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    Leverkusen kriselt auch unter Korkut

    1899 Hoffenheim steht da, wo Leverkusen nach eigenem Verständnis eigentlich hingehört: Auf dem vierten Bundesliga-Platz, der die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation sichert. Doch Europa ist weit weg für Bayer.

    Kießling und Korkut
    Tayfun Korkut wechselt mit Stefan Kießling kurz vor Schluss noch einen Stürmer ein - ohne Wirkung.
    Foto: Thomas Frey - dpa

    Sinsheim (dpa). Das Dutzend an Niederlagen vollgemacht, der Trainerwechsel noch ohne Wirkung, der Abstiegszone näher als den Europa-Cup-Plätzen: Rudi Völler hat wahrlich schon bessere Zeiten bei Bayer Leverkusen erlebt.

    Nach dem 0:1 (0:0) beim Champions-League- Aspiranten 1899 Hoffenheim war der Sportdirektor des Werksclubs restlos bedient. „Es wäre fatal, von den vorderen Plätzen zu sprechen. Wir sind gewarnt: Alle Antennen sind ausgefahren“, sagte der 56-Jährige sorgenvoll. „Die Tabelle lügt nicht - sie tut weh.“

    Drei Tage nach dem Königsklassen-Aus droht Leverkusen mehr denn je eine Saison abseits der internationalen Bühne. Vom Relegationsplatz in der Fußball-Bundesliga trennen Bayer nur noch vier Punkte. Tayfun Korkut kann als Nachfolger von Roger Schmidt nur ein 1:1 gegen Werder Bremen, ein achtbares, aber wertloses 0:0 bei Atlético Madrid und nun diesen unerquicklichen Auftritt vor 28 117 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena vorweisen. „Wenn man den Kader sieht: Das ist kein kostengünstiges Hobby“, meinte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann über den mit Nationalspielern gespickten Gegner.

    Während die Kraichgauer zuhause ungeschlagen und auf Kurs Champions League bleiben, würden die Leverkusener nach nur 31 Punkten aus 25 Spielen die Runde wohl am liebsten komplett neu starten. „Im Moment schaue ich nirgendwo hin“, sagte Korkut auf die Frage, ob sich seine Mannschaft eher nach unten oder doch noch nach oben orientiere. „Ich werde mich nicht jeden Tag mit der Tabelle beschäftigten.“

    Korkut tröstete sich damit, dass seine Truppe „in den letzten beiden Spielen ich weiß nicht wie viele Torchancen hatte“. Diese verschenkten Karim Bellarabi, Kevin Kampl und Co. im ersten Durchgang leichtfertig, nach der Pause verballerte der eingewechselte Chicharito Sekunden vor Schluss die einzige Möglichkeit gegen starke Hoffenheimer. „Wir haben eine fast perfekte erste Halbzeit gespielt. Das Einzige was fehlte, war ein Tor“, monierte Korkut. „Am Ende hat man schon gemerkt, dass der Tank ein bisschen leer gegangen ist.“

    Auch Kevin Volland konnte als Angriffsspitze kaum Akzente setzen. „Wir müssen schauen, dass wir schnellstmöglich ein Spiel gewinnen und eine Serie starten“, sagte der Ex-Hoffenheimer, der am Freitag von Bundestrainer Joachim Löw nicht für das Nationalmannschafts-Aufgebot nominiert worden war.

    So durfte sich Sandro Wagner in der 62. Minute für das Tor des Tages, zugleich sein elfter Saisontreffer, feiern lassen. Dass Torhüter Bernd Leno dabei den Ball noch über die Linie lenkte, passte bei Bayer ins Bild. Leno sprach von einem „Gurkentor“, und Völler seufzte: „Es ist verflucht zur Zeit.“ Seine Forderung an seine an sich hochveranlagten Spieler: „Du musst beißen, kämpfen, um ein bisschen nach vorne zu kommen. Gegen Wolfsburg muss die Hütte brennen, um uns von unten abzusetzen.“

    Kader Hoffenheim

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