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    APOEL Nikosia fiebert Özil & Co. entgegen

    Das kleine Stadion mit Platz für 22 859 Zuschauer ist seit Wochen ausverkauft, die heimischen Blätter überschlagen sich mit Superlativen. Die Champions-League-Sensation APOEL Nikosia darf sich im Viertelfinal-Hinspiel mit Real Madrid messen.

    Underdog
    Nikosias Trainer Ivan Jovanovic kann gegen Real Madrid nur auf ein Wunder hoffen.
    Foto: Katia Christodoulou - DPA

    Nach der Wunderreise durch die Vorrunde und dem Elfmeter-Coup gegen Olympique Lyon im Achtelfinale soll das Duell mit Mesut Özil, Cristiano Ronaldo & Co. für das erste zyprische Team im Königsklassen-Viertelfinale ein weiterer Fußball-Feiertag werden.

    «Wir haben etwas Besonderes erreicht, etwas, was nie wieder passieren wird», sagte APOEL-Präsident Phivos Erotokritou. «Die Uhr für das Treffen mit der Fußballgeschichte tickt für APOEL», schrieb die Zeitung «Goal News». «Das Spiel mit Real ist der Höhepunkt der Geschichte des Vereins», urteilten gleich mehrere Zeitungen in ihren aktuellen Ausgaben. Das politische Blatt «Charavgi» ging mit ihrer Schlagzeile forsch in die Offensive: «Erster Schritt für das Halbfinale», schrieb die Zeitung.

    Dabei ist der zyprische Meister erst zum zweiten Mal im Millionenspiel Königsklasse dabei. Vor zwei Jahren schied das Team ohne jeden Sieg als Gruppenletzter aus. Niemand nahm Notiz von den Billigkickern. Dieses Mal schafft es der bunt zusammengewürfelte Haufen aus Brasilianern, Portugiesen, Griechen und Zyprern sogar, dem Star-Ensemble von Real Madrid Respekt einzuflößen.

    «APOEL war die Überraschungself im Wettbewerb und wir müssen mit großem Respekt zu Werke gehen», sagte Reals Vorstandsmitglied Emilio Butragueño vor der Partie. «Sie haben das Viertelfinale erreicht, das heißt, dass sie ein starkes Team haben. Wir müssen fokussiert auf jedes Detail und wachsam sein.» Der frühere Stürmer schränkte aber auch realistisch ein: «Es stimmt, es gab andere Teams im Lostopf, die wir unbedingt vermeiden wollten.»

    Der Ausflug auf die Mittelmeerinsel soll für die «Königlichen» daher auch nur ein Zwischenstopp auf dem Weg ins erhoffte Halbfinale gegen den FC Bayern München oder Olympique Marseille werden.

    Die Zyprer wissen um ihre Underdog-Rolle. «Es ist uns egal, was passiert. Allein, dass wir gegen Real Madrid in dieser Phase spielen, ist für uns ein Traum, der wahr wird», sagte ein APOEL-Anhänger am Tag vor dem Spiel der Spiele.

    Die Tickets sind restlos verkauft. In der vergangenen Woche gab es einen Kampf um die letzten 800 Karten. Mehr als 4000 Menschen standen stundenlang Schlange, der Vorstand von APOEL entschuldigte sich später. «Auch wenn wir ein Stadion mit dreifacher Kapazität hätten, würden wir es füllen. Es ist menschlich nicht machbar, alle zu befriedigen», hieß es in einer Vereinsmitteilung. Sogar aus Griechenland, Australien und Kanada gab es Ticketanfragen.

    Und wie sieht die Taktik von Trainer Ivan Jovanovic beim Streben nach dem nächsten Fußballwunder aus? «Wir brauchen Ballbesitz. Sonst gehen wir unter», sagte der Coach kurz und knapp.

    Im zweiten Dienstag-Spiel zur Viertelfinal-Ouvertüre ruhen alle englischen Hoffungen auf dem FC Chelsea. Der letzte Vertreter von der Insel tritt als leichter Favorit bei Benfica Lissabon an. «Chelsea ist ein großer Name, aber wir werden deshalb keine schlaflosen Nächte haben», sagte Benfica-Sportdirektor Rui Costa.

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