40.000
Aus unserem Archiv

WM-Kolumne zur großen Stärke Kroatiens: Mentalität ist mehr als ein Wort

Sven Sabock

Jetzt neigt sich auch diese WM tatsächlich so langsam dem Ende entgegen, fast ist schon vergessen, wie vor einem Monat alles begonnen hat. Immerhin wissen wir nun, dass Dominanz längst kein Faktor mehr ist, um Spiele zu gewinnen.

Sven Sabock.
Sven Sabock.

Wir haben gelernt, dass Standardsituationen ein wichtiges Instrument sind, um massive Abwehrreihen auszuhebeln – zumal immer weniger Mannschaften die große Kunst beherrschen, über Kombinationen zum Abschluss zu kommen. Und es setzt sich vor den abschließenden beiden Partien die Erkenntnis fest, dass jene Teams ein erfolgreiches Turnier für sich reklamieren können, die nicht nur von der Bedeutung des Kollektivs sprechen, sondern diesen Begriff auch leben.

Schweden und Russland haben es trotz limitierter Fähigkeiten dank der Kraft der Gemeinschaft bis ins Viertelfinale geschafft, nun führen uns die Kroaten noch plastischer vor Augen, was Leidenschaft und Mentalität bewirken können. Luka Modric, jener nimmermüde und ebenso grandiose Kapitän, hat mit seiner Mannschaft bei diesem Turnier nun schon zum dritten Mal in Folge eine Verlängerung erfolgreich überstanden – im Prinzip mussten alle Akteure inzwischen praktisch eine Partie mehr bestreiten. Die beruhigende Erkenntnis dahinter: Selbst in Zeiten der Verwissenschaftlichung des Fußballs bleiben elementare Dinge wie Kampf und Einsatz unerlässlich.

Tor zum Glück
Mario Mandzukic (M.) schoss Kroatien mit dem Treffer zum 2:1 gegen England ins WM-Finale.
Foto: Christian Charisius – dpa

Nun ist auch Endspielgegner Frankreich das Laufen nicht fremd, noch dazu sind die jungen Wilden aus der „Equipe tricolore“ in der Lage, Technik und höchste Geschwindigkeit zu kombinieren. Verlassen sollten sie sich auf ihre fußballerischen Vorteile indes nicht. Erst recht nicht gegen Kroatien.

E-Mail an den Autor: sven.sabock@rhein-zeitung.net

Analysen, Kolumnen und Kommentare
Meistgelesene Artikel