DFB-Pokal 1. Runde

Bayer bleibt beim Torfestival gnädig

Lange lag ein zweistelliges Ergebnis in der Luft, doch am Ende machte es Bayer Leverkusen gegen Eintracht Norderstedt gnädig. Auch Neuzugang Patrik Schick gehörte zu den Torschützen.

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Eintracht Norderstedt – Bayer Leverkusen
Leverkusens Spieler bejubeln das Führungstor von Lars Bender (M).
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Leverkusen (dpa). Eine halbe Stunde gnadenlos, eine Stunde im Schongang: Im ersten Pflichtspiel nach dem Abgang von 100-Millionen-Mann Kai Havertz hat Bayer Leverkusen ein Torfestival gefeiert, das mögliche zweistellige Ergebnis aber verpasst.

Im Erstrunden-Spiel des DFB-Pokals besiegte der Vorjahres-Finalist den Viertligisten Eintracht Norderstedt in der BayArena mit 7:0 (6:0). Eigengewächs Havertz war vor einer Woche zum FC Chelsea nach London gewechselt und könnte am Montag bei Brighton and Hove Albion sein Debüt in der Premier League geben.

Auch ohne das vielleicht größte deutsche Talent und nach der kürzesten Vorbereitung aller Teilnehmer an diesem Wochenende wackelten die Leverkusener zu keiner Sekunde. Lars Bender (4.), Nadiem Amiri (10./31.), Lucas Alario (12.), Florian Wirtz (21.) und der neue Kapitän Charles Aranguiz (30.) trafen gegen den lange bemitleidenswerten Außenseiter schon in der ersten halben Stunde. Neuzugang Patrik Schick, in der Vorwoche für 26,5 Millionen Euro als Nachfolger des zu AS Monaco gewechselten Kevin Volland verpflichtet, kam nach der Pause zu seinem Debüt und vergab zunächst zwei Riesenchancen (50./57.), bevor er doch auch traf (77.).

Für Norderstedt war bei der dritten Teilnahme am DFB-Pokal zum dritten Mal in der ersten Runde Schluss. Die Niederlagen gegen die SpVgg Greuther Fürth (1:4/2017) und den VfL Wolfsburg (0:1/2018) waren aber glimpflicher ausgefallen.

Bayer war mit der bestmöglichen Elf angetreten und hatte so bewiesen, das Spiel, den Gegner und vor allem den Wettbewerb ernst zu nehmen. „Wir haben Berlin vor Kurzem erlebt, leider ohne Zuschauer“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes vor dem Spiel bei Sky mit Blick auf das verlorene Pokal-Endspiel gegen den FC Bayern (2:4): „Das Erlebnis Berlin noch mal mit Zuschauern zu erleben, ist eine große Motivation. Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr.“

Entsprechend hatte Leverkusen alles im Griff. Schon nach elf Minuten und dem 0:3 war die leise Hoffnung auf eine Sensation endgültig dahin. Es ging nur noch um Schadensbegrenzung. Doch Bayer ließ zunächst nicht locker und hatte mächtig Spaß am Kombinationsspiel, Norderstedt sah zwischenzeitlich kaum den Ball. Nach dem Wechsel ließ es Bayer gegen den nun besser sortierten Außenseiter gemächlicher angehen, vergab zudem beste Chancen und verzichtete quasi auf den bei 34:2 Torschüssen möglichen höchsten Pflichtspielsieg der Club-Geschichte. Der bleibt das 11:0 beim BSV Brandenburg 1995.

© dpa-infocom, dpa:200913-99-545798/2

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