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Frankfurt/Main

Frankfurt Lions geben auf: Keine Zukunft in DEL

dpa

Ende, Aus, vorbei: Der ehemalige deutsche Eishockey-Meister Frankfurt Lions hat den Existenzkampf in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aufgegeben.

Seit 12.48 Uhr am 5. Juli stehen für den Club die Uhren still. Fünf Tage nach dem Lizenzentzug mit sofortiger Wirkung durch die DEL erklärte Lions-Boss Siggi Schneider auf einer Pressekonferenz, dass es keine Zukunft mehr für den mit rund einer Millionen Verbindlichkeiten belasteten Club gebe. Am 14. Juli wird das Insolvenzverfahren von Verwalter Fabio Algeri eröffnet.

«Wir lehnen den Gang vor das Schiedsgericht ab. Das brächte uns vielleicht die Lizenz, die 600 000 Euro Altschulden könnten wir noch wegkriegen. Aber in die neue Saison müsste auch noch mal investiert werden ­ und das leider nur wieder aus privaten Quellen. Dazu bin ich und meine drei Mitstreiter in der Gesellschaft nicht mehr bereit», erklärte Schneider das Aus des 1991 gegründeten Clubs am Main.

Am 28. Mai hatten die Lions beim Frankfurter Amtsgericht drohende Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Weder die Stadt Frankfurt noch private Geldgeber seien bereit, entsprechende finanzielle Unterstützung für den diesjährigen Vizemeister der Vorrunde zu leisten, hatte Schneider beklagt. «Wir haben schon rund 4,4 Millionen in den Verein gepumpt, jetzt kämen noch einmal rund 800 000 Euro für Neuinvestitionen dazu», ergänzte Schneider.

«Ich bin tief enttäuscht von der Stadt als Wirtschaftsfaktor. Es gab keine einzige Firma, die uns auch nur einen sechsstelligen Betrag nach dem Bekanntwerden unserer Probleme zur Verfügung gestellt hat. Und das in einer Sportstadt. Wenn ich von den Altschulden und dem geringen Interesse der Frankfurter Wirtschaft am Eishockey von Beginn an gewusst hätte, wäre ich niemals angetreten», erklärte der Unternehmer.

Die Hilfe der Stadtväter sei «einfach zu spät und nicht in ausreichendem Maße, wie uns auch in der DEL signalisiert wurde», betonte der Boss, der selber mit hohen Summen in Vorlage getreten war. «Wir waren schon vor 18 Monaten im Römer vorstellig geworden ­ aber erst vor wenigen Wochen wurde dort reagiert», kritisierte Schneider und verwies auf Hilfen des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt, der nahe der Eishalle nur gut halb so viele Fans anlockt.

Schneider nannte als Hauptgrund für das finanzielle Absinken der Lions die marode und veraltete Eishalle. «Katastrophale Zustände um das Stadion. Keine VIP-Lounge, viel zu wenige Sponsoren und das totale Desinteresse der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Das war ein Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt.»

Wie es in Frankfurt weitergeht, blieb völlig offen. Auch die gerade intensivierte Nachwuchsarbeit unter Erich Kühnhackl droht wie das viertklassige Nachwuchsteam der Young Lions den «Bach hinunter» zu gehen. «Ich werde versuchen, ihnen irgendwie zu helfen. Aber die hingen ja auch an unserem finanziellen Tropf», sagte Schneider.

Er wies auch auf die finanziellen Auswirkungen für die Stadt (keine Rückzahlung der Altschulden, keine Hallen ­ und Parkplatzmiete, keine Gewerbesteuer) sowie die sozialen Folgen für viele arbeitslose Beschäftigten wie Spieler, Trainer, und Mitarbeiter der Geschäftsstelle hin.

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