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    Keine «Welle», keine Punkte: Werder besorgt

    Werder wankt. Bremens Trainer Viktor Skripnik zuckte nach dem Tiefschlag im Bundesliga-Abstiegskampf immer wieder mit den Schultern.

    Werder-Coach
    Bremens Trainer Viktor Skripnik muss die Niederlage gegen Ingolstadt verkraften.
    Foto: Armin Weigel - dpa

    «Die Situation hat sich natürlich nicht verbessert, sie ist noch schlimmer geworden», gestand der gefrustete Coach nach dem von ihm als «Drecksackspiel» titulierten Duell im Kampf um den Ligaverbleib. «Die Sorge ist da, aber es bleibt noch Zeit.» Zwölf Spieltage vor dem Saisonende haben die Hanseaten nach dem 0:2 beim FC Ingolstadt als Drittletzter nur zwei Zähler Vorsprung auf den direkten Abstiegsrang.

    «Ich kann jetzt hier auch 'ne Welle machen, kann mich aufregen, kann Sorgenfalten ins Gesicht ziehen, kann Tränen vergießen. Das bringt alles nichts», merkte Sportchef Thomas Eichin vor dem nächsten Finale gegen Darmstadt fast schon trotzig an. «Wir müssen gucken, dass wir nach so einem Spiel wieder aufstehen, aus so einem Spiel lernen.» Dass die Mannschaft Qualität hat, bewies sich nicht zuletzt im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach und Leverkusen, beim Durchmarsch bis zum reizvollen Halbfinal-Duell gegen den FC Bayern. Aber warum klappt das nicht im Liga-Alltag?

    Werder gewann in Ingolstadt mehr Zweikämpfe, hatte mehr Ballbesitz, mehr Flanken, mehr Eckbälle, eine bessere Passquote und mehr Torschüsse. Doch die entscheidenden Zahlen lauteten: Ingolstadt zwei, Werder null. «Ich habe so ein Gefühl gehabt, du spielst noch eine Stunde und machst trotzdem kein Tor», haderte Skripnik nach der zwölften Saisonniederlage. Nur Hannover hat mehr. Ersatzkapitän Jannik Vestergaard klang auf dem Rasen am Sky-Mikrofon alles andere als zuversichtlich. Was ihm Hoffnung für die nächsten Wochen mache, wurde der Defensivmann gefragt. «Heute wenig, finde ich.»

    Skripnik mühte sich nach der Pleite durch Tore von Benjamin Hübner (12. Minute) und Lukas Hinterseer (90./Foulelfmeter), Erfahrung im Abstiegskampf als Plus zu sehen. «Diese Situation ist nicht neu für uns. Wir können auch in kritischen Momenten gute Leistungen zeigen. Das macht uns Hoffnung», sagte der Coach, der sich «keine Gedanken» um seine eigene Zukunft machen wollte. Seit dem 17. Spieltag steckt Werder auf dem drittletzten Platz fest. Dort rangierte es auch in der Vorsaison, aber am 22. Spieltag war Bremen im Vorjahr bereits Achter.

    25 Spiele nacheinander kassierte die schlechteste Liga-Abwehr immer mindestens ein Tor. Länger musste in diesem Jahrtausend kein anderer auf ein «Zu Null» warten als das Bundesliga-Gründungsmitglied, das nur in der Spielzeit 1980/81 nicht in der Eliteklasse spielte. «42 oder 44 Gegentore - das ist völlig egal», sagte Felix Wiedwald, der Mann im Tor der Liga-Schießbude. «Von mir aus können wir weiter Gegentore bekommen, wenn wir mehr Tore schießen als der Gegner.»

    Die nächste Chance haben die Hanseaten am Samstag zu Hause gegen den Abstiegskonkurrent und Aufsteiger SV Darmstadt. Aus den bisherigen drei Spielen gegen die Aufsteiger Darmstadt und Ingolstadt holten die Bremer, denen am Samstag auch das Debüt von 2,5-Millionen-Mann und Elfer-Verursacher Sambou Yataré nicht weiterhalf, keinen Punkt.

    Wie es gehen kann, macht Ingolstadt vor. Durch den dritten Heimerfolg in Serie haben die Bayern in der Rückrunde daheim schon einen Dreier mehr geholt als in der gesamten Hinrunde. «Wenn uns das weiterhin so konsequent gut gelingt, steigt die Wahrscheinlichkeit dramatisch, dass man uns bald gratulieren kann», sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. Werder verbuchte zu Hause bisher nur einen Sieg und drei Remis. «Da müssen wir was liefern», forderte Skripnik.

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