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    Düsseldorf

    BVB patzt, Bayer und Bayern top – Frontzeck weg

    Borussia Dortmund patzt, die Verfolger aus Leverkusen und München glänzen, Wolfsburg und Stuttgart spielen wie Absteiger und Mönchengladbach beurlaubt Trainer Michael Frontzeck. Der 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga hatte große Sieger und frustrierte Verlierer.

    Robbéry-Premiere
    Erfolgsgaranten: Franck Ribery (r) und Arjen Robben (l, vorne) spielten erstmals in dieser Saison zusammen.

    Frontzeck wurde nach der 14. Niederlage als Trainer in Mönchengladbach freigestellt. «Wir hätten uns alle sehr gewünscht, die gesteckten Ziele gemeinsam mit Michael Frontzeck zu erreichen. Nach den jüngsten Ergebnissen haben wir uns aber entschieden, den Trainer zu wechseln», sagte Vizepräsident Rainer Bonhof.

    Jubeltraube
    Bereits nach zwei Minuten hatten die Bayern Grund zum Jubeln - Mario Gomez traf zum 1:0.

    Auch für zwei andere Bundesliga-Größen verlief der Spieltag enttäuschend: Pierre Littbarski erlebte bei seinem Chefcoach-Debüt mit Wolfsburg eine Pleite. Superstar Michael Ballack durfte nach der Debatte um seine Zukunft im Nationalteam der Bayer-Gala in Frankfurt nur von der Bank zusehen und fehlte am Sonntag wegen einer Kniereizung beim Training. Dafür wurde in München der «FC Robben» gefeiert. Bremen kam gegen Hannover nicht über ein 1:1 hinaus.

    Rote Karte
    Vier Minuten vor Schluss sah Dortmunds Neven Subotic (m,r) die Gelb-Rote Karte - kurz danach fiel der Ausgleich.

    Liga-Primus Dortmund erlebte bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern einen Last-Minute-Schock. In der 90. Minute knallte Jan Moravek den Ball noch zum 1:1 in die Maschen und gab damit den BVB-Jägern eine Vorlage. «Den Sieg haben wir nicht verdient gehabt. Insgesamt war das zu wenig von uns», gab BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem dritten Remis in der Rückrunde zu. Der Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen beträgt noch zehn Punkte. Auf die rituelle Frage nach dem Titel antwortete Klopp: «Es muss sich keiner Sorgen machen, dass wir nicht merken, wenn wir Meister werden. Noch sind wir es aber nicht.»

    Punkteteilung
    Borussia Dortmund musste sich mit einem Punkt in Kaiserslautern zufrieden geben.

    Und so ganz ohne Widerstand sollen sie es auch nicht werden. Die Leverkusener trumpften in Frankfurt beim 3:0 groß auf. Noch größer war aber das Thema Ballack, den Trainer Jupp Heynckes ohne Ansehen der Person auf der Ersatzbank schmoren ließ. «Ich weiß, was ich zu tun habe», sagte Heynckes. Er baue Spieler nach Verletzungen eben vorsichtig auf und lasse sich nicht drängen - auch von Ballack nicht, der wortlos aus dem Stadion eilte.

    Hochgehoben
    Leverkusens 2:0-Torschütze Renato Augusto (oben) lässt sich von Arturo Vidal feiern.

    Für viel Gesprächsstoff sorgte das «Robbéry»-Comeback beim 4:0 des FC Bayern gegen 1899 Hoffenheim. «Das war beeindruckend», freute sich Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger nach der fulminanten Rückkehr von Franck Ribéry und Arjen Robben, die erstmal nach 273 Tagen wieder gemeinsam im Bayern-Dress wirbelten. «Wir haben sechs Monate ohne diese Spieler gespielt. Für die «Wochen der Wahrheit» mit der Champions-League-Revanche gegen Inter Mailand, der Kraftprobe mit dem BVB und dem Pokal-Hit gegen Schalke sieht er den FC Bayern nun gerüstet.

    Zu Null
    Leverkusen um Abwehrchef Sami Hyypiä (l) und Torwart René Adler spielten in Frankfurt zu Null.

    Auch der krisengeplagte FC Schalke 04 hofft nach dem 1:0 gegen den SC Freiburg und einer Charme-Offensive von Trainer Felix Magath nun endlich, kontinuierlich in die Erfolgsspur zu finden. «Ich bin froh, dass wir endlich wieder zu Hause gewonnen haben», sagte Magath nach dem ersten Heimtor und Bundesliga-Sieg vor eigenem Publikum 2011.

    Angeschlagen
    Gladbachs Trainer Michael Frontzek droht das Aus.

    Eher Sprach- und Ratlosigkeit herrscht bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach, das auch beim FC St. Pauli mit 1:3 unter die Räder kam. Platz 18 und nur 16 Punkte: Selbst im Abstiegsjahr 2007 hatte die «Fohlenelf» nach 22 Spieltagen mehr Zähler auf dem Konto. Noch am Sonntagmittag hatte sich Frontzeck im Anschluss an eine Krisensitzung optimistisch gezeigt, dass er im Amt bleiben werde - am Abend aber gab die Borussia die fast schon erwartete Trennung bekannt.

    Hamburgerjubel
    Der FC St. Pauli holte drei wichtige Punkte gegen den Abstieg.

    Ein weiteres Debakel erlebte der Vorletzte VfB Stuttgart beim 1:4 gegen den 1. FC Nürnberg. Während die Franken als Liga-Neunter ihr Saisonziel von Klassenverbleib auf Erreichen eines Europacup- Platzes umformulierten, blicken die Schwaben in den Abgrund. «Wir müssen wieder aufstehen», flüchtete sich VfB-Manager Fredi Bobic ebenso in Durchhalteparolen wie Trainer Bruno Labbadia: «Der größte Fehler wäre, jetzt auf die Mannschaft einzuschlagen.»

    Einstand
    Auch mit dem neuen Trainer Pierre Littbarski hält die Talfahrt des VfL Wolfsburg an.

    Beim 400-Spiele-Jubiläum von Bremens Trainer Thomas Schaaf hatte zunächst Didier Ya Konan (26.) Hannover 96 in Führung gebracht. Per Kopfball sorgte Per Mertesacker (50.) für einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf und verhinderte den Sturz auf den Relegationsplatz.

    FC-Stürmer
    Die Kölner Milivoje Novakovic (l) und Lukas Podolski bejubeln das Tor zum 2:1.

    In Köln geht es weiter aufwärts. Eine Woche nach dem umjubelten 3:2 über Rekordmeister FC Bayern gelang der Mannschaft von Trainer Frank Schaefer beim 4:2 über den FSV Mainz der nächste Coup. Mit jeweils zwei Toren schossen Lukas Podolski und Milivoje Novakovic ihren Club vorerst aus der Abstiegszone.

    Schwabenfrust
    Nach der 1:4-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg ist der Frust in Stuttgart groß.

    Bei VfL Wolfsburg ist nach dem 0:1 gegen den Hamburger SV ein Sündenbock auserkoren. Manager Dieter Hoeneß, der mit Interimscoach Pierre Littbarski den dritten Trainer in seiner 13-monatigen Amtszeit ins Rennen schickte, stellte diesen nach der Pleite schon wieder infrage. «Es geht darum, dass wir Punkte brauchen», sagte Hoeneß im ZDF. Wenn Weltmeister «Litti» dafür nicht sorgen kann, steht offenbar der Ex-Hoffenheimer Ralf Rangnick schon in den Startlöchern.

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