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Heimserie gerissen: Stuttgart unterliegt Leverkusen

Leverkusen siegt als erste Mannschaft in diesem Jahr beim VfB Stuttgart. Die Gäste sind das effizientere Team – und überstehen dank eines starken Torwarts auch eine kritische Phase im Spiel.

VfB Stuttgart – Bayer Leverkusen
VfB-Kapitän Christian Gentner (l) beim Duell mit Leverkusens Panagiotis Retsos.
Foto: Marijan Murat – dpa

Stuttgart (dpa). Bayer 04 Leverkusen hat die Heimserie des VfB Stuttgart nach 361 Tagen beendet und ist zumindest vorerst auf einen Champions-League-Platz vorgerückt.

Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich siegte zum Auftakt des 15. Spieltags mit 2:0 (1:0) und damit als erstes Team überhaupt in diesem Jahr bei den Schwaben. Kai Havertz (20. Minute) sowie Lars Bender (80.) erzielten am Freitagabend vor 54 650 Zuschauern die Treffer für die Werkself, die nun seit zehn Spielen in der Fußball-Bundesliga unbesiegt ist und auf Rang vier steht.

„Ich glaube wir haben verdient gewonnen“, sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler bei Eurosport. „Wir haben einen Dreier eingefahren, das war wichtig für die Tabelle.“

Für die Schwaben dagegen werden die Abstiegssorgen angesichts des schweren Restprogramms bis zur Winterpause größer: Letztmals hatte der VfB am 12. Dezember 2016 in der heimischen Arena verloren – damals noch in der 2. Liga mit 1:2 gegen Hannover 96. Am Mittwoch muss der VfB nun zu 1899 Hoffenheim, zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde kommt dann noch Rekordmeister FC Bayern München nach Stuttgart.

Die Gäste erwischten den besseren Start. Leverkusen spielte nach Ballgewinnen schnell in die Spitze und erarbeitete sich so die erste Chance: Julian Brandt zog in den Strafraum, doch Holger Badstuber blockte den Schuss des 21-Jährigen gerade noch rechtzeitig. Mit der nächsten Gelegenheit ging Bayer in Führung: Leon Bailey setzte sich auf der linken Seite stark durch und passte präzise in die Mitte, wo Havertz den Ball aus kurzer Distanz ins Netz schob.

Bei Leverkusen ersetzte Panagiotis Retsos den rotgesperrten Wendell links in der Dreierkette und wenn es der VfB in der ersten halben Stunde probierte, dann über die Seite des Griechen. Retsos bekam es dort immer wieder mit seinem Landsmann Anastasios Donis zu tun. Der VfB-Angreifer spielte bei seinem Startelf-Comeback nach Verletzungspause engagiert und war auffälligster Akteur der Schwaben. Die entscheidenden Aktionen misslangen aber auch ihm.

Leverkusen zog sich im Laufe des ersten Durchgangs immer weiter zurück. Die Rheinländer ließen Stuttgart kommen und lauerten auf Konter. Anders als zu Beginn der Partie ließ der VfB jedoch keine schnellen Gegenangriffe mehr zu.

Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf erhöhte weiter den Druck. Kurz nach dem Seitenwechsel verpasste Simon Terodde eine Donis-Hereingabe nur ganz knapp. In der 52. Minute hatte Emiliano Insua die erste dicke Chance für Stuttgart: Bayer-Keeper Bernd Leno parierte den Schuss des Argentiniers jedoch stark. Vier Minuten später war der Torwart gegen Berkay Özcan erneut mit einem guten Reflex zur Stelle, in der 61. Minute reagierte er bei einem Schuss von Insua super.

„Wir haben bis auf die 20 Minuten nach der Halbzeit ein gutes Spiel gemacht“, sagte Leno. Der 25-Jährige erklärte: „Wir haben viele Spieler, die noch sehr jung sind. Da kann man nicht davon ausgehen, 90 Minuten alles zu verhindern.“

Leverkusen wackelte, fing sich jedoch wieder und sorgte für Entlastung. Lars Bender (66.), Julian Baumgartlinger (68.) und Benjamin Henrichs, der den Pfosten traf (73.), verpassten die Vorentscheidung zunächst knapp.

Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende schickte Schiedsrichter Deniz Aytekin Herrlich wegen wiederholten Meckerns auf die Tribüne. Der Coach hatte wütend eine Wasserflasche weggeworfen. Die Gemüter waren erhitzt, nachdem Santiago Ascacibar Bayer-Offensivspieler Brandt rüde gefoult und dafür nur die Gelbe Karte gesehen hatte. Den Schlusspunkt setzte dann Lars Bender per Kopf nach einer Ecke mit dem zweiten Leverkusener Tor.

Informationen zum Spiel bei Bundesliga.de

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