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Hannover

Hannovers Frust: 96-Chef Kind sauer auf Slomka

dpa

Frust statt Vorfreude: Bei Hannover 96 brennt schon vor dem Bundesliga-Start gegen Eintracht Frankfurt am 21. August der Baum. Die blamable Pleite in Elversberg – das zweite Pokal-Aus gegen einen Viertligisten nacheinander – sorgt für viel Unruhe bei den «Fußball-Deppen» der Nation.

Ratlos
Hannovers Trainer Mirko Slomka bewegt sich vor dem Ligastart auf dünnem Eis.

Die Fans sind wütend, und Clubchef Martin Kind ist erbost über den Imageverlust. «Am einfachsten wäre jetzt ein Sieg über Frankfurt. Ich weiß zwar nicht wie, aber ein Sieg würde viel Brisanz herausnehmen», kommentierte Kind mit viel Sarkasmus die Situation beim selbst ernannten Abstiegskandidaten.

Trainer Mirko Slomka fiel nach dem Spiel in Elversberg nichts Besseres ein, als vor laufender TV-Kamera Verstärkungen für die Offensive zu fordern. «Das kann er ja bei einer Niederlage gegen Frankfurt machen, aber doch nicht, wenn man gegen einen Viertligisten ausscheidet», kritisierte Kind den unprofessionellen Auftritt des Trainers, der sich prompt wehrte. «Meine Aussage hatte wenig mit der Niederlage bei einem Viertligisten zu tun. Das war auf die Bundesliga-Saison bezogen», sagte Slomka.

Der Coach soll ebenso wie Sportdirektor Jörg Schmadtke im Amt bleiben. Kind bat beide zu einem Gespräch bereits am Sonntagabend. Laut Slomka soll dabei vereinbart worden sein, dass Schmadtke sich um weitere Neuzugänge bemühen werde. Slomka dürfte aber nach dem Pokal-Desaster und mäßigen Testspiel-Resultaten der Top-Kandidat für die erste Trainer-Entlassung der Saison sein.

Sogar im Fan-Forum des Vereins werden die Profis («Söldnertruppe») und die Verantwortlichen mit Häme, Spott, Schimpf und Schande bedacht. Es gibt aber auch fundierte Kritik an Slomka, Schmadtke und Kind. Der Vorstandsvorsitzende hält zwar seit 14 Jahren den Laden bei den Niedersachsen zusammen – und hat dabei jede Menge Geld verpulvert. Es ist ihm aber nicht gelungen, einen Trainer und einen Manager zu finden, die über längere Zeit kontinuierlich und erfolgreich zusammenarbeiten.

Auch Slomka und Schmadtke sind alles andere als eine Ideallösung. «Wir stehen nicht auf dem Marktplatz und demonstrieren Verbundenheit. Wir arbeiten daran, den Club gemeinsam nach vorne zu bringen», erläuterte der Sportdirektor in der vergangenen Woche im Beisein von Slomka das Verhältnis. Es war eine der wenigen Gelegenheiten, wo beide gemeinsam auftraten. Ansonsten arbeiten sie eher neben- statt miteinander.

Das 96-Umfeld ist gespalten. Viele halten den einstmals so «netten Herrn Slomka» für einen guten Trainer, weil er die Mannschaft vorige Saison vor dem Abstieg gerettet hat. Andere werfen dem Coach vor, keine spielerische Linie ins Team bringen zu können. Der knorrige Schmadtke kommt mit seiner Art bei vielen Fans und Sponsoren nicht gut an. Befürworter loben dagegen seine Fußball-Sachkenntnisse und seine Transferpolitik trotz klammer Kasse.

Bisher hat 96 für null Euro sieben neue Spieler geholt. Den Verlust von Leistungsträgern wie Hanno Balitsch oder Arnold Bruggink konnten sie aber nicht ausgleichen. Auch bei diesem Thema übte sich Kind in Galgenhumor. «Ich könnte Klaus Allofs fragen, ob er zu uns kommt. Aber das macht er nicht, er ist ja vernünftig», sagte der Clubchef über den 53 Jahre alten ehemaligen Weltklassestürmer und Geschäftsführer vom Konkurrenten Werder Bremen.

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