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    Bayer Leverkusen verliert beim HSV 0:1

    Das war bitter für Leverkusen. Statt den Ärger um die Sperre für Hakan Calhanoglu zu vertreiben, setzt es in Hamburg nach schwacher Vorstellung die nächste Niederlage - und der Torschütze ist auch noch bestens bekannt. Für die Hanseaten ist der Sieg enorm wichtig.

    Hamburger SV - Bayer Leverkusen
    Die Spieler des HSV feiern mit dem Torschützen Kyriakos Papadopoulos (2.v.l.) den Sieg.
    Foto: Axel Heimken - dpa

    Hamburg (dpa). Einen Tag nach der Viermonatssperre gegen Hakan Calhanoglu hat der Krisenclub Hamburger SV Bayer 04 Leverkusen den nächsten Schock versetzt.

    In einem hektischen Bundesliga-Spiel holten die Hanseaten mit dem 1:0 (0:0) am Freitagabend ihre ersten Zähler im Jahr 2017 und verschärften das Stimmungstief bei der Fußball-Werkelf. Ausgerechnet der von Leverkusen ausgeliehene Kyriakos Papadopoulos sorgte mit seinem Tor in der 76. Minute für die Entscheidung in einem lange unansehnlichen und zerfahrenen Spiel. Der HSV schob sich durch den Erfolg mit 16 Punkten vorerst wieder auf den Relegationsrang 16.

    „Wir müssen weiter arbeiten. Wir müssen nicht jubeln. Wir haben noch nichts geschafft“, sagte Innenverteidiger Papadopoulos, der bei dem Treffer seiner ungewöhnlichen Rückennummer 9 alle Ehre machte. „Wir wollten den Sieg heute mehr als Leverkusen“, konstatierte Lewis Holtby.

    Leverkusen stagniert mit 24 Zählern auf dem neunten Platz. Zudem wurde ein Club-Rekord verpasst. In 20 Spielen nacheinander hatte Bayer auswärts getroffen. Nummer 21 wären eine Bestmarke gewesen, doch vor 45 653 Zuschauern im Volksparkstadion war Bayer viel zu harmlos. „Das war ein herber Rückschlag für uns. Da werden wir einiges aufzuarbeiten haben“, sagte Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade.

    Die Bestätigung der FIFA-Strafe für Calhanoglu durch den Sportgerichtshof CAS wegen Transfervergehen aus dessen Karlsruher Zeit hatte Leverkusens Vorbereitung beeinträchtigt. Auch Sportdirektor Rudi Völler reagierte auf Fragen nach den Konsequenzen kurz vor dem Anpfiff dünnhäutig. Die sportlichen Fragen nach dem 2:3-Ausrutscher gegen Mönchengladbach in der Vorwoche waren jedenfalls überlagert. „Es ist bitter, aber es darf uns nicht beeinflussen“, sagte Bayern Trainer Roger Schmidt und forderte eine Trotzreaktion „auch für Hakan“.

    Eine die Offensivaktionen ordnende Kraft hätte Bayer dringend nötig gehabt. Die erste Halbzeit offenbarte schonungslos, warum beide Mannschaften weit hinter den eigenen Erwartungen liegen. Der HSV spielte zerfahren, strukturlos und Bayer halfen die besseren technischen Anlagen auch nichts. Die Konsequenz: Keine Torchance für beide Mannschaften bis zum Pausenpfiff. Das konnte allerhöchstens noch HSV-Torwart René Adler gefallen, der nach auskurierter Blessur wieder im Team stand - und das gleich als Kapitän.

    Bei allen fußballerischen Mängeln war beim HSV zumindest zu erkennen, dass die prekäre Lage im Keller erkannt zu sein scheint. Die Zweikämpfe wurden kompromisslos angenommen. Leverkusens Offensive, in der für den verletzten Chicharito Kevin Volland und Admir Mehmedi anstelle von Julian Brandt spielten, fand lange keine Mittel.

    Schmidt versuchte es nach dem Wechsel noch offensiver. Stefan Kießling ersetzte den Calhangolu-Ersatz Julian Baumgartlinger. Ganze 73 Sekunden dauerte es bis zur ersten Chance des Spiels, doch die hatte der HSV. Nach Hackentrick von Nicolai Müller schoss Bobby Wood an die Latte. Die Hamburger drückten und Leverkusen wirkte erst einmal perplex, überstand aber die kurze Drangphase des HSV.

    Nun war der Versuch von Bayer zu erkennen, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen. Und doch hatte das Spiel eine bittere Pointe für die Gäste. Der an die Hamburger ausgeliehene Papadopoulos köpfte nach einer Müller-Flanke zum Siegtor ein. Das mögliche 1000. Heimgegentor der Hamburger in der Bundesliga fiel nicht mehr - Kießling traf per Kopfball die Latte (85.). „Wenn du in Hamburg nur einen oder zwei Torschüsse hast, ist das zu wenig“, sagte Kießling. „Ich habe keine Erklärung.“

    Mitteilung HSV

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