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    München

    Ehemaliger Bayern-Trainer Csernai stirbt mit 80

    Der Mann mit dem Seidenschal an der Seitenlinie war eine Stilikone der Bundesliga. Pal Csernai machte sich in den 70er und 80er-Jahren nicht nur als zweifacher Meistermacher des FC Bayern München einen Namen, er lenkte auch abseits des grünen Rasens gern die Aufmerksamkeit auf sich.

    Gestorben
    Trainer Pal Csernai (r) holte zwei Mal mit dem FC Bayern München die deutsche Meisterschaft.
    Foto: Frank Leonhardt - DPA

    In einer Zeit, in der die meisten Fußball-Trainer allein den spröden Trainingsanzug als Kleidungselement bevorzugten, setzte der Ungar mit seinem berühmten Schal ein modisches Signal, das in Erinnerung bleiben wird: Am 1. September starb Csernai nach einer langen Krankheit im Alter von 80 Jahren, wie der deutsche Rekordmeister mitteilte.

    «Der gehörte halt bei mir dazu. Das war nicht meine Erfindung, nur für den Fußball war es damals etwas Außergewöhnliches», sagte Csernai einmal über sein auffälliges Modeaccessoire. Auf mehr als ein Dutzend Stationen brachte es Csernai in seiner Trainerkarriere - zu echten Erfolgen führte er aber vor allem den FC Bayern. Zweimal feierte er in seiner Münchner Zeit zwischen 1978 und 1983 die Meisterschaft, einmal gewann der Trainer-Dressman den DFB-Pokal.

    Auf internationaler Ebene blieb ihm nur knapp ein gewichtiger Eintrag in die Fußball-Geschichtsbücher verwehrt. Im Mai 1982 erreichte Csernai mit den Bayern im Europapokal der Landesmeister das Finale - und musste dann mitansehen, wie sein bestens besetztes Team um Paul Breitner, Dieter Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gegen den englischen Topclub Aston Villa in Rotterdam mit 0:1 verlor.

    Bis zuletzt hatte er eine gute Beziehung zu dem Verein, der ihm in Deutschland zum Durchbruch verhalf. Später coachte er auch noch unter anderem Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC. «Der gesamte FC Bayern drückt allen engsten Vertrauten und Freunden Csernais sein tiefstes Mitgefühl aus und wird ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren», schrieben die Münchner auf ihrer Internetseite über Csernai, der zunächst lediglich als Assistent des damaligen Coaches Gyula Lorant in der Landeshauptstadt angefangen hatte.

    Als sein neun Jahre älterer Boss im Februar 1979 geschasst wurde, übernahm Csernai. Der Interimstrainer war äußerst beliebt in der Mannschaft - und durfte auch deshalb auf Dauer bleiben, weil sich die Führungsspieler um Breitner intern so vehement für ihn einsetzten, dass sie den von Präsident Wilhelm Neudecker als Lorant-Nachfolger auserkorenen Max Merkel verhinderten. Mit ihrem Aufstand jagten die Spieler obendrein Neudecker aus dem Amt.

    Csernai durchbrach zuvor festgefahrene Hierarchien und schuf eine neue Form von Miteinander beim FC Bayern. Zudem machte er spätere Modebegriffe wie «4-4-2» und «Stretching» salonfähig. «Dass nicht ein bekannter Trainer mit großem Namen die Mannschaft übernommen hat, sondern der Assistent, und ich sie aus einer schwierigen Lage zum Erfolg geführt habe, das war etwas Besonderes», erzählte Csernai. Bis vor wenigen Jahren reiste er zumindest einmal pro Jahr aus seiner Heimat Budapest für ein Bundesligaspiel der Bayern an.

    Alle weiteren Engagements des kantigen Ungarn in Deutschland blieben allerdings weitgehend erfolglos. In Dortmund (1985-1986), Frankfurt (1988-1989) und Berlin (1990-1991) war er seine Jobs schnell wieder los. Auch, weil er trotz seiner fachlichen Kompetenz immer eine Reizfigur blieb. Arroganz und Unnahbarkeit wurden Csernai in seinem Umfeld oft vorgeworfen, sein Verhältnis zu den Medien und den Fans galt als dauerkritisch. Csernai war nie jemand, der besonders geliebt wurde - dafür verschlug es ihn in den 90er-Jahren sogar mal als Nationaltrainer nach Nordkorea. Aber auch dort war schnell Schluss.

    Pal Csernai im Kurzporträt

    Geboren: 21. Oktober 1932 in Pilis/Ungarn

    Stationen als Profispieler:

    1956 - 1958 Karlsruher SC

    1958 - 1959 FC La Chaux-de-Fonds (Schweiz)

    1959 - 1965 Stuttgarter Kickers

    Stationen als Trainer:

    1968 - 1970 Wacker 04 Berlin

    1970 - 1971 SSV Reutlingen 05

    1971 - 1972 Royal Antwerp FC

    1973 - 1977 Badischer Fußballverband

    1978 - 1983 FC Bayern München

    1983 - 1984 PAOK Thessaloniki

    1984 - 1985 Benfica Lissabon

    1985 - 1986 Borussia Dortmund

    1987 - 1988 Fenerbahce Istanbul

    1988 Eintracht Frankfurt

    1990 Young Boys Bern

    1990 - 1991 Hertha BSC

    1993 - 1994 Nationaltrainer Nordkorea

    1994 - 1995 FC Sopron (Ungarn)

    Größte Erfolge:

    Deutscher Meister 1980, 1981

    DFB-Pokalsieger 1982

    Portugiesischer Pokalsieger 1985

    Bayern-Mitteilung

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