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Kassel

Kassel in Insolvenz: Lizenzverweigerung droht

dpa

Die Kassel Huskies hängen am Tropf: Der Patient der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist mit rund drei Millionen Euro überschuldet, die 21 Profis haben seit Januar keine Gagen bekommen, das Amtsgericht Kassel hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Clubs eröffnet.

Auf der Gesellschafterversammlung am 10. Mai in Köln will angeblich die Mehrheit der 15 DEL-Clubs Kassel die Lizenz für die neue Saison verweigern. Fast symbolisch kämpft auch die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft am selben Abend in Köln bei der Heim-WM gegen Favorit Finnland um wichtige Punkte in der Vorrunde.

«Das ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Aber ich bin überzeugt, dass wir die notwendigen Stimmen zum Lizenzerhalt bekommen», sagt der Interims-Geschäftsführer der Huskies, Fritz Westhelle, im Brustton der Überzeugung eines erprobten Unternehmens-Sanierers. Der Jurist hatte einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. Dieser besonderen, legalen Form hat das Gericht zugestimmt und gestattet, dass der Club sich selbst in der Insolvenz verwalten darf.

Das heißt, Westhelle ist befugt, mit den rund 100 Gläubigern zu verhandeln, zu denen auch die 21 Profis zählen. Die Aufsicht führt dabei der vom Insolvenzgericht als «Sachwalter» eingesetzte Juristen Franz-Ludwig Danko. Am 14. Mai sollen die Huskies in einer Versammlung der rund 100 Gläubiger entschuldet werden. Westhelle geht davon aus, dass sein Insolvenzplan durch die Annahme bestätigt wird und sich das Insolvenzverfahren erledigt.

Aber die höhere Hürde wartet in Köln bei der Gesellschafterversammlung. Westhelle hofft auf vier Befürworter unter den 14 Abstimmungsberechtigten. Diese Sperrminorität würde nach den DEL-Statuten genügen, um den ersten Punkt der Tagungsordnung unter der Führung des DEL-Aufsichtsrats-Vorsitzenden Jürgen Arnold auf Nicht-Erteilung der Lizenz zu kippen.

Einige Clubs haben sich aber schon kritisch über die Probleme der Huskies geäußert – sensibilisiert auch durch die Schieflage bei den Kölner Haien oder Krefeld Pinguinen. Der Rückzug der Duisburger Füchse in der Vorsaison hatte die DEL auf 15 Clubs reduziert. Nach den Statuten spielt diese geschlossene Gesellschaft Jahr für Jahr ihre Meisterschaft aus, ohne das ein Club sportlich absteigen könnte.

«Die Signale von den vier Clubs sind da. Wenn es gelingt, eine offene Abstimmung zu erreichen, bin ich absolut überzeugt, dass wir es schaffen», beton Westhelle. Bei geheimem Voten könne es «gefährlicher» werden. Kassel ist nur Zuhörer in der eigenen Causa und die Gegenstimmen blieben wie die Befürworter im Dunkeln.

Westhelle setzt aber auf Fakten. Im März hatte der Unternehmer Dennis Rossing den mit 2,8 Millionen Euro verschuldeten Verein übernommen und die Hessen mit einer in Aussicht gestellten sechsstelligen Summe vor dem Aus bewahrt. Zudem liegt eine Landesbürgschaft über zwei Millionen Euro vor. Rossing will eine Mehrzweckhalle für Kassel bauen – aber nur dann, wenn die Huskies dort ihre DEL-Spiele austragen.

Arnold aber hatte sich bereits in einem Interview mit dem Fachblatt «Eishockey News» deutlich gegen Kassel gewandt: «Ich bin der Meinung, dass sich ein Club nicht mit Hilfe eines Insolvenzverfahrens seiner Schulden entledigen kann. So gesehen kann es bei der Abstimmung für mich nur eine richtige Entscheidung geben. Selbstverständlich obliegt es aber den einzelnen Clubs, eine Entscheidung im Fall Kassel zu fällen.»

Eishockey News
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