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Rheinland-Pfalz

WM 2018: Ab heute grassiert wieder das Fußballfieber im Land

Jetzt geht's loooooos: Heute ist es so weit – die Fußballweltmeisterschaft beginnt. Wir erklären, wie Rheinland-Pfalz das deutsche Team auch ohne Spieler verstärkt, wie viele „WM-Teilnehmer“ im Land leben und wo sich die Spiele in Gemeinschaft am besten verfolgen lassen. Und keine Angst: Ein paar Tipps für Fußballmuffel haben wir auch.

„Oh, wie ist das schön“: Sollten Jogis Jungs auch bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland wieder eine entscheidende Rolle spielen, darf auf zahlreichen Plätzen in Rheinland-Pfalz mitgefiebert und mitgefeiert werden. Doch nicht nur dann wird im Land gejubelt – denn auch Menschen jeder anderen WM-Nation leben in Rheinland-Pfalz.  Foto: dpa
„Oh, wie ist das schön“: Sollten Jogis Jungs auch bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland wieder eine entscheidende Rolle spielen, darf auf zahlreichen Plätzen in Rheinland-Pfalz mitgefiebert und mitgefeiert werden. Doch nicht nur dann wird im Land gejubelt – denn auch Menschen jeder anderen WM-Nation leben in Rheinland-Pfalz.
Foto: dpa

1 Auch ohne Spieler: Rheinland-Pfalz verstärkt das deutsche Team

Ein Kicker aus Rheinland-Pfalz hatte WM-Chancen, aber Lars Stindl aus Speyer, Kapitän von Borussia Mönchengladbach, verletzte sich Ende April am Sprunggelenk. Damit fährt kein Spieler aus dem Land mit zur WM. Mit im Tross dabei ist das Land dennoch. So mancher mit rheinland-pfälzischen Wurzeln sorgt beispielsweise dafür, dass die Spieler fit bleiben und hinter den Kulissen alles glatt läuft. Zum Beispiel Nicklas Dietrich aus Grünstadt (Kreis Bad Dürkheim). Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit September 2015 Fitnesstrainer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und betreut die Nationalmannschaft. Mit dabei ist auch Thomas Beheshti, der aus Mainz stammt. Er kümmert sich um alles Organisatorische in der Nationalmannschaft.

2 Nicht nur für Deutschland wird gejubelt: Im Land leben rund 120.000 ausländische „WM-Teilnehmer“

Nicht jeder wird in Rheinland-Pfalz Titelverteidiger Deutschland die Daumen drücken. Denn nach Daten des Statistischen Landesamtes in Bad Ems von Dezember leben im Land 121.670 potenzielle Fans aus den Teilnehmerländern der WM – das entspricht etwa 3 Prozent der Bevölkerung. Dabei dürfte die Verteilung der Sympathien zum heutigen Auftaktspiel klar sein, denn im Land leben 10.270 Personen mit russischem und lediglich 85 mit saudischem Pass. So ungleich wie bei der Eröffnungspartie ist die potenzielle Fangemeinde nicht bei allen Spielen verteilt. So können etwa am zweiten Spieltag 8325 Portugiesen und 5655 Spanier in Rheinland-Pfalz mit ihren Teams fiebern. Die Zahl der Staatsbürger aus den Ländern der Vorrundengegner der deutschen Mannschaft ist recht klein: Das Ausländerzentralregister zählt 850 Südkoreaner, 585 Schweden und 460 Mexikaner. Mit 5,3 Prozent leben in der Landeshauptstadt Mainz die relativ meisten Staatsbürger eines der 31 anderen WM-Teilnehmerstaaten, gefolgt von Ludwigshafen (4,9 Prozent) und Speyer (4,7 Prozent). Den geringsten Anteil weist der Landkreis Südwestpfalz mit 1,2 Prozent auf. In fast jedem Kreis und jeder Stadt stellen die Polen potenziell die meisten Fans. Lediglich in Mainz ist die Gruppe der Kroaten größer, in der Stadt Kaiserslautern die der Portugiesen. Eine Ungenauigkeit mussten sich die Statistiker bei ihren Berechnungen erlauben – und vermelden diese mit britischer Höflichkeit: „Da es keine englische Staatsbürgerschaft gibt, werden ersatzweise alle Briten gezählt. Die Schotten, Waliser und Nordiren mögen das verzeihen.“

3 Hier geht's zum Fußballgucken „raus aufn Platz“

Das Public Viewing, auch Rudelgucken genannt, gehört zu großen Fußballturnieren mittlerweile dazu. So lockt zum Beispiel die „Meenzer Fan-Arena“ auf dem Ernst-Ludwig-Platz an der Großen Bleiche in Mainz. Alle Spiele der deutschen Mannschaft und die Achtel-, Viertel- und Halbfinalspiele sowie das Finale werden auf einer großen LED-Leinwand für etwa 5000 Zuschauer übertragen. In Koblenz können auf der Festung Ehrenbreitstein im Rahmen des RZ-Open-Air-Sommers dank Café Hahn und unserer Zeitung auf einer großen LED-Leinwand neben dem Eröffnungsspiel alle deutschen Partien sowie beide Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Finale geschaut werden – selbst bei Regen mit 1000 Plätzen im Trockenen. Im Biergarten am Deutschen Eck werden alle Spiele der WM gezeigt. In Trier rollt der Ball das erste Mal am 23. Juni beim Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Schweden auf dem Viehmarktplatz über eine Großleinwand.

4 Keine Lust auf Fußball: Das sind die Alternativen für alle WM-Muffel

Jede Menge zu erleben (fast) ohne Fußball gibt es beispielsweise in Trier und Ludwigshafen. Zwar ist das Public Viewing Teil des Trierer Altstadtfestes vom 22. bis 24. Juni, aber dennoch wird auf zahlreichen Bühnen auch genug gute Unterhaltung abseits der Fußballweltmeisterschaft geboten. Eine weitere Alternative sind die musikalischen Auftritte beim Stadtfest in Ludwigshafen (22. bis 24. Juni), wenn alle Fußballfans die Partie der deutschen Mannschaft gegen Schweden auf einer Leinwand am Berliner Platz live erleben können.

Eva-Maria Ermisch/mkn

Aufgepasst bei Tippspielen und beim Public Viewing

Trotz aller schönen WM-Euphorie – vor dem Turnier in Russland mahnen Verbraucher- und Datenschützer zur Vorsicht. Sie warnen vor dem „Klassiker“ Taschendiebstahl und Fallen bei Tippspielen.

Verbraucherschutzzentrale und Landeskriminalamt weisen darauf hin, dass die übliche Enge beim Fußballschauen auf öffentlichen Plätzen ein gefundenes Fressen für Taschendiebe ist – und geben daher folgende Tipps:

  • Lassen Sie Tasche oder Jacke nie unbeaufsichtigt und tragen Sie Taschen immer geschlossen mit der Verschlussseite zum Körper.
  • Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie auch benötigen.
  • Tragen Sie Geld, Karten sowie Papiere und Wertgegenstände immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen.
  • Hängen Sie Ihre Handtasche nie an eine Stuhllehne.

Auch bei Online-Tippspielen zur Weltmeisterschaft rät der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Dieter Kugelmann, zur Vorsicht. Die Datenschutzerklärungen des Anbieters sollten kritisch gelesen werden. So soll darauf geachtet werden, ob die Weitergabe der Daten an Dritte ausgeschlossen ist und der Account später unproblematisch gelöscht werden kann. mkn/dpa

Die WM 2018 in der Region
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