Pferdesport

Werth schlägt zurück und feiert das 16. DM-Gold

Auch die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt ist zu besiegen. Jessica von Bredow-Werndl gewinnt bei den deutschen Meisterschaften gegen Isabell Werth und feiert in der Special-Prüfung ihren ersten Titel. In der Kür ist die alte Hierarchie wieder hergestellt.

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Isabell Werth auf Weihegold
Isabell Werth hat sich bei den deutschen Dressur-Meisterschaften auf ihrem Pferd Weihegold den 16. Titel geholt.
Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Balve (dpa). Der obligatorischen Wasser-Dusche wich Isabell Werth geschickt aus. Nach der Siegerehrung spielte die erfolgreichste Reiterin der Welt ihre Routine aus, so wie zuvor im Dressurviereck.

Vergeblich versuchte die geschlagene Konkurrenz die 51 Jahre alte Dressurreiterin mit einem Eimer Wasser zu verfolgen, nachdem diese sich in Balve in der Kür ihr 16. DM-Gold gesichert hatte.

„Es ist nicht die Anzahl der Medaillen, die ich zähle“, kommentierte Werth. „Heute bin ich sehr stolz, wie es war.“ Spannend war es, wie sie einen Tag nach der Niederlage im Grand Prix Special zurückschlug. „Pushen tut mich das natürlich“, sagte sie zu dem verpassten Sieg am Samstag im Special.

„Ich bin immer wieder neu motiviert“, erklärte die erfolgreichste Reiterin der Welt mit breitem Grinsen. Für den Siegritt mit ihrer Stute Weihegold erhielt sie 90,825 Prozent. Auf Platz zwei kam Jessica von Bredow-Werndl, die am Samstag in der Special-Prüfung Rang eins vor Werth belegt hatte. Die Vorstellung der 34 Jahre alten Reiterin aus Tuntenhausen mit ihrer Stute Dalera in der Kür wurde mit 89,350 Prozent gewertet. Dritte wurde Dorothee Schneider (51) aus Framersheim mit Faustus (81,600).

Werth erwies sich wieder einmal als Kämpfernatur und hängte die Konkurrentin mit dem letzten Ritt der Meisterschaften in der sauerländischen Kleinstadt ab. „Weihegold war heute fantastisch“, sagte Werth.

Auch die zweitplatzierte Reiterin wirkte ebenfalls glücklich. „Natürlich hätte ich heute auch gerne gewonnen“, gab von Bredow-Werndl zu. „Aber ich bin nicht enttäuscht, sondern insgesamt mit dem Wochenende super zufrieden.“

Besonders emotional war für von Bredow-Werndl ihr Titel am Samstag. Als der erste Sieg bei einer deutschen Meisterschaft im Grand Prix Special feststand, war sie kaum zu halten. Sie feierte ausgelassen, zunächst mit ihrem kleinen Sohn Moritz, mit Vater und Mutter. „Das ist der Oberhammer“, kommentierte die neue deutsche Meisterin nach dem knappen Sieg über die große Favoritin.

Für den Siegritt bekam sie 83,549 Prozent und hielt damit Werth knapp auf Distanz. Die sechsmalige Olympiasiegerin musste sich nach ihrer Vorstellung mit Weihegold (82,569) geschlagen geben. Dritte wurde Dorothee Schneider (51) aus Framersheim mit Faustus (78,706).

Für die Mannschafts-Welt- und Europameisterin war das DM-Gold der bisher größte Einzel-Erfolg der Karriere. Im Nachwuchsbereich hatte sie bereits drei Titel bei den deutschen Jugendmeisterschaften gewonnen.

Von Bredow-Werndl schlug in Werth ihre ehemalige Lehrerin. Nach dem Wechsel aus dem erfolgreichen Junioren-Lager hatte sie einige Jahre mit der Seriensiegerin trainiert. „Sie hat mir viel Werkzeug mitgegeben, von dem ich heute noch profitiere“, sagte von Bredow-Werndl. „Jetzt mit ihr hier auf dem Podium zu sein, ist abgefahren.“

Unglücklich endeten die Meisterschaften für Benjamin Werndl. Der Bruder von Jessica von Bredow-Werndl brach sich nach Angaben des Verbandes FN bei einem Unfall mit einem Segway das Schlüsselbein. Der 36-Jährige war am Samstag mit Daily Mirror im Grand Prix Special auf den vierten Platz geritten und hatte sich Hoffnungen auf eine Kür-Medaille gemacht.

© dpa-infocom, dpa:200920-99-638669/4

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