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    Nur Un- statt Donnerwetter: Bayer kann auch verteidigen

    Ex-Weltmeister Stefan Reuter kann den Hype um den Powerfußball von Bayer Leverkusen nicht verstehen. «Ganz so innovativ ist das nicht», urteilte der heutige Sportdirektor des FC Augsburg nach dem 0:1 im Bundesligaspiel beim Werksclub.

    Torschütze
    Heung-Min Son (M.) war im Regen Leverkusens Matchwinner.
    Foto: Federico Gambarini - DPA

    Leverkusen (dpa) – Ex-Weltmeister Stefan Reuter kann den Hype um den Powerfußball von Bayer Leverkusen nicht verstehen. «Ganz so innovativ ist das nicht», urteilte der heutige Sportdirektor des FC Augsburg nach dem 0:1 im Bundesligaspiel beim Werksclub.

    «Ich denke, es gibt etliche Mannschaften, die ein vernünftiges Pressing spielen und vorne intensiv draufgehen», sagte Reuter. Der Anschauungsunterricht am Mittwoch hat ihn zudem nicht vom Gegenteil überzeugt. Die Leverkusener machten zwar anfangs Dampf, hatten aber am Ende mächtig zu tun, das 1:0 von Heung-Min Son (33. Minute) über die Ziellinie zu retten.

    «Wenn man das 2:0 nicht macht, muss man gut verteidigen, um den Kasten hinten sauber zu halten», meinte Bayer-Chefcoach Roger Schmidt. «Das hat die Mannschaft mit Herzblut und Leidenschaft getan.» Dies war bei der hinter Bayern München auf Platz zwei vorgerückten Werkself nicht immer so der Fall - 11:9-Tore in fünf Liga-Spielen sind Beleg für Offensivgeist und Defensivschwäche.

    «Für die drei Punkte haben wir alles gegeben», sagte der südkoreanische Torschütze Son nach dem eher grob gestrickten Arbeitssieg. «Vollgas-Fußball war das nicht, aber der Sieg ist wichtig.» Ohne den Drei-Punkte-Gewinn nach drei sieglosen Partien - inklusive Champions League bei AS Monaco (0:1) - hätte es nach dem Unwetter mit siebenminütiger Spielunterbrechung wohl noch ein Donnerwetter gegeben und Kritik am Schmidt-System gehagelt.

    Nach dem Heimerfolg wirkte der Bayer-Vereinschef deshalb wieder deutlich entspannter. «Wir sind sehr zufrieden mit den drei Punkten - auch mit Blick auf die Tabelle», sagte Michael Schade. «Um ehrlich zu sein, haben wir schon mehrfach besser gespielt und nicht gewonnen.» Auch die Punktausbeute, zehn Zähler und damit einen weniger als die Bayern, stimme mit der internen Hochrechnung ungefähr überein: «Voll in der Spur.»

    Auch Chefcoach Schmidt war nach dem Ende der kleinen Durststrecke erleichtert und sprach von einem «super wichtigen» Sieg, weil man zuletzt Spiele dabei gehabt habe, die man hätte gewinnen müssen. «Deshalb ist es wichtig, in die Erfolgsspur zurückgekehrt zu sein.»

    Allerdings konnte dies nicht alle sein Sorgen vertreiben, da Bayer vom Verletzungspech verfolgt ist. Kurz vor dem Anpfiff musste Gonzalo Castro (muskuläre Probleme) passen und Roberto Hilbert unerwartet ran. Nach der Pause blieb zudem Spielmacher Hakan Calhanoglu in der Kabine. Er klagte nach einem Sturz auf dem Rücken über Atemprobleme. Damit hatte sich die Zahl der Verletzten auf sechs Profis erhöht. Castro und Calhanoglu sollen aber keine ernsthaften Blessuren haben.

    «Die Mannschaft ist mit den Ausfällen gut zurecht gekommen», stellte Schmidt fest. «Das ist ein gutes Zeichen und wird uns helfen, in den nächsten drei Spielen helfen.» Zunächst geht es am Samstag zum SC Freiburg, dann folgt die Champions-League-Partie gegen Benfica Lissabon (Mittwoch) und drei Tage später kommt sein Ex-Verein SC Paderborn.

    Die Spielunterbrechung wegen Blitz, Donner und sintflutartigen Regens nahmen alle Beteiligten gelassen. «Das war kein Problem, es war eher wie eine kurze Halbzeitpause», sagte Schmidt. Im vergangenen Jahr war es für ihn als Coach von Red Bull Salzburg im Europa-League-Spiel gegen den SC Basel schwerer, mit einer Unterbrechung wegen Fan-Randale umzugehen: «Das dauerte eine halbe Stunde und war unangenehmer.» Eine kuriose Geschichte hatte Stefan Reuter zum Thema beizusteuern. Kurz vor dem Anstoß zum Champions-League-Halbfinale im Frühjahr 1998 von Borussia Dortmund bei Real Madrid kippte ein Tor um. «Das hat noch etwas länger gedauert», berichtete Reuter.

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