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    Melbourne

    Gruß an «RK»: Heidfeld will Chance nutzen

    Der «Unabsteigbare» hat es doch wieder geschafft. Schon ausgemustert und abschrieben ergatterte Nick Heidfeld fast in letzter Minute noch ein Formel-1-Stammcockpit und gehört im Lotus-Renault vor dem Saisonstart in Australien sogar zum erweiterten Favoritenkreis.

    «Quick Nick»
    Für Nick Heidfeld verlief das erste Training Melbourne noch nicht ganz nach Plan.
    Foto: DPA

    «Es ist eine riesige Chance, vor allem, weil sie so unerwartet kam. Das macht es noch aufregender», sagt der 33-Jährige, der in Melbourne seine zwölfte Saison in der Königsklasse beginnt.

    Möglich machte die unverhoffte Karriereverlängerung des Mönchengladbachers das Unfallpech von Robert Kubica, den Heidfeld nun artig mit den Initialen «RK» auf seinem Helm grüßt. «Das sind nicht die Umstände, die ich mir gewünscht hätte», beteuert der Deutsche. Heidfeld hatte sich schon damit abgefunden, zumindest dieses Jahr ohne Formel-1-Vertrag auskommen zu müssen, als Kubica am 6. Februar schwer bei einer Rallye in Italien verunglückte. Auf der Suche nach einem erfahrenen Ersatz landete Lotus-Renault schnell beim 172-maligen Grand-Prix-Teilnehmer Heidfeld.

    Knapp sieben Wochen später sitzt der Wahl-Schweizer in der schwarz-goldenen Teamkleidung entspannt und voller Tatendrang im Fahrerlager des Albert Parks. Er hat noch etwas zu beweisen. Ein Grand-Prix-Sieg fehlt ihm noch in seiner Vita. Das vergangene Jahr als Mercedes-Reservist, Pirelli-Reifentester und schließlich Sauber-Aushilfspilot verlief enttäuschend. «Ich hatte nie Probleme mit der Motivation. Wenn überhaupt, motiviert mich das noch mehr», sagt Heidfeld.

    «Er hat sich sehr gut eingewöhnt. Umso mehr er mit dem Team arbeitet, umso leichter wird es», meint Teamchef Eric Boullier. Auch Heidfeld sieht kein Integrationsproblem durch seinen späten Wechsel. «Wir probieren das aufzuholen, und ich denke, ich habe es auch geschafft», versichert er. Bei Lotus-Renault soll Heidfeld auch Führungsfigur für den russischen Streckenrowdie Witali Petrow sein.

    «Die Arbeit macht viel Spaß. Das Ziel ist es, den Fortschritt des Teams aufrechtzuerhalten», erklärt Heidfeld. Ganz rund lief es zum Einstand am Freitag in Melbourne aber noch nicht. Mit Platz 13 musste sich der Lotus-Renault-Neuzugang begnügen, geschlagen auch von Petrow. Heidfeld aber nimmt es vorerst gelassen: «Es war okay. Es hätte besser sein können - aber auch schlechter.»

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