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    Bundesliga-Clubs: 186 Millionen Euro für neue Spieler

    Düsseldorf (dpa) - In der Fußball-Bundesliga ist von einer Finanzkrise nichts zu spüren. Zehn Tage vor dem Start in die 50. Saison haben die 18 Vereine so viel Geld in neue Spieler investiert wie seit fünf Jahren nicht mehr.

    Spitzenreiter
    Borussia Mönchengladbach hat bisher am meisten Geld für neue Spieler ausgegeben.
    Foto: Federico Gambarini - DPA

    Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur dpa liegt die Eliteklasse mit Ausgaben von insgesamt 186,23 Millionen Euro für 178 Neuzugänge sogar auf Rekordkurs. Die Bestmarke stammt aus dem Sommer 2007, als die Liga vor dem Saisonstart 194 Millionen Euro ausgab. Auf der Einnahmenseite standen bis Dienstagmittag 142,85 Millionen Euro, so dass die Liga auf dem Transfermarkt ein Gesamt-Minus von 43,38 Millionen Euro verzeichnet.

    Im Vorjahr hatten die deutschen Clubs zum vergleichbaren Zeitpunkt nur 132, in der Spielzeit 2010/2011 gar nur 87 Millionen Euro investiert. Zum Vergleich: Die englische Premier League gab vor der am Wochenende beginnenden Spielzeit rund 300 Millionen Euro aus und liegt damit weltweit vor der Serie A in Italien (280 Mio), Frankreichs Ligue 1 (198 Mio) und der Bundesliga.

    Die Ausgabenliste führt Borussia Mönchengladbach mit 31,2 Millionen Euro vor Bayern München (29,8) und Meister Borussia Dortmund (26,5) an. Anders als Rekordmeister München, der nur 500 000 Euro für den an Bremen verliehenen Stürmer Nils Petersen einnahm, konnten der BVB (Einnahme: 24,3) und Gladbach (23,0) ihre Transferbilanz durch Verkäufe in etwa wieder ausgleichen.

    Um Double-Gewinner Dortmund die Meisterschale und den DFB-Pokal wieder abzujagen und einen neuen Angriff auf die Champions League zu nehmen, rüsteten die Bayern ihren Luxuskader unter anderem mit Claudio Pizarro (ablösefrei aus Bremen), dem Schweizer Xherdan Shaqiri (Basel/11,6), Mario Mandzukic (Wolfsburg/13,0) und Dante (Gladbach/4,7) auf. Immerhin gelang es dem Vizemeister beim 2:1 im Supercup am Sonntag schon, sein BVB-Trauma nach zuletzt fünf Niederlagen zu überwinden.

    Gladbach stand als Vierter der Vorsaison vor der Aufgabe, den Substanzverlust durch den Abgang der Leistungsträger Marco Reus, Dante und Roman Neustädter auszugleichen. Denn Trainer Lucien Favre will mit seinem Team nicht nur den nationalen, sondern nach dem erstmaligen Einzug in den Europapokal nach 16 Jahren auch den hohen internationalen Anforderungen gewachsen sein. Dazu musste Sportdirektor Max Eberl tief in die Club-Schatulle greifen: Torjäger Luuk de Jong (Twente Enschede) kostete rund zwölf Millionen Euro Ablösesumme, für Alvaro Dominguez (Atlético Madrid) und Granit Xhaka (FC Basel) wurden zusammen mehr als 16 Millionen Euro fällig.

    Der BVB leistete sich in Nationalspieler Reus, für den man 17,1 Millionen Euro hinblätterte, den teuersten Spieler des Sommers. Von dessen Qualitäten ist aber nicht nur Trainer Jürgen Klopp total überzeugt. Ersatz war nötig, weil man Shinji Kagawa für 15 Millionen Euro zu Manchester United ziehen lassen musste. Für den bisherigen Lewandowski-Backup Lucas Barrios (für 8,5 Mio Euro nach China) wurde Sturmtalent Julian Schieber (6,0) aus Stuttgart losgeeist.

    Als einziger Club aus dem Toptrio der Vorsaison hielt sich Schalke 04 auf dem Transfermarkt zurück. Sportvorstand Horst Heldt musste weitere Hinterlassenschaften von Felix Magath regeln und hatte wenig Geld für Neuzugänge zur Verfügung. Zwölf Spieler plus Superstar Raúl verließen das Revier, nur sechs Neue kamen, darunter Leihgaben wie Edu oder Anthony Annan, die Schalke noch nicht loswurde. Wirklich neu sind nur der Leverkusener Tranquillo Barnetta und Neustädter. Beide kamen ablösefrei. Negativ zu Buche schlug lediglich der Kauf des zuvor ausgeliehenen Chinedu Obasi (4 Mio Euro) aus Hoffenheim.

    Die höchste Fluktuation gab es - wie könnte es anders sein - erneut bei Trainer-Manager Magath. Der starke Mann des VfL Wolfsburg holte 15 Neue für 20,6 Millionen Euro und sortierte 19 Profis aus, die etwa 14 Millionen Euro einbrachten. Am sparsamsten waren die Schwaben: Der VfB lieh Tim Hoogland für 200 000 Euro von Schalke aus.

    Eine positive Transferbilanz in finanzieller Hinsicht kann nur ein Drittel der Clubs aufweisen: Werder Bremen (+7,3 Millionen Euro), VfB Stuttgart (+6,8), 1. FC Nürnberg (+4,8), 1899 Hoffenheim (+4,65), Hamburger SV (+2,0) und Mainz 05 (+1,5). Aber es ist ja nicht alles vorbei - das Transferfenster ist noch bis zum 31. August geöffnet.

    Übersicht der Transfer-Ausgaben der Saison 2012/13:

    VereinZugänge/AusgabenAbgänge/EinnahmenTransfer-Bilanz
    Bor. Dortmund 26,50 Mio Euro 24,3 Mio Euro - 2,20 Mio Euro
    Bay. München 29,80 0,50 - 29,30
    Schalke 04 4,00 2,40 - 1,60
    Bor. Mönchengl. 31,20 23,00 - 8,20
    Bayer Leverkusen 16,80 6,55 - 10,25
    VfB Stuttgart 0,20 7,00 + 6,80
    Hannover 96 5,08 2,65 - 2,43
    VfL Wolfsburg 20,60 14,05 - 6,55
    Werder Bremen 13,50 20,80 + 7,30
    1. FC Nürnberg 2,20 7,00 + 4,80
    1899 Hoffenheim 13,00 17,65 + 4,65
    SC Freiburg 1,25 0,20 - 1,05
    FSV Mainz 05 1,30 2,80 + 1,50
    FC Augsburg 2,85 0,15 - 2,70
    Hamburger SV 7,50 9,50 + 2,00
    Greuther Fürth 2,45 1,30 - 1,15
    Eintr. Frankfurt 5,90 3,00 - 2,90
    Fort. Düsseldorf 2,10 - - 2,10
    Gesamt: 186,23 142,85 - 43,38

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