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    Chelsea hat „genug Feuerkraft“ ohne Costa

    Das 6:0 gegen Qarabag Agdam war für den FC Chelsea eine Erfüllung der Pflicht. Der 2:1-Sieg bei Atlético Madrid fällt dagegen schon in die Kategorie Kür. Nach dem Last-Minute-Triumph in der Königsklasse ernten die Blues viel Lob. Trainer Conte bleibt aber bescheiden.

    Atletico Madrid – FC Chelsea
    Chelseas Trainer Antonio Conte jubelt mit seinen Spielern über den späten Erfolg.
    Foto: Francisco Seco – dpa

    Madrid (dpa). Noch Stunden nach dem Abpfiff war Meistertrainer Antonio Conte von der Vorstellung seines Teams begeistert. Der für sein Temperament bekannte Italiener genoss den Abend des Sieges.

    Nach dem späten 2:1 seines FC Chelsea bei Atlético Madrid war Conte fast ausgeflippt, beim Siegtreffer von Michy Batshuayi in der vierten Minute der Nachspielzeit sprang er jubelnd in die Luft. „Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie es verdient, solche Spiele zu spielen“, erklärte Conte nach dem zweiten Sieg im zweiten Champions-League-Spiel beim TV-Sender BT Sport.

    Auch britische Medien lobten die starken Blues. Conte habe seinem Gegenüber Diego Simeone „eine Lektion erteilt“, fand die Tageszeitung „The Independent“. Und „The Guardian“ schrieb: „Chelsea steht an der Spitze der Gruppe. Aber viel wichtiger ist, dass sie gegen eine Mannschaft beeindruckt haben, die in vier Jahren zweimal im Finale stand.“ Zudem brachte Chelsea den Spaniern die erste Pleite im neuen „Wanda Metropolitano“ bei. Die Madrider Zeitung „AS“ bezeichnete es etwas drastisch als eine „Schändung“ des neuen Stadions.

    „BBC Sport“ resümierte in Anspielung auf den Wechsel des bisherigen Chelsea-Stürmers Diego Costa zu Atlético: „Die beiden verbleibenden Stürmer Batshuayi und Morata zeigen, dass dieses Team noch genug Feuerkraft hat, um Europas Elite zu beunruhigen.“ Costa, der erst von Januar an für Atlético spielberechtigt ist, saß auf der Tribüne und schlug nach dem Spiel die Hände vors Gesicht, während Alvaro Morata, sein Nachfolger im Chelsea-Angriff, auf dem Platz jubelte.

    Halb Madrid spricht nun von der „Rache des Balljungen“, darunter die Sportzeitung „Marca“. Der 24 Jahre alte Morata, der mit seinem Ausgleichstor die erste Niederlage im zwölften Heimspiel gegen ein englisches Team einleitete, hatte als kleiner Junge bei Atlético sein Fußballerglück versucht und sich bei Erstligaspielen als Balljunge betätigt. Doch er wurde bald ausgemustert und wechselte zum Stadtrivalen Real Madrid, wo er bekanntlich mehr Erfolg hatte.

    Von „Rache“ wollte Morata aber nichts wissen: „Der Sieg macht mich glücklich. Die drei Punkte sind immens wichtig. Und zu treffen ist natürlich immer schön. Meine Freude hat mit meiner Vergangenheit aber nichts zu tun“, beteuerte er. Die Pfiffe des Publikums in seiner Heimatstadt hätten ihm nicht weh getan. „Nein, die sind verständlich, ich war ja bei Real“, sagte der Spanier.

    Sein Trainer stapelte nach dem Sieg tief. Auf die Frage nach Chelseas Titelchancen in der Königsklasse bemühte Conte alte Fußball-Floskeln, etwa dass man „von Spiel zu Spiel denken“ und sich „von Saison zu Saison verbessern“ müsse. Einige Medien beurteilen das anders. Das Fußballmagazin „ESPN FC“ sah in dem Auswärtssieg sogar schon einen englischen Trend und titelte: „Chelseas Sieg bei Atlético ist ein Zeichen für den Aufschwung der Premier League in Europa.“

    Für Prognosen ist es nach zwei Spieltagen noch zu früh. Fakt ist aber, dass die englischen Spitzenclubs erfolgreich in die Champions League gestartet sind. Denn neben Chelsea haben auch Manchester United, Man City und Tottenham Hotspur ihre ersten beiden Partien zum Teil eindrucksvoll gewonnen. Nur Jürgen Klopps FC Liverpool hat nach zwei Remis noch deutlich Luft nach oben.

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