Champions League

Bayern und Leipzig starten Königsklassen-Countdown

Leroy Sané schwitzt schon seit einer Woche in München, jetzt steigen seine neuen Bayern-Kollegen wieder ins Training ein. Der frühere Weltmeister-Assistent Hansi Flick will sein Star-Ensemble für das Titelturnier der Königsklasse fit machen. Auch ein Rivale legt los.

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Fokussiert
Konzentriert sich mit dem FC Bayern München voll und ganz auf die Champions League: Trainer Hansi Flick.
Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

Leipzig (dpa). Double war gestern. Der FC Bayern startet nach einer kurzen Verschnaufpause den Countdown für das ambitionierte Triple-Projekt.

„Ich fokussiere mich immer auf das, was kommt. Die Meisterschaft ist abgehakt, der Pokalsieg ist abgehakt – und jetzt kommt die Champions League“, sagte Trainer Hansi Flick während des nicht einmal zweiwöchigen Kurzurlaubs für den deutschen Fußball-Rekordmeister. 34 Tage vor dem anvisierten Königsklassenendspiel in Lissabon lässt auch Julian Nagelsmann RB Leipzig wieder schwitzen.

Für die Bayern steht dann der erste Corona-Test an. Bei der ersten Cyber-Trainingseinheit sollen die drei Neuzugänge Leroy Sané, Tanguy Nianzou und Alexander Nübel schon integriert werden, wenngleich sie in der Champions League nur Zuschauer sind. Anders als die Urlauber sprintete der knapp 50 Millionen Euro teure ManCity-Zugang Sané schon in der vergangenen Woche an der Säbener Straße. Zusammen mit Niklas Süle, der wie Sané nach einem Kreuzbandriss wieder in Form kommen will. Süles Ziel ist die Champions League, in der es für die Münchner am 8. August mit dem Achtelfinalrückspiel gegen den FC Chelsea weiter geht.

Nach dem 3:0 in Hinspiel vor der Corona-Zwangspause sollte in der heimischen Arena auf dem Weg zum Finalturnier vom 12. bis 23. August in Lissabon nichts mehr schiefgehen. Doch statt sich mit möglichem Viertel- oder Halbfinale in Portugals Hauptstadt Lissabon zu befassen, mahnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an, den „Fokus auf Chelsea“ zu lassen. „Mir ist nach dem Double-Gewinn in der Öffentlichkeit schon wieder zu viel Euphorie im Spiel“, sagte Rummenigge. Die Londoner sollen nicht wie im verlorenen Finale 2012 noch einmal für einen „Albtraum dahoam“ sorgen.

Chelsea ist im Spielrhythmus, die Münchner müssen erst wieder Tempo aufnehmen. Die Mannschaft sei ausgeruht „und kann sich in einer kurzen Phase von drei Wochen komplett auf das konzentrieren, auf das es ankommt“, sagte Flick. Mit dem Start ins Cyber-Training, dem nach weiteren Corona-Tests von Donnerstag an das Kleingruppentraining und dann in einer Woche die Teameinheiten folgen sollen, ist der 55-Jährige komplett auf das nächste Bayern-Ziel fokussiert.

„Das hat auch die Mannschaft verinnerlicht. Sie sind heiß“, sagte Flick. „Wir wollen eine intensive Champions-League-Phase einleiten.“ Der langjährige Assistenzcoach von Bundestrainer Joachim Löw weiß von EM- und WM-Vorbereitungen wie vielleicht kein zweiter noch im Wettbewerb vertretene Trainer, worauf es bei der Einstimmung auf ein Turnier besonders ankommt.

Beim Blitzturnier mit Viertel- und Halbfinale in jeweils nur einer Partie hängt noch mehr von der Tagesform ab als sonst. Bei einem im K.o.-Modus durchgeführten Turnier könne alles passieren, sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer. „Aber natürlich hat unsere Mannschaft diesen Titel im Kreuz.“ Erst drohen aber Superstar Lionel Messi und der FC Barcelona im Viertelfinale. Danach könnte Manchester City mit Ex-Coach Pep Guardiola, Juventus Turin mit Cristiano Ronaldo oder Spaniens Meister Real Madrid der Gegner sein.

Die bereits für das Viertelfinale qualifizierten Leipziger, die nach der Leistungsdiagnostik von Mittwoch an trainieren, haben mehr Planungssicherheit. Erst geht's gegen Atlético Madrid, im Halbfinale dann gegen den Sieger aus der Paarung Atalanta Bergamo/Paris Saint-Germain. „Die Vorbereitung wird nicht groß anders aussehen als im letzten Jahr“, bemühte sich Nagelsmann um Normalität. Die hat er aber alleine schon deshalb nicht, weil er den Abgang von Topstürmer Timo Werner zum FC Chelsea kompensieren muss. Der Südkoreaner Hee-chan Hwang, der für neun Millionen Euro aus Salzburg kam, kann als ein Ersatz erst nach der Königsklasse richtig loslegen.

© dpa-infocom, dpa:200719-99-846472/2

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