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    Berlin

    DEL greift bei Kopfverletzungen durch Checks durch

    Düsseldorfs Eishockey-Profi Thomas Gödtel kann nicht mehr ausweichen. Frontal und mit voller Wucht knallt der Ingolstädter Tim Conboy in seinen Gegner hinein und trifft ihn mit seinem Check am Kopf.

    Positioniert
    Selbst Ingolstadts Trainer Rich Chernomaz sprach sich für ein hartes Strafmaß aus.
    Foto: Armin Weigel - DPA

    Trotz seines schützenden Helms ist Gödtel benommen und verlässt auf Anraten des Teamarztes das Eis. «Er hat in der Kabine gekotzt, und er hat geblutet», berichtet DEG-Trainer Christian Brittig nach der Partie am 5. Oktober in Ingolstadt. Die Schiedsrichter verhängten gegen Conboy - in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auch als «Rough Boy» verschrien - eine Matchstrafe, vergleichbar mit einer Roten Karte im Fußball.

    Der Disziplinarausschuss der DEL bestätigt später die Entscheidung und brummt dem Raubein vier Spiele Sperre und eine Geldstrafe von 1200 Euro auf. So wie im Fall Conboy verfährt die DEL neuerdings: Checks gegen Kopf und Nacken sollen wegen der großen Verletzungsgefahr härter geahndet und im Nachhinein durch den Disziplinarausschuss bestraft werden. Das harte Durchgreifen ist mit der zunehmenden Zahl von Gehirnerschütterungen in der vergangenen Saison zu begründen.

    Die Unparteiischen halten sich an die Vorgaben der DEL. An den ersten elf Spieltagen hagelte es Strafen und automatisch eingeführte Verfahren. Allein zehn Sperren und Geldstrafen in Höhe von insgesamt 10 200 Euro - für Eishockey-Verhältnisse viel Geld - verhängte der Disziplinarausschuss wegen Checks gegen Kopf und Nacken. Die durchschnittlichen Strafminuten pro Spiel stiegen im Vergleich zur Vorsaison nach 37 Spielen um fast neun. Was aber blieb, waren trotzdem Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen.

    Die Eishockey-Cracks checken munter weiter. Sogar Ingolstadts Coach Rich Chernomaz, als Spieler «die Axt von Manitoba» genannt, zürnte nach einem Foul an seinem Stürmer John Laliberte: «So eine Aktion hat im Eishockey schlichtweg nichts zu suchen. Ich kann nur hoffen, dass die Liga die richtige Entscheidung beim Strafmaß für Schubert trifft.» Gemeint war Hamburgs früherer Nordamerika-Profi Christoph Schubert, der durch seinen rustikalen Einsatz Laliberte eine Gehirnerschütterung zufügte. Die Grizzly Adams aus Wolfsburg beklagen bereits zwei Ausfälle wegen dieser Verletzung. Einer davon ist Mittelstürmer Tyler Haskins, der gegen Hannover vom Eis musste.

    Die Wolfsburger strengten ein nachträgliches Ermittlungsverfahren auf Basis des TV-Beweises an, weil das Schiedsrichtergespann die Aktion von Scorpions-Spieler David Sulkovsky nicht geahndet hatte. «Wichtig ist, dass die Spieler lernen, nicht überhart ranzugehen. Nur durch Strafen geht das», sagte Wolfsburgs Manager Karl-Heinz Fliegauf. Der Disziplinarausschuss folgte dem Willen der Wolfsburger und brummte Sulkovsky fünf Spiele Sperre und eine Geldstrafe von 1500 Euro auf. Dagegen setzte sich jedoch Hannover zur Wehr und erhielt vom angerufenen Schiedsgericht Recht, das den Spieler freisprach.

    Nicht nur in diesem Fall hat das neu gegründete DEL-Gremium den Unmut von Trainer und Managern auf sich gezogen. Sie beklagen eine fehlende einheitliche Bestrafung. So stöhnte etwa Düsseldorfs Manager Walter Köberle: «Meine Güte, wenn das so weitergeht, haben wir in keinem Spiel mehr unseren gesamten Kader zur Verfügung.» In den ersten beiden Wochen der Hauptrunde zog die DEL gleich drei Düsseldorfer aus dem Verkehr: Marco Habermann, Daniel Kreutzer und Marian Bazany.

    DEL-Spielleiter Jörg von Ameln verteidigt die neuen Richtlinien und widerspricht der Befürchtung, Eishockey könne deshalb zur kontaktlosen Sportart verkommen. «Es hat niemand etwas gegen einen harten, fairen Check. Das ist Teil des Spiels», sagte er im Fachmagazin «Eishockey News», «die Spieler müssen aber lernen, dass Attacken gegen den Kopf nicht toleriert und hart bestraft werden.»

    Eishockey News
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