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    Bayern sucht „Mia san Mia“-Gefühl – Ribéry fällt lange aus

    Der FC Bayern geht mit vielen Baustellen in die Länderspielpause. Das Selbstbewusstsein ist angeschlagen, die Trainerfrage offen – zudem bereitet der lange Ausfall von Franck Ribéry Sorgen. Der Interimscoach warnt bereits vor dem Verlust der Ausnahmestellung.

    Sagnol/Salihamidzic
    Ratlosigkeit bei den Bayern.
    Foto: Michael Kappeler – dpa

    Berlin (dpa). Wer san mia? Völlig verunsichert verabschiedete sich der FC Bayern in die Länderspielpause und muss neben einer Trainerlösung auch sein altes bajuwarisches Selbstverständnis finden.

    Und nicht nur sportlich trifft es den Rekordmeister derzeit hart – mit einem Außenbandriss im linken Knie fällt Franck Ribéry lange aus. Die Verletzung werde konservativ behandelt, teilten die Münchner nach einer eingehenden Untersuchung mit. Das Knie soll zunächst für einige Wochen mit einer Schiene ruhiggestellt werden. Ob der 34-Jährige noch in der Hinrunde auf den Platz zurückkehrt, ist damit fraglich.

    Wie ein Sinnbild der Bayern-Krise war Ribéry nach dem enttäuschenden 2:2 bei Hertha BSC auf Krücken davon gehumpelt. Als Wortführer nahm Thomas Müller sich und seine Teamkollegen anschließend öffentlich in die Pflicht. „Jeder muss vor der eigenen Haustür kehren und schauen, dass er wieder an die 100 Prozent rankommt“, sagte der Nationalspieler und forderte eine „harte Analyse“ durch die Spieler. „Nach den zwei Wochen Pause müssen wir die Punkte einfahren.“

    Fünf Zähler Rückstand auf den vorerst enteilten Spitzenreiter Borussia Dortmund, die schlechteste Bilanz seit sieben Jahren – und erstmals in der Vereinsgeschichte zweimal nacheinander eine 2:0-Führung verspielt. Die Münchner Probleme liegen derzeit tiefer, als dass sie nur durch den schnellen Rauswurf von Carlo Ancelotti behoben worden konnten.

    So erhöht das dritte sieglose Pflichtspiel in Serie auch den Druck in der Nachfolgefrage. Es gebe „einige Optionen“, erklärte Sportdirektor Hasan Salihamidzic in Berlin – gab sich aber auf konkrete Nachfrage zum naheliegendsten Trainer-Kandidaten Thomas Tuchel wortkarg.

    Auch bei Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf der Tribüne dürfte der Auftritt für neue Fragen gesorgt haben, ob sich der Club eine längere Phase des Übergangs erlauben kann. Die alte Aura der Unverwundbarkeit auf dem Platz ist vorerst verschwunden, aufmüpfig ließ sich Hertha selbst vom zweiten Gegentor nicht einschüchtern. Interimstrainer Willy Sagnol stellte danach sogar die eigene fußballerische Ausnahmestellung in Frage. In der aktuellen Verfassung seien die Bayern „nicht mehr die stärkste Mannschaft in Deutschland“, erklärte der Franzose.

    Nach den WM-Qualifikationsspielen müssen die Bayern in wegweisenden Partien im DFB-Pokal bei RB Leipzig, in der Champions League gegen Celtic Glasgow oder der Bundesliga bei Borussia Dortmund bis Anfang November unter Beweis stellen, dass die aktuelle Misere nur ein Ausrutscher gewesen ist. „Wir haben jetzt eine Woche etwas anderes und dann haben wir eine normale Trainingswoche“, sagte Innenverteidiger Mats Hummels zur nahen Zukunft. „Da können wir an Dingen arbeiten.“

    Der Weltmeister wehrte sich mit Vehemenz gegen den Vorwurf, ein „Königsmörder“ des geschassten Ancelotti zu sein. Dabei hatte Clubchef Hoeneß selbst noch Spekulationen mit seiner Aussage befeuert, dass der Italiener mit seinen Aufstellungen fünf Spieler „auf einen Schlag gegen sich gebracht“ hatte. Auch diese öffentlichen Debatten-Schauplätze wird die Vereinsführung möglichst rasch schließen wollen.

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