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    Enttäuschte Bayern suchen Trost in heimischen Titeln

    Jetzt sind die Bayern vor allem mental gefragt. Die Münchner wollen nach dem Champions-League-Schreck zumindest die Titel in Liga und DFB-Pokal festmachen. Das Double soll für den K.o. von Madrid entschädigen. Mittelfristig steht dann die Kader-Planung im Fokus.

    «Heimstark»
    Mit dem erneuten heimischen Double wollen sich die Bayern für den entgangenen Erfolg in der Champions League schadlos halten.
    Foto: Francisco Seco - dpa

    München (dpa). Nach dem Champions-League-Frust bemüht sich der FC Bayern um die Double-Lust. Noch gezeichnet vom K.o. in Madrid will sich der Rekordmeister im Saisonfinale ohne internationalen Glanz zumindest mit zwei heimischen Titeln trösten.

    „Im Fußball geht es immer weiter, immer nach vorne“, mahnte Nationalspieler Thomas Müller genervt vom Aus in der Königsklasse, aber bemüht, mit den Partien in der - praktisch entschiedenen - Bundesliga und im DFB-Pokal die Saison noch zu retten. Spätestens nach dem anvisierten Pokal-Finale sind dann die Clubchefs bei der Planung für das nächste Jahr am Zug.

    Bevor aber ein neuer Angriff auf Europas Fußball-Thron gestartet wird, soll das zwölfte nationale Double her. „Wir müssen Meister werden und den Pokal gewinnen“, stellte Flügel-Star Arjen Robben klar, nicht ohne enttäuscht nachzuschieben: „Mehr ist nicht drin.“

    Vor allem mit dem Pokal-Halbfinale am 26. April daheim gegen Borussia Dortmund wollen sich die Münchner von der dramatischen Nacht gegen Real ablenken. Einen „richtigen Kracher“ nannte Mats Hummels das Duell gegen seinen früheren Verein, „das nächste Highlight“.

    An glitzernde Champions-League-Abende reicht das Duell der beiden Europacup-Enttäuschten nicht heran. Für die Bewertung der Saison ist das Kräftemessen aber entscheidend: Verliert nämlich Bayern wie schon 2015 beim kuriosen Null-Tore-Elfmeterschießen erneut daheim gegen den BVB, dann war das erste Jahr von Trainer Carlo Ancelotti in München nicht gut genug. Da hilft dem Abo-Meister auch der 27. Titel in der Bundesliga nicht, den die Münchner „am besten in den nächsten zwei Spielen unter Dach und Fach bringen“ wollen, wie Hummels forderte.

    Wie fit der Abwehrchef und sein ebenso lädierter Weltmeister-Kollege Jérôme Boateng nach dem aufopferungsvollen, aber letztlich verlorenen Kampf im Bernabeu-Stadion sind, ist offen. Definitiv fehlen wird im Saisonfinale Torhüter Manuel Neuer, der sich bei der 2:4-Niederlage nach Verlängerung eine Knochenfraktur im linken Mittelfuß zuzog. Die Diagnose teilten die Bayern am Donnerstag nach einer Untersuchung mit. Der Schlussmann muss zwar nicht operiert werden, fällt aber wie erwartet für den Rest der Saison aus. Ersatzmann Sven Ulreich bekommt die Chance, sind nicht nur in verhältnismäßig unbedeutenden Partien, sondern im Halbfinale und einem möglichen Pokal-Endspiel zu zeigen.

    Das DFB-Pokal-Finale im Berliner Olympiastadion am 27. Mai soll für Philipp Lahm und Xabi Alonso ein würdiger Abschluss zweier langer und dekorierter Karrieren sein. „Hoffentlich wird das das letzte Spiel“, sagte der spanische Mittelfeldspieler und forderte im Ausblick auf die restliche Saison ein letztes Aufbäumen: „Es muss weitergehen.“

    Das Motto gilt auch für die Kaderplaner um den Technischen Direktor Michael Reschke, die Ersatz finden müssen für Lahm und Alonso und dafür jüngst eigentlich an Joshua Kimmich und Renato Sanches dachten.

    Ob sich Bayern nach dem Viertelfinal-Aus in der Champions League aber mit internen Lösungen zufrieden gibt, bleibt abzuwarten. Präsident Uli Hoeneß mahnte zuletzt in der „Sport Bild“, den eigenen Nachwuchs nicht zu vernachlässigen. „Der FC Bayern wird selbstverständlich weiterhin in Stars investieren, wenn wir auf einer Position Bedarf sehen“, sagte er. „Doch vorher müssen wir schauen, ob wir dafür nicht in den eigenen Reihen jemanden haben.“ Und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach beim Thema Umbruch von Erfahrung und Geduld.

    Aber vor allem das Hinspiel gegen Real hat gezeigt, dass der Ausfall eines Stars wie Robert Lewandowski mit dem Kader nicht aufzufangen ist. Ähnliche Torgaranten wie den Polen gibt es kaum, und wenn, dann kosten sie Ablösesummen nahe des dreistelligen Millionenbereichs. „Diese Super-Transfers passen nicht zu unserer Philosophie“, sagte Kaderplaner Reschke der spanischen Zeitung „El Paìs“ vor dem Duell gegen Real um die Multi-Millionen-Asse Cristiano Ronaldo und Gareth Bale. Nur spielen diese im Mai erneut um den Champions-League-Titel.

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