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FCA macht wegen Corona Verlust – Neuer US-Gesellschafter

Der FC Augsburg wird wegen der Pandemie erstmals seit Jahren wieder einen wirtschaftlichen Verlust machen.

FCA-Finanzchef
Michael Ströll: Augsburg wird die Saison «mit einem Millionenverlust abschließen».
Foto: Stefan Puchner/dpa

„Wir sind stabiler als andere Vereine, aber wir werden die laufende Saison coronabedingt erstmalig, zumindest seit wir am Ruder sind, mit einem Millionenverlust abschließen“, sagte Finanz-Geschäftsführer Michael Ströll der „Augsburger Allgemeinen“. „Seit März vergangenen Jahres bis zum Ende dieser Saison werden wir Umsatzeinbußen von über 35 Millionen Euro haben.“

Das greift auch die Geldreserven des Fußball-Bundesligisten an. Der Cash-Verlust in der vorigen Spielzeit lag demnach „im zweistelligen Millionenbereich“, berichtete Ströll. „Stand heute müssen wir auch in der kommenden Saison mit einem niedrigen zweistelligen Millionenverlust planen.“

Trotz dieser Entwicklung und der noch offenen Zukunft im Hinblick auf Lockerungen und eine Zuschauerrückkehr in die Stadien wollen die Augsburger weiter wie bisher auf staatliche Hilfen verzichten. „Wir wollen keine Steuergelder indirekt in Anspruch nehmen“, sagte Ströll.

Dass sich die wirtschaftlichen Schäden im Vergleich zu anderen Clubs in Grenzen hielten, erklärte Präsident Klaus Hofmann mit den Gewinnen in Vor-Pandemie-Zeiten. „Der Abschmelzungsprozess durch Corona hat bei uns also von einem höheren Level begonnen“, sagte er.

Andere Vereine kritisierte der Unternehmer scharf. „Es war schon entlarvend, dass zwei Wochen nach den Einschränkungen durch Corona im April 2020 einige Vereine Staatshilfen beantragen mussten. Das führt zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung, die eigentlich nicht zu akzeptieren ist“, unterstrich Hofmann. „Von diesem unsäglichen Geschwätz von der Solidarität 2020 ist doch nichts übrig geblieben.“

Finanzielle Stabilität erhofft sich Hofmann vom neuen Gesellschafter im Verein: Der US-Investor David Blitzer übernahm jüngst einen Minderheitsanteil an der Profi-Abteilung des FCA von zwei anderen Gesellschaftern. Der Milliardär besitzt auch Anteile an anderen Sportvereinen, etwa dem NBA-Team der Philadelphia 76ers. An der Entscheidungshoheit im Verein ändere sich nichts, versicherte Hofmann. „Er ist kein Investor. Das ist mir wichtig. Er ist ein Partner, dessen Engagement langfristig beim FCA geplant ist.“ Über den Deal hatten zuvor auch „Kicker“ und „Bild“ berichtet.

Von Blitzer erhofft sich der Augsburg-Boss eine Erschließung des internationalen Marktes. Diese sei für den FCA etwa in den USA ausbaufähig: „Da wird David sicher einen Beitrag leisten können.“

© dpa-infocom, dpa:210416-99-229173/2

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