Archivierter Artikel vom 17.10.2010, 10:34 Uhr
Köln

Podolski und Sahin: Scharmützel «schnell gegessen»

Nein, gute Freunde wurden Lukas Podolski, Nuri Sahin und Roman Weidenfeller auf dem Rasen des Kölner WM-Stadions nicht mehr. Zu sehr hatten sie sich gegenseitig provoziert.

Adrenalin
Hummels und Sahin (r) bejubeln das Siegtor, Weidenfeller brüllt und Podolski (l) wendet sich ab.

Podolski reizte Dortmunds türkischen Nationalspieler Sahin mit den Fingern, zeigte eine «Drei» und eine »Null» – sollte heißen: Deutschland hat 3:0 gegen euch gewonnen. Doch Sahin konnte sich «rächen» und rutschte nach seinem Last-Minute-Siegtreffer in einer triumphierenden Geste an seinem Kölner Konkurrenten vorbei, Weidenfeller («Wir waren voller Adrenalin») hielt fest, «es Podolski heimgezahlt zu haben».

Es waren hochemotionale Momente, die Heißsporne trugen ihren Teil dazu bei, dass der Referee beim Verteilen von Gelb in dieser Phase kaum noch nachkam. Und doch ist es Alltag: Fußballer leben nun einmal auch davon, dass sie sich gegenseitig hochpushen und den «Feind» verunsichern. So auch im «Fall» Podolski und Sahin: «Das war für uns beide schnell gegessen. Er hat sich entschuldigt. Ich habe mich entschuldigt» – Sahin brachte das, was im Umfeld heiß weitergeköchelt wurde, ganz cool auf den richtigen Nenner.

Und der lautet: Emotionen auf dem Platz gehören dazu, nach dem Spiel ist alles wieder relativ easy. «Wir haben es geklärt», ergänzte Podolski. Handschlag drauf – und vergessen.