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    Frings kritisiert Mitspieler: Situation ist ernst

    Werder Bremens Kapitän Torsten Frings war nach der 2:3 (1:1)-Pleite gegen den 1. FC Nürnberg stinksauer auf seine Mannschaftskollegen und nahm kein Blatt vor den Mund.

    Klare Worte
    Torsten Frings sprach nach der Niederlage gegen Nürnberg Klartext.

    «Einige kapieren einfach nicht, was es heißt, für Werder Bremen zu spielen. Sie müssen sich darüber klar werden, dass die Situation ernst ist», kritisierte der 33-Jährige die Sorglosigkeit seiner Mitspieler.

    Nach dem unglücklichen Pokal-Aus in München und dem verschenkten Bundesliga-Heimsieg gegen die frechen Franken müssen die Bremer Fußball-Profis schon am Dienstag ein anderes Gesicht zeigen, wenn es um die letzte Chance in der Champions League gegen Twente Enschede geht.

    «Wenn wir so wie heute spielen, scheiden wir aus, dann sind wir nicht gut genug», sagte Manager Klaus Allofs, «wenn ich aber die ersten 30 Minuten von uns sehe, habe ich keine Angst». Das Problem: Eine halbe Stunde auf Topniveau kann Werder immer spielen - doch danach sind die Bremer derart eingebrochen, dass Nürnbergs junge Truppe noch höher hätte gewinnen können. «Wir haben grausam gespielt, in der zweiten Halbzeit gefühlt keinen Zweikampf gewonnen», konstatierte Trainer Thomas Schaaf, der in Einzelgesprächen Sorgenkinder wie Marko Arnautovic schnell aufbauen will.

    Der Österreicher versiebt Großchancen wie am Laufband - ihm fehlt die Abgebrühtheit vor dem Tor. «Einige Spieler gehen zu sorglos mit den Situationen um, sie denken, die nächste Chance kommt ja gleich», monierte Frings. Nach der Führung von Hugo Almeida (5. Minute) verpassten es die Norddeutschen nachzulegen. Und nach Nürnbergs Aufbäumen kam Claudio Pizarros (90.+1.) Anschlusstreffer zu spät.

    Schaaf pflichtete seinem Kapitän Frings bei. Einige Akteure seien zu arglos und nachlässig im Defensivverhalten. Dies spiegelt sich auch in der Statistik wider: 21 Gegentore bedeuten die zweitschlechteste Abwehr der Liga, nur Tabellen-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach (30) hat bislang noch mehr Gegentreffer zugelassen.

    Eklatant viele Fehler machten die beiden Außenspieler der Viererkette, Wesley als Vertretung für den verletzten Clemens Fritz auf rechts und Mikael Silvestre. Der Franzose wurde nach etlichen Patzern ausgepfiffen und später ausgewechselt. «Ich kann die Fehler kaum nachvollziehen», sagte Allofs über den erfahrenen Profi. Seit Jahren suchen die Hanseaten nach einem starken Linksverteidiger und werden mit ihren Verpflichtungen einfach nicht glücklich.

    Die junge Elf aus Nürnberg demonstrierte den Bremern wie unbeschwert Fußball sein kann, wenn es einmal läuft. «Die Mannschaft war der beste Mann auf dem Platz», sagte Torschütze Mehmet Ekici (47.), der sich mit Doppelpack-Mann Ilkay Gündogan (45./73.) schon wegen der gemeinsamen türkischen Abstammung bestens versteht.

    Dass Leihgabe Ekici nächstes Jahr wieder zu den Bayern muss, Gündogan zu teuer wird und der Dritte im Bunde, Julian Schieber, wieder gen Stuttgart davonzieht, ist für «Club»-Trainer Dieter Hecking noch lange nicht ausgemacht: «Gündogan hat erstmal noch Vertrag bis 2012 und mit den Bayern ist in Sachen Ekici auch noch nicht das letzte Wort gesprochen.»

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