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    München

    Wutausbruch: Zeuge nennt Gribkowsky cholerischen Chef

    Ein cholerischer Chef mit Hang zur Angeberei: Ein Mitarbeiter der BayernLB hat dem früheren Landesbank-Vorstand Gerhard Gribkowsky ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

    Gerhard Gribkowsky
    Mitarbeiter der BayernLB beschreiben Gerhard Gribkowsky als cholerisch.
    Foto: Andreas Gebert - DPA

    Am zweiten Tag seiner Zeugenvernehmung im Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone vor dem Landgericht München erzählte der Bankangestellte den Richtern von einem gewaltigen Wutausbruch seines früheren Chefs. Dabei habe Gribkowsky ihn und seinen Kollegen am Telefon derart «zusammengeschissen», dass er nicht mehr gewusst habe, wo vorne und hinten ist. «Er war ein cholerischer Vorgesetzter», sagte der Zeuge am Mittwoch.

    Ecclestones Verteidiger hörten sich diese Beschreibungen des einstigen Landesbank-Vorstandes interessiert an. «Mir geht es um die Persönlichkeit des Dr. Gribkowsky», sagte Verteidiger Sven Thomas. Am Dienstag hatte der BayernLB-Angestellte Gribkowsky bereits einen Hang zum Geschichtenerzählen bescheinigt und gesagt, dass ihm der Chef deshalb manchmal peinlich war. Gribkowsky hatte Ecclestone beschuldigt, ihm 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt zu haben, was der Formel 1-Chef bestreitet und von Bedrohungen des Bankers spricht. Gribkowskys Glaubwürdigkeit spielt deshalb im Prozess eine wichtige Rolle.

    Der Zeuge hatte in der BayernLB zusammen mit Gribkowsky an dem Verkauf der Formel-1-Mehrheit gearbeitet. Während der Verhandlungen soll der Vorstand Ecclestone auch einmal damit gedroht haben, ihn an der Spitze der Formel 1 abzusetzen. Gribkowsky habe eine derartige Bemerkung fallengelassen. «Ob im Gang oder auf dem Sitzungssaal, weiß ich nicht mehr.» Ecclestones Verteidiger äußerten umgehend Zweifel an dieser Schilderung und wollen weitere Zeugen nach der angeblichen Drohung befragen. Die Anwälte gerieten immer wieder mit dem BayernLB-Mitarbeiter aneinander. Er setzte sich aber zur Wehr und bat darum, ihn nicht für dumm zu verkaufen. Auch der Richter Peter Noll rief die Anwälte zur Mäßigung auf.

    In der kommenden Woche sollen unter anderem drei ehemalige Vorstände der Landesbank als Zeugen befragt werden, darunter auch der langjährige Chef Werner Schmidt. Er ist derzeit selbst Angeklagter in einem Prozess um den Fehlkauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria.

    Zudem soll eine enge Mitarbeiterin Gribkowskys als Zeugin befragt werden. Mit ihr soll der Vorstand beim Formel-1-Verkauf in vielen Dingen vertraulich zusammengearbeitet haben. «Da waren Arbeitsbereiche, die nur zwischen den beiden existierten», sagte der Landesbank-Mitarbeiter am Mittwoch und sprach von einer «Black Box». Die Frau hatte auch schon im Prozess gegen Gribkowsky als Zeugin ausgesagt und dort von einem pikanten Schreiben erzählt, das der Banker einmal auf den Schreibtisch von Ecclestone gelegt haben soll.

    Aus dem Schreiben soll hervorgegangen sein, dass Ecclestone entgegen seiner Aussagen immer noch mit seiner Familienstiftung Bambino verbunden war, was zu einer milliardenschweren Steuernachzahlung hätte führen können. Von dem Schreiben war im Prozess gegen Ecclestone schon mehrfach die Rede. Ecclestone hatte nach eigenen Aussagen Angst, dass Gribkowsky ihn bei den Steuerbehörden verpfeift. Deshalb habe er ihm die Millionen gezahlt.

    Presseerklärung des Oberlandesgerichts zum Verfahren

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