seines 50. Erstligaspiels.

Das war einfach zu viel für die Hertha-Profis, die bis auf die verheerende Chancenauswertung eine ansprechende Leistung gezeigt hatten. Beim schweren Gang in die Fankurve wurden bereits Pfiffe laut. Auf dem Weg zur Umkleide sagten die Berliner dann kein Wort. «Man muss sehen, dass man in den kommenden Tagen auf die Reihe kommt», meinte Rehhagel.

Seine Rettungsmission wird immer schwieriger. In den bisherigen sieben Spielen seit seiner Amtsübernahme holte Hertha zwei Siege, dafür waren die beiden Heimniederlagen gegen Bayern (0:6) und nun gegen Wolfsburg aber umso bitterer. Entsprechend flüchtete sich auch der erfahrene Trainer-Routinier in Floskeln und Durchhalteparolen. «Wir geben den Kampf nicht auf. Solange rein rechnerisch alles möglich ist, müssen wir an uns glauben», forderte der Hertha-Coach.

Am Sonntag versammelte er seine Mannschaft zum nicht öffentlichen Training. Seelenmassage war angesagt. «Ich habe schon ganz andere Niederlagen erlebt», meinte Rehhagel. «Wie man so schön sagt: Noch ist Polen nicht verloren, also noch ist Hertha nicht verloren. Wir werden alles versuchen, noch den Anschluss zu erreichen.» Ansonsten versinkt der Hauptstadtclub nach einer Chaos-Saison mit peinlichen Trainerwechseln und -missverständnissen wieder in der Zweitklassigkeit.

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