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Paris

Marseilles Brandão: Vom Verbannten zum Retter

dpa

Verspottet, verklagt und verbannt: Der Brasilianer Brandão ist ein höchst unwahrscheinlicher Held, der in Frankreich durch die Hölle ging – und irgendwie immer noch geht.

Hoffnungsträger
In Marseilles glaubt man an die Künste von Brandão.
Foto: Daniel dal Zennaro – DPA

Dass Olympique Marseille aber das Viertelfinale der Champions League gegen den FC Bayern München bestreiten darf, haben die Südfranzosen einzig und allein ihrem 31-jährigen Mittelstürmer zu verdanken. Im Achtelfinal-Rückspiel bei Inter Mailand (1:2 nach Verlängerung) sicherte der «Notnagel» nämlich mit seinem entscheidenden Tor zum 1:1 das Weiterkommen.

Nun muss der 1,89-Meter-Mann mit dem bescheidenen Marktwert von einer Million Euro im Stade Vélodrome gegen den deutschen Rekordmeister wieder viele Hoffnungen schultern, denn der 2010 für 15 Millionen Euro vom FC Toulouse in die Provence gewechselte André-Pierre Gignac ist völlig außer Form und inzwischen zum Luxusreservisten degradiert. Und der zweite OM-Nationalstürmer, Loic Remy, der zuletzt fast alle Tore der «Hellblauen» schoss, hat immer noch Beschwerden am Oberschenkel. Sein Einsatz im Hinspiel ist deshalb mehr als fraglich.

«Die Geschichte des Brandão ist unglaublich», staunt der frühere Nationalspieler und heutige Radiomitarbeiter Jean-Michel Larqué. Nach sieben Jahren beim ukrainischen Schachtar Donezk, wo er in 129 Spielen 68 Mal traf, wurde Brandão Anfang 2009 von Marseille geholt. In der Grande Nation schaffte der Mann aus São Paulo aber nie den Durchbruch. Wegen seiner oft komischen Bewegungen auf dem Platz und seiner sehr beschränkten Ball-Technik wurde er von Medien und Fans oft ausgelacht.

Sorgen ganz anderen Kalibers kamen im März vergangenen Jahres hinzu. Nach einer Disco-Nacht zeigte ihn eine junge Frau wegen Vergewaltigung an. Brandão beteuerte seine Unschuld. Um dem Rummel zu entgehen, wurde er von Marseille verbannt und auf Leihbasis in seine Heimat zunächst zu Cruzeiro und dann zu Gremio Porto Alegre geschickt.

Weil Olympique in diesem Winter händeringend nach einem neuen Stürmer suchte, die Clubkassen aber leer waren, erinnerten sich die Verantwortlichen an den Mann, der bürgerlich Evaeverson Lemos da Silva heißt. Während das Verfahren wegen Vergewaltigung noch läuft, traf der Brasilianer dieses Jahr in 18 Spielen sechsmal. Er schoss OM ins Ligapokal-Finale und traf dann in Mailand schon vier Minuten nach seiner Einwechslung. Der Radiosender «Europe1» sprach von einer «Wiederauferstehung».

«Er hat das Tor in Mailand vor der Einwechslung angekündigt. 'Ich treffe heute', sagte er zu mir. Er ist unser Held, Bravo und dank an ihn», sagte Olympique-Trainer Didier Deschamps. Vor dem Bayern-Spiel bauen auch die Kollegen auf den «unangenehmen Retter» («Le Nouvel Observateur»).

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