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    0:0 in Hoffenheim: HSV zeigt zu wenig für Europa

    Der Hamburger SV hat einen großen Schritt Richtung Europa League verpasst. Durch das 0:0 bei 1899 Hoffenheim ließ der HSV die große Gelegenheit ungenutzt, bis auf zwei Punkte an den Tabellenfünften Mainz 05 heranzukommen.

    TSG 1899 Hoffenheim  – Hamburger SV
    Der Hoffenheimer Ryan Babel (r) und der Hamburger Ze Roberto kämpfen um den Ball.
    Foto: DPA

    Für Trainer Michael Oenning war es der erste Dämpfer im zweiten Spiel. Seine Mannschaft spielte dabei so schwach, dass es im Gegensatz zum 6:2 gegen den 1. FC Köln nicht als Argument für eine langfristige Perspektive des 45-Jährigen in seinem neuen Amt durchging.

    Dennoch war der HSV-Coach nicht enttäuscht über das Resultat. «Hier hat Dortmund zuletzt verloren. Ich bin zufrieden, dass wir einen Punkt mitgenommen haben», sagte Oenning. «Für die Zuschauer war es nicht das Highlight, aber die Moral hat gestimmt. Wir haben jetzt schwere Spiele vor der Brust, deswegen ist der Punkt gut für uns», meinte 1899-Abwehrspieler Andreas Beck, der von einem «gerechten 0:0» sprach. «Wir haben aus den wenigen Möglichkeiten kein Tor gemacht. Das fehlt im Moment», erklärte sein Coach Marco Pezzaiouli.

    Gemessen an der Chance, die die Tabelle für sie bereithielt, wirkten die Hamburger einmal mehr viel zu uninspiriert und blutleer. Sie zeigten zwar in einigen wenigen Ansätzen, dass sie über die bessere Spielanlage verfügten, doch das machte Hoffenheim mit deutlich mehr Lauffreude und Engagement mehr als wett.

    Lange Zeit tat sich so bis auf je eine Kopfballchance für Hoffenheims Vedad Ibisevic (5.) und Hamburgs Joris Mathijsen (7.) nichts, ehe die Gastgeber ihre bis dato gefährlichsten drei Minuten hatten: Erst scheiterte Ibisevic in seinem 100. Bundesliga-Spiel an Torwart Frank Rost (22.), dann schoss Ryan Babel am Tor vorbei (24.).

    Der HSV brachte nach vorne überhaupt nichts zustande. Symptomatisch war eine Szene aus der 38. Minute, als Mladen Petric und Heung Min Son eine gute Kontermöglichkeit geradezu verstolperten. Dass der letzte Pass fast nie ankam, betraf beide Teams. Entsprechend laut war das Pfeifkonzert der 30 150 Zuschauer zur Pause.

    Dabei hatten beide Trainer vor der Partie für einen Paukenschlag gesorgt. Pezzaiuoli strich Sejad Salihovic aus dem Kader, weil der im Training mit seinem Kollegen Marvin Compper aneinandergeraten war und eine Kopfnuss angedeutet hatte.

    Oenning ließ Paulo Guerrero wegen mehrerer «Undiszipliniertheiten» zu Hause und nahm dafür sogar einen Engpass im Sturm in Kauf. Denn dort fehlte auch Ruud van Nistelrooy wegen einer Gelbsperre. Beim HSV profitierte das südkoreanische Talent Son vom Durchgreifen seines Coaches, bei Hoffenheim kam der brasilianische Winterpausen-Einkauf Roberto Firmino zu seinem ersten Einsatz von Beginn an.

    Nach der Pause erarbeiteten sich die Gäste zwar ein deutliches Übergewicht, blieben aber zu ungefährlich. Ein Fernschuss von Dennis Aogo war noch die beste Torchance (76.). Pech hatte 1899-Talent Boris Vukcevic, der nur 15 Minuten nach seiner Einwechslung wieder verletzt raus musste (69.).

    So hatte am Ende rein statistisch gesehen sogar der HSV mehr von diesem Ergebnis: Für ihn war es nach einem 0:3 und einem 1:5 in den Vorjahren die bislang erfolgreichste Dienstreise in den Kraichgau. Hoffenheim hat nun von den letzten sieben Spielen nur eines gewonnen.

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