Springreiten

Nationalmannschaft reitet bei Heim-EM auf Medaillenkurs

Nach der zweiten von drei Teilprüfungen liegen die deutschen Springreiter bei der Heim-EM weiter gut im Medaillenrennen. Im Einzel lassen die Platzierungen auf weiteres Edelmetall hoffen.

Europameisterschaft
Der deutsche Springreiter André Thieme reitet auf Chakaria.
Foto: Friso Gentsch/dpa

Riesenbeck (dpa). Die Medaillen sind zum Greifen nahe – obwohl das deutsche Springreiter-Team Platz eins knapp verpasste. Debütant David Will verhinderte eine bessere Ausgangsposition und ärgerte sich nach seinem leichten Fehler.

Bei der Heim-EM kassierte der Schlussreiter mit C Vier einen vermeidbaren Abwurf und kommentierte nur wenige Minuten später: „Wenn man einen Fehler hat, kann man nie zufrieden sein.“ Will klagte: „Es hat leider nicht ganz geklappt!“

Das Team von Bundestrainer Otto Becker verpasste den ersten Platz, verteidigte vor der Entscheidung am Freitag aber immerhin Rang zwei mit 8,77 Strafpunkten hinter der Schweiz (5,47) und vor Schweden (11,59). „Es war richtig spannend, unglaublich, wie eng ist es ist“, kommentierte der Bundestrainer. „Ich bin froh, dass wir Zweiter sind.“

Kukuk bester deutscher Starter

Bester deutscher Starter ist Christian Kukuk aus Riesenbeck, der bei seinem Heimspiel mit Mumbai erneut ohne Strafpunkt blieb und in der Einzelwertung mit 1,93 Strafpunkten auf Rang zwei hinter dem Schweizer Martin Fuchs mit Leone Jei (1,31) liegt.

Einen hervorragenden Start in den zweiten Tag hatte als Starter André Thieme für das deutsche Team abgeliefert, der im Einzel nun Siebter (2,84) ist. Nach dem Abwurf am Vortag blieb der 46-Jährige aus Plau am See mit Chakaria in der ersten Runde des Nationenpreises fehlerfrei. „Gut André“, rief Bundestrainer Becker dem breit grinsenden Reiter zu, als dieser aus dem Parcours kam. Thieme war erleichtert, „dass es geklappt hat“. Er lieferte die Vorlage für die Kollegen, denn „wenn der Erste mit null durch ist“, seien die nachfolgenden Reiter „lockerer – deshalb war das wichtig.“

Ehning mit Abwurf

Diese Vorlage konnte Marcus Ehning allerdings nicht nutzen. Der 47-Jährige aus Borken hatte mit dem wilden Stargold einige Probleme, kassierte einen frühen Abwurf und zudem einen Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung. Der Hengst schlug immer wieder aus, machte es dem Routinier im Sattel schwer, der schon am Vortag das Streichergebnis geliefert hatte. „Ich habe mich schon am Boden gesehen“, sagte Ehning: „Es war wahnsinnig viel Unruhe drin.“ Den Zeitfehler fand er „besonders ärgerlich“ und liegt nun auf Platz 28 (9,33) weit zurück.

Besser lief es für Christian Kukuk, der wie am Mittwoch eine tadellose Runde ablieferte. Der 31-Jährige, der seit knapp zehn Jahren für Ludger Beerbaum in Riesenbeck arbeitet, glänzte mit Mumbai. Elegant ritt das Paar bei seinem Heimspiel ein zweites Mal über die Hindernisse. Er sei froh, dass er „abgeliefert hat“, kommentierte Kukuk. „Wir sind erstmal happy“, sagte der Lokalmatador und lobte seinen Hengst: „Er hat mir ein unglaubliches Gefühl gegeben und hat es mir leicht gemacht.“

Besonders unter Druck stand David Will, der bei seinem ersten Einsatz für Deutschland bei einem Championat als Erster der Einzelwertung in die zweite Runde ritt. Der 33-Jährige aus dem hessischen Dagobertshausen begann mit C Vier souverän, kassierte jedoch vier Strafpunkte nach einem Abwurf und ist nun Elfter im Einzel (4,00). „Das ärgert mich schon ein bisschen“, gab Will zu: „Es hat leider nicht ganz geklappt, das war ein leichter Fehler, der nicht passieren sollte.“

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